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| 01:13 Uhr

Rollen bis Wildau-Wentdorf

Amt Dahme.. Idyllisch durch Wald und Flur zieht sich der jüngste Abschnitt der Fläming-Skate von Dahme bis Wildau-Wentdorf. Drei Rastplätze sollen unterwegs zur Pause einladen. Mit einem Fest am 10. Juli wird die rund 15 Kilometer lange Strecke offiziell für Skater und Radler frei gegeben. Von Carmen Berg

Noch ist die beauftragte Firma aus Eggersdorf bei Restarbeiten an den Banketten. „Aber Abends und an den Wochenenden ist auf der Bahn schon mächtig was los“ , haben Landwirte von den Feldern beobachtet. „Die Arbeiten liegen im Zeitplan, und mit der Ausführung sind wir sehr zufrieden“ , lobt Andreas Weiher, der Projektkoordinator für die Skate beim Landkreis Teltow-Fläming. Der Kreis ist Bauherr des Groß-Projektes, das in drei Jahren auf einen Gesamtumfang von weit mehr als 200 Kilometern angewachsen sein soll. 2003 wurde der Abschnitt von Hohenseefeld über Niendorf nach Dahme fertig. Mit der Strecke bis Wildau-Wentdorf will man nun den Anschluss herstellen an den Nachbarkreis Dahme-Spreewald.
Die Radler und Roller erwartet feinster Asphalt auf zwei Metern Breite, der durch idyllische Landschaft führt. Start ist am Quellweg in Dahme. Wo es bislang nur Feldwege gab, geht es weiter in Richtung Prensdorf. Weiträumige Ausblicke eröffnen sich auf Getreidefelder, Wiesen und Windmühlen. Von Prensdorf aus führt die Skate an die Landesstraße in Richtung Golßen heran, begleitet sie ein Stückweit, bevor sie in Höhe der Oberförsterei rechts herum um Liebsdorf führt. Auf der Weiterfahrt bis Wildau-Wentdorf verläuft ein Teilstück auch durch den Wald. Hinter der Zwillingsgemeinde an der Kreisgrenze endet vorerst der Fahrspaß. „Wir hoffen, dass unser Projekt auf die Nachbarn, die bisher andere Prioritäten setzten, Initialwirkung hat“ , sagt Andreas Weiher.
1,1 Millionen Euro kostet der Abschnitt von Dahme nach Wildau-Wentdorf. Er wird gefördert aus dem Topf für ländliche Struktur-Entwicklung. Aber auch der Landkreis greift trotz Geldnot in die Tasche. „Ohne politisieren zu wollen, muss man dem Kreistag dankbar sein, dass er so engagiert hinter der Fläming-Skate steht“ , sagt Andreas Weiher.
Die Skate-Region in Europa zu werden, ist das ehrgeizige Ziel, das Tel tow-Fläming verfolgt. „Das wird noch harte Knochenarbeit für die nächsten Jahre“ , weiß der Projektkoordinator. Aber durch die unerwartet hohe Resonanz schon im ersten Jahr fühle man sich in dieser Vision bestärkt. „Die ersten Erfahrungen haben zudem gezeigt, dass nicht jeder lange Strecken absolvieren kann und möchte“ , erklärt Weiher. „Uns war schnell klar, dass wir Vernetzungen brauchen.“

Dahmer Raum aufgewertet
Der Dahmer Raum am Südzipfel des Landkreises sei zunächst nur als eine Art Durchgangsstation zu den kreislichen Radwegeanbindungen nach Dahme-Spreewald und Elbe-Elster ins Auge gefasst gewesen, blickt Andreas Weiher zurück. Doch habe sich gezeigt, es sei hier viel mehr drin.
Bereits geplant ist eine Anbindung des Erholungsgebietes Körbaer Teich. „Wir gehen davon aus, dass sie 2005, spätestens 2006 kommt“ , ist Andreas Weiher zuversichtlich. Noch mehr von Bedeutung wird ein drei Meter breiter und etwa sieben Kilometer langer Rundkurs speziell für Rollstuhlfahrer sein, der von Dahme über Rosenthal und Schwebendorf führt und 2005 in die Planung geht. Solch ein Kurs sei ein touristisches Novum, weiß der Projektkoordinator. Als Bauzeit ist 2006/2007 anvisiert. Zwar sei schon die „normale“ Skatebahn für Rolli-Fahrer, die mit ihren Gefährten oder dem Hand-Bike fit sind, gut zu nutzen, sagt Andreas Weiher. Doch nicht jeder Behinderte schaffe das. Auf dem kleinen Rundkurs sei es beispielsweise kein Problem für Begleitpersonen, die Rollis zu schieben.

Eigeninitiative gefragt
Die Projekt-Väter in Teltow-Fläming sind fest überzeugt davon, dass sich durch die Skate in einigen Jahren der Tourismus bis in den Südzipfel hinein enorm entwickeln wird. Am Beispiel Wildau-Wentdorfs mit seiner romantischen, aber geschlossenen Gaststätte Damm-Mühle wird zugleich ein Problem deutlich: „Wir bauen die Bahn. Ob die Gäste dann kommen, wird aber maßgeblich von der Tatkraft des anliegenden Gewerbes, vom Engagement vor Ort abhängen“ , sagt Andreas Weiher.
Sein Tipp deshalb: Sich einzubringen in den neuen Förderverein Fläming-Skate, der schon über 30 Mitglieder hat. Gemeinsam werden hier Aktivitäten entwickelt. Kontakte entstehen, die zu Kooperationen führen.