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Langengrassau
Mit Lucki kullern die Ostereier

Hase Lucki und die Walei waren für die Kinder trotz der niedrigen Temperaturen ein Anziehungspunkt beim Saisonauftakt am Ostersonntag im Freilichtmuseum Höllberghof.
Hase Lucki und die Walei waren für die Kinder trotz der niedrigen Temperaturen ein Anziehungspunkt beim Saisonauftakt am Ostersonntag im Freilichtmuseum Höllberghof. FOTO: Birgit Keilbach
Langengrassau. Saisonauftakt auf dem Gelände des Freilandmuseums lockte Besucher trotz kühler Witterung Von Birgit Keilbach

„Ich hab‘ schon vier Eier getroffen“, erzählt Sophie Rath freudestrahlend ihrer Oma Sigrid Stein. Die siebenjährige Lübbenerin ist begeistert vom Eierwalen auf der abschüssigen Strecke zwischen Scheune und Dreiseitenhof. Und Hase Lucki die Attraktion für sie und ihren fünfjährigen Bruder Lucas. Zwar ist die Zahl der Kinder, die sich am Ostersonntag an der Walei versammeln, diesmal bescheiden. Doch alle sind mit Eifer und Wettbewerbsfieber bei der Sache. „Wer mit seinem Ei ein anderes trifft, darf dieses mitnehmen“, erläutert Gisela Daniel die Walei-Regel. Klar, dass die Drei- bis Achtjährigen an der Seite von Hase Lucki sich bemühen, ihr eigenes Ei so zielgenau wie möglich auf ein anderes zurollen zu lassen.

„Wir sind trotz des kalten Wetters hergefahren, weil wir uns das mal anschauen wollten“, sagt Sigrid Stein. Ihr gefalle das Gelände und das Programm. „Sehr schön ist das Ostereiermalen nach sorbischer Tradition“, ergänzt die Straupitzerin. Gut geschützt vor dem kalten Aprilwind tupfen dort die Kinder mit Stecknadelköpfen oder Federkielen Punkte, Dreiecke und Rauten mit Bienenwachs auf die Eier. Schablonen helfen dabei, dass die Muster auch schön gleichmäßig werden. Gabi Seewald und Margot Lux sind aus Lübbenau gekommen, um Besuchern die Wachsbatik- oder Wachsmaltechnik nahezubringen. „Man nimmt dafür rohe Eier, die dann verziert und nach jedem Arbeitsgang in ein Farbbad gelegt werden. Die Farbschichten werden von hell nach dunkel aufgetragen“, erläutert Gabi Seewald. Erst wenn das Ei fertig sei, werde ein Loch hineingestochen und das Innere entfernt. „Dazu kommt um diese Stelle herum noch einmal extra Wachs, damit das Eiweiß die Farbe nicht wegnimmt“, erklärt die erfahrene Ostereiergestalterin. Wie dekorativ die Eier nach mehreren Farbbädern aussehen können, zeigen Beispiele auf dem Arbeitstisch. „Dafür brauche ich schon bis zu zwei Stunden“, sagt Gabi Seewald. Margot Lux, die von Brück nach Lübbenau gezogen ist, hat die Technik bei ihr gelernt. „Mir macht das viel Spaß und es ist ein schönes Hobby, besonders für die dunkle Jahreszeit.“ Im Oktober fange sie damit an. „Dann habe ich immer etwas Schönes zum Verschenken, auch zu Weihnachten gab es schon Ostereier von mir als Geschenk“, erzählt Margot Lux. Ihre Begeisterung für diese Technik hat sie vor wenigen Tagen auch in ihre frühere Heimat getragen und mit den Senioren in Brück Ostereier gestaltet.

Die zehnjährige Meike Rothe ist schon recht geübt darin, mehrfarbige Ostereier mit traditionellem Muster zu fertigen. „Dieses Jahr habe ich drei Farben genommen und mir die Muster nach den Vorlagen ausgedacht“, erzählt die junge Finsterwalderin. Seit mindestens fünf Jahren komme die Familie an jedem Ostersonntag zum Höllberghof, erklärt ihre Mutter Sandy Rothe. „Wir haben schon eine Sammlung zu Hause, und daran ist die Entwicklung gut erkennbar. Jetzt haben die Eier schon richtige schöne Muster“, ergänzt sie.

Eine andere Möglichkeit, Eier fürs Osterfest ansprechend zu gestalten, bietet Maria Siegemund vom Verein für künstlerisches Gestalten aus Luckau an. Mit der Serviettentechnik entstehen auch hier ansprechend verzierte Eier. Der siebenjährigen Emeli aus Berlin gefällt das. Sie schneidet verschiedene Motive aus den bereitliegenden Servietten aus. Maria Siegemund zeigt ihr, wie sie die Hasen- und Blumenmotive auf die vorbereitend mit Strukturpaste versehenen Eier bringen kann. Die Großeltern Peter und Ramona Döninghaus aus Crinitz schauen ihr zu. „Wir kommen oft auf den Höllberghof, aber Ostern sind wir zum ersten Mal hier. Für die Kinder ist das sehr abwechslungsreich“, sagt Peter Döninghaus. „Und Ostergeschenke für Mama und Papa können sie hier auch noch selbst gestalten“, ergänzt seine Frau Ramona. An einem weiteren Stand bietet Anja Bretschneider aus Luckau selbst geschneiderte Textilien für kleine und große Leute an. Nebenan gibt es bei Angela Walter Dekoratives und Duftendes für Wohnung, Haus und Garten.

Kulinarisch verwöhnen die Landfrauen aus Schlabendorf die Gaumen der Besucher mit Buchweizenplinsen. „Buchweizen ist früher viel angebaut worden und wir haben ihn uns extra aus Burg geholt, um etwas Traditionelles anzubieten“, sagt Birgit Stramke. Auch im Backhaus duftet es verführerisch. Dort backen Höllberghof-Projektleiterin Martina Werner und Angelika Wirth von den Spinntefrauen leckere Hefekuchen.