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| 18:29 Uhr

LR-Sommertour
Riesen-Eier und putzige Straußenküken

 Interessante Details über das Straußenei vermittelte Nicole Schmall (r.) zu Beginn der RUNDSCHAU-Sommertour.
Interessante Details über das Straußenei vermittelte Nicole Schmall (r.) zu Beginn der RUNDSCHAU-Sommertour. FOTO: Birgit Keilbach
RUNDSCHAU-Sommertour führte durch die Straußenfarm bei Rüdingsdorf. Von Birgit Keilbach

45 wissbegierige Besucher kamen zur RUNDSCHAU-Sommertour am Donnerstag auf die Straußenfarm „Jambo“. Insgesamt drei Straußenfamilien leben derzeit auf dem Hof, dazu eine Gruppe einjähriger Strauße.

Schon auf dem Weg zum Haus ist die erste Familie zu sehen. Mitten im Gehege sitzt eine Henne, zwei stehen nahebei. „Hier wird noch gebrütet“, erläutert Inhaberin Nicole Schmall. Sechs Wochen dauert die Brutzeit. Hennen und der Hahn teilen sich das Brüten. „Das Brutgeschäft ist anstrengend, denn sie müssen aktiv eine konstante Temperatur und das Nest trocken halten; bei 35 Grad Celsius im Schatten ebenso wie bei Regen und Gewittern“, erläutert Nicole Schmall. Ob es eine Rangfolge in den Familien gebe, will ein Besucher wissen. Ja, der Hahn suche sich eine Lieblingshenne und die anderen ordneten sich entsprechend unter, gibt sie Auskunft.

 Ganz nach an den Zaun locken ließen sich die imposanten Vögel beim Füttern, besonders für die Kinder eine spannende Sache.
Ganz nach an den Zaun locken ließen sich die imposanten Vögel beim Füttern, besonders für die Kinder eine spannende Sache. FOTO: Birgit Keilbach

Im Nachbargehege sind die Küken bereits geschlüpft. 14 putzige Mini-Strauße laufen schon recht sicher den Hennen nach, immer etwas Schatten unter den elterlichen Flügeln findend. Hier dürfen die Großvögel von den Kindern gefüttert werden. Natürlich nur in gebührendem Abstand. Nicole Schmall gibt eine kleine Portion Pellets in eine Kelle mit langem Stiel und schon naht eine der Hennen. Auch Marc Majevicz schiebt die Kelle durch den doppelten Zaun. Kräftig pickt sie mit ihrem Schnabel das Futter. Der Achtjährige hält die Kelle gut fest.

 Nicht nur die großen Laufvögel, auch die Minischweine begeisterten die Sommertour-Teilnehmer während des Rundgangs.
Nicht nur die großen Laufvögel, auch die Minischweine begeisterten die Sommertour-Teilnehmer während des Rundgangs. FOTO: Birgit Keilbach

In den ersten 14 Tagen lernen die Jungtiere von ihren Eltern alles, was sie für ihr weiteres Leben brauchen, zum Beispiel auch, dass sie Steine fressen müssen, um die Nahrung im Magen zu zermahlen. „Sie fressen anfangs auch den Kot der Eltern. Dieser ist dann grüner als sonst und enthält ganz viele Mikroben, die die Abwehrkräfte stärken. Außerdem enthält er viele Proteine“, bringt Nicole Schmall die Besucher zum Staunen. Auch erwachsene Tiere würden  ihren Kot fressen, vor allem wegen der Proteine. Ansonsten fressen die Strauße alles, was auf der Wiese wächst. Speziell auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Pellets erhalten sie ergänzend.

Die Jungtiere kommen nach 14 Tagen in den Küken-Kindergarten. So könne mit entsprechender Fütterung das optimale Wachstum gewährleistet werden. „In den ersten zwei Monaten wachsen sie täglich zwei Zentimeter. Und sie fressen den ganzen Tag lang“, erzählt Nicole Schmall. Außerdem gewöhnten sich die Jungen dabei an sie, was die künftigen Begegnungen stressfreier werden lasse.

Neben den Straußen entdecken die Besucher während des Rundgangs auf der Farm noch Damhirsche mit zwei Kitzen. Honigbienenkästen stehen in dem kleinen, bewaldeten Teil. Alpakas haben ein Stück weiter ein großes Gehege und sind gerade ihre Wolle losgeworden. Diese lasse sich schwer verspinnen, sei aber für Allergiker empfehlenswert, weil in ihr keine Mikroben leben, erläutert die Farmchefin. Ein besonderes Minischwein lebt auf dem Hof. „Hektor denkt, er ist ein Hund, und er bellt auch.“ Er sei von Hand aufgezogen worden und hatte seinen Lieblingsplatz auf Hündin Bungees Bauch, erläutert Nicole Schmall den Grund. Die anderen Minischweine leben gemeinsam in einem weiteren Gehege und auch bei ihnen ist Nachwuchs zu entdecken.

„Ich war neugierig auf die Strauße und hätte nicht gedacht, dass  hier so viele andere Tiere leben“, sagt Silvia Karge aus Luckau. Besonders für Kinder sei die Anlage herrlich. „Das war alles interessant, die kleinen Enten im Teich haben mir besonders gefallen“, bestätigt dies Ferienkind Marc Majevicz, der mit seiner Oma Monika Zacher aus Luckau gekommen ist. Gundolf Schmidt aus Sachsen hat die Sommertour als Familienausflug genutzt. Mutter Eva aus Kreblitz kennt die Geschichte des Grundstücks noch aus ihrer Kinderzeit und kann sich an den Brand des Wohnhauses 1945 erinnern. „Ich bin überrascht, wie viel sich noch hinter den Straußen verbirgt“,  war Gundolf Schmidt angetan. Gabi und Heinz Bauer waren als Rüdingsdorfer schon oft auf dem Hof, wollten aber einmal eine Führung erleben. „Ich kenne das noch von früher. Die LPG hatte hier Ställe, Wiesen und Felder. Jetzt ist das hier ein richtig schönes Fleckchen Erde“, resümiert Gabi Bauer.

Samstags und sonntags hat die Straußenfarm im Sommer von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Im Hofladen lassen sich viele Straußen-Produkte entdecken, und das gastronomische Angebot umfasst Herzhaftes aus Straußenfleisch sowie Süßes zur Kaffeezeit.