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| 01:38 Uhr

Sanddornbier ist der Renner

Mario Jülisch (v.r.) erklärt Stephan Loge die Produktionsabläufe. Foto: bg
Mario Jülisch (v.r.) erklärt Stephan Loge die Produktionsabläufe. Foto: bg FOTO: bg
Fürstlich Drehna. Die Schlossbrauerei Fürstlich Drehna ist am Mittwoch Ziel des monatlichen Unternehmensbesuchs von Landrat Stephan Loge (SPD) und der Wirtschaftsfördergesellschaft gewesen. „Wir trinken zum Neujahrsempfang Ihr Bier, da wollten wir uns hier nach dem Stand der Dinge erkundigen“, so Stephan Loge. Von Gabriele Bernhardt

Die Landratsdelegation war angetan von Fürstlich Drehna mit seinem Wasserschloss und der zum Ensemble gehörenden Schlossbrauerei. Dass die Produktion in denkmalgeschützten Häusern nicht unproblematisch ist, davon konnten sich die Besucher ein Bild machen. Betriebsleiter Mario Jürisch erklärte ihnen die Produktion - angefangen von dem Haus, in dem das Bier im Sudkessel angesetzt wird, bis hin zum Abfüllen. Selten finde alles gleichzeitig statt. "An manchen Tagen wird gebraut, an anderen abgefüllt." In Fürstlich Drehna werde das Bier noch im herkömmlichen Sinne gebraut, sagte er, "in einer traditionellen, offenen Gärung".

Premiumpils werde ebenso hergestellt wie Helles, Doppelkaramell, Honigbier und seit zwei Jahren auch Sanddornbier. "Das ist vor allem im Norden Deutschlands der Renner", so Jülisch.

Stephan Loge, der aus seiner alten Heimat Görlitz eine Brauerei von innen kennt und gern mal ein Bierchen trinkt, erfuhr auch Neues. So der ewige Kampf mit dem Leergut und einer dazu gehörenden "Mafia". "Mehrweg ist schon in Ordnung, aber mit den Problemen leben wir seit Jahren", so Geschäftsführer Arno Schelzke. Flaschen von Fremdherstellern seien in den eigenen Kästen im Rücklauf zu finden, die umständlich wieder umgetauscht werden müssten. Auch der Fassklau - die Bierfässer sind aus Metall und bei Schrotthändlern gut zu verkaufen - habe viel Kraft, Nerven und Geld gekostet.

Schelzke hatte die Brauerei nach einer Insolvenz im Jahr 2000 übernommen. "3,8 Millionen Euro haben wir in den letzten Jahren investiert", sagte er zum Landrat und erklärte seine Unternehmensphilosophie: "Wir zahlen keine Listungen in Supermärkten. Wer unser Bier trinken will, muss anfragen." Werbung lehne er ebenso ab wie Gastronomie- und Hotelausstattungen oder die Belieferung von Discountern. "Wir müssen Produkte herstellen, die ein Alleinstellungsmerkmal besitzen. Deshalb setzen wir auf Tradition und Nachhaltigkeit", betonte er. Alle zwei, drei Jahre komme ein neues Bier auf den Markt. Kredite habe er noch nie aufgenommen. "Eine Firma kann nicht gesund sein, wenn sie auf Fördermittel angewiesen ist", so Geschäftsführer Schelzke.

Ein Problem gebe es allerdings. "Wir hatten in diesem Jahr noch nicht eine einzige Bewerbung für einen Auszubildenden", so der Geschäftsführer. Dabei sei, wie in jedem Jahr, in der Brauerei Platz für einen jungen Mann, der Brauer und Mälzer werden will.Zum Thema:

Die Schlossbrauerei Fürstlich Drehna hat seit dem Jahr 1745 die Braurechte und ist die älteste Brauerei des Landes Brandenburg. In Fürstlich Drehna werden pro Jahr vier Millionen Flaschen Bier abgefüllt. Beschäftigt sind in dem Unternehmen insgesamt zehn Mitarbeiter, sieben davon in der Produktion. Das Unternehmen ist als geprüftes Umweltmanagement sowie vom TÜV Rheinland als Managementsystem zertifiziert.