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| 16:26 Uhr

Streit um Baum-Verschnitte
Obstbauer urteilt: „Stümperhaft“

Stark gestutzt sind die Obstbäume im Laga-Park. Zu stark und „stümperhaft“, wie Gärtnermeister Horst Fechner urteilt.
Stark gestutzt sind die Obstbäume im Laga-Park. Zu stark und „stümperhaft“, wie Gärtnermeister Horst Fechner urteilt. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Luckauer sehen bei Rodungen im Laga-Park Eckebrechts Gestaltungskonzept in Gefahr. Von Carmen Berg

Umfangreiche Rodungs- und Verschnittarbeiten im Laga-Park sorgen bei den Luckauern weiter „für einen Aufschrei“,  wie es Stadtverordnete Ursula Rothe (Die Linke) am Dienstagabend vor dem Bauausschuss formulierte. „Die Leute wollen wissen, was da los ist“, sagte sie. Wie die RUNDSCHAU berichtete, wurden die Arbeiten von der Landesgartenschau-Gesellschaft beauftragt. Geschäftsführer Jörg Kirstein nannte sie nötig für die Sicherheit der Besucher und für die Sanierung des Bestandes. Er verwies auf ein Gutachten, wonach in der Vergangenheit  „die üblichen Pflegemaßnahmen auf einem geringen Niveau durchgeführt“ worden seien.

Ein  Nachholebedarf war auch im Fachausschuss unstrittig. Zweifel wurden an der fachgerechten Ausführung sowie am Umfang laut. Besonders in der Kritik steht der  Verschnitt auf der Streuobstwiese. Joachim Bretschneider sagte in der Bürgerfragestunde: „Ich kann mir nicht vorstellen, dass das, was dort zu sehen ist, das Ergebnis eines qualifizierten Gutachtens sein soll.“ Er sah wie weitere Redner die Lebensleistung des Landschaftsarchitekten und Luckauer Ehrenbürgers Heinz Eckebrecht in Frage gestellt, der zur Landesgartenschau 2000 die Parkanlagen geplant und den Aufbau begleitet hatte.

Für Laien sei es schwierig, die Rodungen fachlich zu beurteilen, räumte Ursula Rothe ein. Um so wichtiger wäre es gewesen, den Bürgern im Vorfeld zu erläutern, was aus welchen Gründen vorgesehen sei.

Für die RUNDSCHAU hat sich am Mittwoch Horst Fechner die Streuobstwiese angesehen. Der 83-Jährige aus Groß Beuchow ist Gartenbaumeister in den Fachrichtungen Obstbau und Baumschule. Den Laga-Park kennt er schon seit seiner Aufbauphase. Sein Fazit:  „Es tut mir in der Seele weh, wie diese Bäume beschnitten wurden.“ Der Verschnitt sei „stümperhaft ausgeführt“.  Zur Begründung zeigt Horst Fechner diverse stehen gebliebene Stubben an den Ästen, die kein Auge mehr haben, um neu auszutreiben. „Sie müssen entfernt werden, bevor Feuchte in den Kern zieht und für Fäulnis und Baumkrebs sorgt.“ Größere Wunden hätten schon nach dem Schneiden mit Baumwachs verschlossen werden müssen, sagt er.

Für das Frühjahr bleibe einiges zu tun, blickt er voraus. So werde dem starken Rückschnitt ein starker Austrieb von Wasserreisern folgen. Behutsamer vorzugehen und längere Äste zu belassen, wäre für Horst Fechner der bessere Weg gewesen. Kaputt gehen werden die Obstgehölze zwar nicht, darin stimmt er mit Geschäftsführer Jörg Kirstein überein. Doch etwa acht Jahre könnten vergehen, bis die gestutzten Exemplare wieder ansehnliche Bäume sind, lautet seine Prognose.

Weniger prekär sieht er die von Lesern ebenfalls beklagte Radikalkur der Hecken am Spielplatz. „Sie wachsen relativ schnell nach“.

Roland Heine (UWG/FDP) erklärte im Ausschuss, bei Eingriffen in gestalterische Elemente des Park-Konzeptes von Heinz Eckebrecht müsse der Aufsichtsrat der Laga-GmbH informiert sein. „Eckebrechts Grundsätze müssen gewahrt bleiben“, forderte er.