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| 14:29 Uhr

Noch vor Silvester
Romantischer Jahresausklang am Luckauer Weinberg

Zum stimmungsvollen Jahresabschluss des Weinjahres 2017 trafen sich Helfer, Freunde und Interessierte am Luckauer Weinberg.
Zum stimmungsvollen Jahresabschluss des Weinjahres 2017 trafen sich Helfer, Freunde und Interessierte am Luckauer Weinberg. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Helfer, Freunde und Nachbarn von Winzer Jürgen Rietze treffen sich seit 2004 jährlich im Dezember.

Kräftig lodern die Flammen des Lagerfeuers am Mittwochabend neben den Rebstöcken vor den Toren der Gartenstadt. Wohlige Wärme breitet sich aus. Das Sonnenwendefeuer gehört seit 2004 zum festen Ritual des Luckauer Winzers im Nebenerwerb Jürgen Rietze. Diesmal findet es einige Tage später statt, ist sozusagen ein Termin zum Jahresausklang, um mit Helfern, Nachbarn und Freunden als Dankeschön ein paar besinnliche Stunden zu verbringen.

Leckeren Winzerglühwein aus den weißen und roten Trauben hat Jürgen Rietze nach eigenem Rezept zubereitet und reicht einen Becher nach dem anderen an die Umstehenden aus. Seine Schwester Annette Seinwill hat heißen Kaffee, Naschwerk, Schmalz und Brot mitgebracht. Schwager Roland Seinwill kümmert sich um das Feuer. Jeder trägt seinen Teil zum Gelingen bei, wie es auch bei der Weinlese ist. „Jeder hat seine Aufgabe, ich schneide die Trauben ab und lege sie in den Eimer, ein anderer holt die Eimer und füllt damit den großen Kübel“, beschreibt Karl-Heinz Neumann die Arbeitsteilung unter den zehn bis 15 Helfern im Herbst.

Er hilft seit vielen Jahren auf dem Luckauer Weinacker mit. „Schon vorher bin ich hier unterwegs, wenn die Trauben freigelegt werden, damit sie nochmal so richtig Sonne bekommen“, erzählt der Luckauer. Nach der Ernte hat Karl-Heinz Wechsung an den Rebstöcken Hand angelegt, genauer gesagt die Schere angesetzt. „Zwei oder drei Triebe bleiben, hier treiben sie nächstes Frühjuahr aus und zwischen den zwei Drähten wachsen sie hoch“, erläutert der Hobbygärtner, einigen interessierten Zuhörern. „Ich habe damals schon mit Ernst Rietze angefangen, den Wein fachgerecht zu schneiden und ihn damit zu erziehen“, blickt er auf die Anfänge zurück.

Heike Thugut-Pohl ist aus Lübben gekommen, um Jürgen Rietze persönlich kennen zu lernen und sich noch ein paar Tipps für ihre eigenen Weinanbau- und Herstellungsversuche zu holen. Zwei Rebstöcke habe sie voriges Jahr erworben, „und in diesem Jahr hatte ich die erste Ernte, 15 Liter Wein habe ich im Ballon angesetzt“, erzählt die Lübbenerin durchaus stolz.

Von Jürgen Rietze erfährt sie, dass der Luckauer Weinacker 0,7 Hektar groß ist und 3500 Rebstöcke darauf wachsen. Vier verschiedene Sorten gedeihen hier. Johanniter und Solaris sind  weiße Trauben, Acolon und Regent die zwei roten Sorten. Jeweils einen trockenen und einen halbtrockenen Wein ergibt das laut Jürgen Rietze.

In diesem Jahr sei die Ernte jedoch so gering gewesen, dass sich eine Abfüllung in der Kelterei nicht lohne. „Der Frost im April hat schon erste Einbußen gebracht  und im Herbst gab es innerhalb weniger Tage viel Vogelfraß. Erst kamen die Stare und nachts auch noch die Waschbären zum Fressen“, erzählt Jürgen Rietze. So werde es keinen 2017er Jahrgang Luckauer Weine geben.