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Robbie Williams nackt

Peter Müller (re.) erklärt den Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour die Herstellung eines Werbeprodukts. Der Werkleiter führte die Besucher gestern durch die Schoepe Display GmbH in Dahme.
Peter Müller (re.) erklärt den Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour die Herstellung eines Werbeprodukts. Der Werkleiter führte die Besucher gestern durch die Schoepe Display GmbH in Dahme. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Dahme. Die Schoepe Display GmbH ist bekannt. Fast jeder hat zumindest schon Produkte der Firma gesehen, zumindest beim Einkaufen. Andreas Staindl / asd1

Doch wie werden die Werbeaufsteller, Werbeverpackungen & Co, die hochwertigen Displays, eigentlich hergestellt? Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour durften gestern hinter die Kulissen schauen. Etwa 40 Interessierte waren dabei.

Leider keine jungen Leute, wie der Geschäftsführer Andreas Grathwohl ein wenig bedauerte. Das Unternehmen sucht nämlich händeringend Nachwuchs. Kurzentschlossene könnten sich gern noch melden, auch wenn das neue Ausbildungsjahr gleich beginnt. "Wir wollen etwa Packmitteltechnologen ausbilden, finden aber keine geeigneten Bewerber in Dahme", sagt Werkleiter Peter Müller. Er führte gestern eine der drei Besuchergruppen durch den Betrieb. Was auffällt: Trotz hochmoderner Anlagen und Maschinen ist der Anteil der Handarbeit sehr hoch. Das erklärt auch, dass allein am Standort des Unternehmens in Dahme 170 Leute arbeiten, wie der Geschäftsführer sagt. Zu Zeiten des Vorgängerbetriebs in der DDR seien 65 Frauen und Männer gewesen, die beim damaligen Volkseigenen Betrieb (VEB) Feinkartonagen beschäftigt waren.

Inzwischen ist die Mitarbeiterzahl deutlich höher. "Ich bin erstaunt, wie viele Menschen hier beschäftigt sind", sagt Siegrid Zieke aus Rosenthal. "Schön, dass es für sie Arbeit in der Region gibt." "Wir haben derzeit wahnsinnig viel zu tun", sagt Andreas Grathwohl. Deshalb werde auch nachts gearbeitet. Es wird geklebt, gefaltet, gestanzt, zusammengesetzt und verpackt, in Hochregale einsortiert und später auf große Transportfahrzeuge verladen. Bis zu zehn Lkw mit Werbeprodukten verlassen täglich das Werk in Dahme.

Das Unternehmen produziert für viele bekannte Firmen aus den unterschiedlichsten Bereichen. Spielwaren, Kosmetik, Schreibwaren, Getränke, Küchengeräte, Elekronik und vieles mehr wird mit den Aufstellern der Schoepe Display GmbH beworben - und das weltweit. "Alles, was wir herstellen, soll die Leute zum Kauf animieren", sagt Peter Müller.

Er nahm die Besucher mit auf den Weg, den auch das Rohmaterial geht, wenn es den Betrieb durchläuft. Aus Wellpappe und Karton werden in zahlreichen Schritten Werbeverpackungen, Werbeaufsteller, sogenannte Displays, und 3-D-Standfiguren von Stars und Sternchen.

Robbie Williams ist gerade in Arbeit. Der Sänger wird nackt präsentiert, allerdings ohne alles zu zeigen. Werbung halt. Schoepe Display entwickelt, plant, entwirft, setzt Ideen um. "Ich bin begeistert, was alles möglich ist", sagt Martin Schüler aus Schöna-Kolpien. "Die Führung war sehr interessant. Schön, dass ich mir den Betrieb mal anschauen durfte."

Etwa 90 Minuten haben sich der Geschäftsführer, der Werkleiter und Andreas Kaiser gestern für die Teilnehmer der RUNDSCHAU-Sommertour Zeit genommen. Und nicht nur das. Zum Abschied durfte jeder Besucher einen kleinen Werbeaufsteller in eigener Sache mit nach Hause nehmen. "Lausitzer RUNDSCHAU-Sommertour 2017" steht über dem Bild, dass das Rathaus in Dahme zeigt. Auf dem Fuß aus Pappe ist "Schön, dass sie da waren" zu lesen, inklusive eines Werbeschriftzugs des Unternehmens.

"Wenn die Leute etwas mit nach Hause nehmen, bleiben wir länger in Erinnerung", begründet Peter Müller die nette Geste. Sie zeigt aber auch, wie flexibel die Firma selbst auf kleinste und sehr individuelle Aufträge reagieren kann. Für ihre Leistungen hat die Schoepe Display GmbH schon zahlreiche Ehrungen und Preise erhalten.

Gestern gab es Beifall für die kompetenten Führungen und die Erkenntnis, dass die große weite Welt zumindest in der Illusion auch in Dahme zu Hause ist.