"Es ist Halbzeit beim Vorhaben, das in absehbarer Zeit vollendet sein wird", sagt Beate Riek vor zahlreichen Gästen. Es sei ein langer Weg gewesen von der Vision über Planung, Finanzierungsaufbau und Abstimmung mit der Denkmalpflege bis zum Baustart im April. Die Bauherrin dankt der Niederlausitzer Sparkasse sowie den öffentlichen Förderern für das Vertrauen. Bund und Land unterstützen die rund zwei Millionen Euro teure Sanierung mit rund 745 000 Euro aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz. Die Stadt ist mit 185 000 Euro im Boot.

Viele Gewerke sind derzeit beim Innenausbau zugange. In das alte Hospital ziehen zwei Wohngemeinschaften für ambulant betreutes Wohnen mit neun und zehn Plätzen sowie eine teilstationäre Tages- und Nachtpflege für zwölf Tages- und sechs Nachtgäste ein.

Als Herzstück sieht Beate Riek ihren ambulanten Pflegedienst, der im Februar als Dreier-Team startete und ab Mitte September mit fünf Mitarbeitern einen wachsenden Kundenstamm im Raum Luckau-Lübbenau betreut. Weiteres Pflegepersonal wird gebraucht, wenn auch die Menschen im neuen Komplex an der Lindenstraße versorgt werden sollen. Beate Riek zufolge können sich interessierte Fachkräfte gern näher informieren unter Telefon 03544 5563535 oder Telefon 0171 1729945.

Spuren der Geschichte

Das Baudenkmal gehört zu Luckaus ältesten Häusern. Eine Urkunde aus dem Jahr 1361 verweist bereits auf das Spital, damals vor dem Sandoer Tor gelegen. Archäologen stießen unter dem barocken Walmdach auf Mauern der ehemaligen Hospitalkirche. Im Fahrstuhlschacht fanden sie eine meterdicke Mauer aus dem Mittelalter. Außergewöhnlicher Fund sei zudem eine Fußbodenheizung vom Beginn des 20. Jahrhunderts, die fachgerecht abgedeckt worden sei und erhalten werde, so die Bauherrin.

Brandenburgs Bauministerin Kathrin Schneider (SPD) hebt wie die Redner nach ihr den Mut der Investorin hervor, denn trotz Förderhilfe sei die Sanierung "ein harter Brocken". Das Luckauer Projekt stehe dafür, dass Denkmalschutz nicht allein die Rettung von historischen Gebäuden zum Ziel hat. "Wir möchten erreichen, dass die zukünftige Nutzung ein Beitrag zur Daseinsvorsorge und zur Belebung der Altstädte ist", so die Ministerin.

Dahme-Spreewalds Landrat Stephan Loge (SPD) bedauerte seinen gescheiterten Vermittlungsversuch bei der "größten Sparkasse Brandenburgs". Ein Nachbarinstitut sei offenbar eher bereit gewesen, den verlässlichen Menschen hinter dem Projekt zu sehen. Der geplante Angebots-Mix im Hospital sei beachtenswert, größere Träger könnten davon lernen, so der Landrat.

Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) sieht das Richtfest am Haus auch als Fest für Luckau. Während der Leerstandsjahre habe es immer wieder Interessenten am Objekt gegeben, doch nur eine, die die Herausforderung dann auch annahm.

Wohnhaus zum Abschluss

Die künftigen Nutzer können an der Lindenstraße gemeinsam Alltag erleben. Für Leute mit Lust am Werkeln sind eine Hof-Werkstatt, Handarbeitsstübchen und ein Garten vorgesehen. Abgerundet wird das Ensemble von sechs altersgerechten Wohnungen in einem Mehrfamilienhaus aus DDR-Zeiten auf dem Gelände. Der Umbau dafür beginnt laut Beate Riek im Oktober.

Zum Thema:
Erwähnt als Spital bereits 1361, wurde das Haus nach einem Brand im 30-jährigen Krieg 1702 wieder aufgebaut. Die Seitenflügel dienten der Unterkunft bedürftiger alter Leute, im Mittelhaus war die Hospitalkirche, wo noch bis Anfang der 1950er Jahre Gottesdienste stattfanden. Später wurde die Kircheneinrichtung ausgelagert und das Altenheim erweitert. 1996 zogen die Bewohner in das neue Seniorenzentrum an der Berste um.