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Rockiges im Luckauer Capitol

Zu den Klängen von "Lenmontree", intoniert von Sandra Koßatz, führte Irina Albrecht mit ihren Schülerinnen eine Trainingsetüde vor.
Zu den Klängen von "Lenmontree", intoniert von Sandra Koßatz, führte Irina Albrecht mit ihren Schülerinnen eine Trainingsetüde vor. FOTO: Birgit Keilbach/bkh1
Luckau. (bkh1) Ein etwas anderes Musikschulkonzert als bisher üblich, war Freitagabend im Luckauer Capitol zu erleben. Nicht die Klassik stand im Mittelpunkt, sondern populäre sowie weniger bekannte Rock- und Poptitel, stimmungsvolle Solostücke und nachdenkliche Songs. Birgit Keilbach

Jugendliche und erwachsene Musikschüler sowie Nachwuchstänzerinnen boten ein stimmungsvolles und abwechslungsreiches Konzert.

Schwungvoll eröffneten es die Tänzerinnen der Kreismusikschule sowie des Tanzateliers Spreewaldkäfer unter Leitung von Irina Albrecht mit einer Choreografie zu "Hey Baby". Die Eleven setzten während des Abends noch mehrmals Akzente zwischen den Auftritten der verschiedenen Duos, Solisten und Schülerbands verschiedener Altersgruppen.

Darunter die Luckauer "Band ohne Namen", wie Musiklehrer Lutz Neumann die von ihm geleitete noch junge Formation launig betitelte. Gesanglich unterstützte Paula Huth die Luckauer Nachwuchsmusiker und beeindruckte mit zwei Solo-Songs. Wie viel Potenzial in den jungen Musikern steckt, ließen die Lübbener Schülerbands "Ilka & Lotti" und die schon etwas länger gemeinsam spielenden "Early Birds" heraushören. Viel Beifall erhielten auch Amy Zernia für ihre melodischen Lieder zur Gitarre, Sara Pense für ihr stimmungsvolles Saxofonspiel sowie Nguyen Trung-Hieu und Florian Gurran für ihre gefühlvollen Klaviersoli.

Felix Lehmann wiederum bewies am Mikrofon allen, dass ein Handicap kein Hinderungsgrund ist, mit ausdrucksvoller Stimme und passender Gestik die Herzen der Zuhörer zu erobern. "Der Gesangsunterricht bei Frau Hoffmann hat sich ausgezahlt", freute sich dessen Oma Sonja Lehmann über den Auftritt ihres Enkels. Das Konzert sei "eine super Idee und auch die anderen Darbietungen haben mir gut gefallen", ergänzte die Alt Zaucherin.

Wie es rockt, wenn Erwachsene wieder zu den Instrumenten greifen, die sie früher einmal gelernt haben, erlebte das Publikum mit dem Auftritt der "Rock Sleepers" aus Lübben. Und auch die gemischt aus jungen und erwachsenen Musikern besetzte Band "Takt 61" zog die Zuhörer in ihren Bann. Die zur Musik vorgeführte Trainings-Etüde der Tänzerinnen mit ihrer Lehrerin Irina Albrecht war ein Experiment. Ein geglücktes, wie der Beifall im Saal zeigte.

Die 15-jährige Sandra Koßatz aus Golßen spielt seit einem halben Jahr bei "Takt 61" auf dem Schlagzeug. "Für mich ist das total befreiend und es macht mir einfach auch richtig Spaß", sagte sie.

Julia Huth aus Berlin gefielen die neuen Ideen für das Musikschulkonzert. Sie war besonders gespannt und begeistert von ihrer Schwester, "weil sie ein Lied singt, das eigentlich zwei sehr kräftige Männer singen." Mutter Ulrike Huth fand schön, dass auch Erwachsene zu hören waren und "die Tänze zur Live-Musik waren eine gute Idee, die Einblick gab, wie so ein Training abläuft", so der Eindruck der Schönwalderin.

Überrascht von der guten Resonanz war Lutz Neumann: "Wir wollten Leuten, die Live-Musik lieben, ein entspechendes Angebot machen. Dass so viele kommen, hätte ich nicht gedacht." Besonders dankbar sei er Ingo Wolff und seinem Team für die Unterstützung mit Licht und Technik.

Rock-Pop-Jazz-Konzerte veranstaltet die Kreismusikschule bereits seit einiger Zeit in Königs Wusterhausen. "Wir wollten das im Süden schon immer machen, doch es scheiterte bisher am geeigneten Veranstaltungsort", sagte Musikschulleiterin Jutta Rosenthal. Das Luckauer Capitol eigne sich gut. "Und Ingo Wolff hat mit seinen Lichteffekten und der Saalgestaltung in diesem sonst recht nüchtern wirkenden Raum für das richtige Ambiente gesorgt."

"Vielleicht hat manch Zuhörer heute Lust bekommen, selbst Live-Musik zu machen", hofft Shawue-Bandleader Lutz Neumann. Für die neue Konzertreihe in Luckau und Lübben sei es auf jeden Fall ein guter Start gewesen.