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Rollenspiele im Lübbener Schloss

Museumsmitarbeiterin Corinna Junker (r.) und eine Besucherin haben beide eine historische Kopfbedeckung aufgesetzt. Die fiktive Reise durch die Jahrhunderte sorgt offenbar für Spaß.
Museumsmitarbeiterin Corinna Junker (r.) und eine Besucherin haben beide eine historische Kopfbedeckung aufgesetzt. Die fiktive Reise durch die Jahrhunderte sorgt offenbar für Spaß. FOTO: Andreas Staindl
Lübben. Das Stadt- und Regionalmuseum stellt ein neues museumspäda gogisches Angebot vor, das auch von Familien genutzt werden kann. Andreas Staindl

Das Stadt- und Regionalmuseum im Lübbener Schloss bewahrt Geschichte - und die soll jetzt noch erlebbarer werden. Wie das umgesetzt werden kann, davon konnten sich Besucher am Sonntagnachmittag ein Bild machen. Der 40. Internationale Museumstag war ein guter Anlass, um Geschichte der Niederlausitz einmal anders erlebbar zu machen.

Corinna Junker, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Einrichtung, lud die Gäste zu Rollenspielen ein. Ein Kettenhemd anlegen, eine mittelalterliche Haube probieren oder etwa einen Hut der 1920e-Jahre tragen, vielleicht eine schwere Perücke überstülpen. "Wer möchte, kann sich gern in die jeweilige Zeit hineinversetzen", sagte Corinna Junker. Eine Besucherin war mutig. Sie legte das schwere Kettenhemd an. Ohne Hilfe ging das nicht. Jetzt noch ein Schwert in die Hand, und der Ritter ist bereit für den Kampf. Das sah lustig aus, machte aber deutlich, dass die Ritter früher ziemlich schwer zu tragen hatten. Wer möchte, kann im Lübbener Museum die gesamte Rüstung anlegen. Doch das ist eine Nachbildung und aus leichtem Material. Ohnehin sind die Kleidungsstücke keine Originale, doch sie machen eine fiktive Reise durch die Jahrhunderte möglich.

Zwei Aufsteller mit ausgeschnittenen Köpfen bieten die Chance für ausgefallene Fotos. Der Lübbener Hans-Richard Groschke und seine Frau Ingrid haben sie angefertigt. Wer durch das Loch der Aufsteller schaut, schlüpft in die Rolle eines Burgfräuleins oder eines Markgrafen. Durchaus ein beliebtes Fotomotiv, wie sich schon am Sonntag herausstellte. Von Hans-Richard Groschke stammt auch das Modell des Schlossbezirks, das ebenfalls im Museum zu sehen ist. Es zeigt das Areal im Jahre 1875 und ergänzt sich mit den jetzt angeschafften Requisiten sowie den Schautafeln zur Geschichte des Schlosses.

Eine Spende der Mittelbrandenburgischen Sparkasse (MBS) hat das Projekt möglich gemacht. Es ist der Anfang eines museumspädagogischen Konzepts, das weiter ausgebaut werden soll, wie die Museumsleiterin Christina Orphal sagte. "Wir wollen Schulklassen und anderen Gruppe Geschichte auf spannende Art näher bringen", ergänzt Corinna Junker. "Sie können sich beispielsweise ihr eigenes Wappen gestalten und anfertigen." Geschichte interessant vermitteln und spielerisch umsetzen, darauf zielt das museumspädagogische Konzept ab. Ein Geheimtipp auch für Kindergeburtstage: Dann nehmen die Gäste an der großen Rittertafel im Wappensaal Platz, wie die wissenschaftliche Mitarbeiterin erklärt. Wer Lust auf Rollenspiele und erlebbare Geschichte im Lübbener Schloss hat, meldet sich bei den Museumsmitarbeitern aufnehmen.

Zum Thema:
Wer das Angebot "Geschichte erleben" kennenlernen will, kann sich an das Stadt- und Regionalmuseum Lübben, Ernst-von-Houwald-Damm 14, Telefon 03546 187478, wenden. Geöffnet sind die Dauerausstellung (zur Geschichte der Stadt Lübben, des Altkreises Lübben sowie der Niederlausitz) und die Sonderausstellung "Trachtenreigen und Geselligkeit" (verlängert bis 18. Juni) mittwochs bis sonntags von 10 bis 17 Uhr.