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| 14:35 Uhr

Ich kaufe regional
Genuss aus der Region im Regal

Marktleiterin Undine Handke präsentiert eine Auswahl an regionalen Produkten, die im Golßener Rewe-Markt zu finden sind.
Marktleiterin Undine Handke präsentiert eine Auswahl an regionalen Produkten, die im Golßener Rewe-Markt zu finden sind. FOTO: LR / Anja Brautschek
Golßen. Rewe Markt in Golßen setzt auf lokale Produkte und soziales Engagement für die Region.

Die Region hat kulinarisch allerhand zu bieten. „Scharfes Gelb“ aus Senftenberg, Leinöl von der Kanow-Mühle, Säfte von der Spreewaldmosterei aber auch saisonales Obst und Gemüse können in der Lausitz frisch und direkt vom Erzeuger gekauft werden. Doch nicht nur Auf Märkten oder an den Produktionsstätten gibt es die Waren. In Supermärkten wie der Rewe-Markt in Golßen sind regionale Produkte ebenfalls immer häufiger zu finden. „Wir möchten dem Kunden so viel wie möglich an regionalen Produkten anbieten“, sagt Marktleiterin Undine Handke. Von frischen Erdbeeren des Erdbeerhofes Niewitz, Äpfel des Waldrehnaer Bauern Walter Wittig bis zu bekannten Artikeln der Golßener und Vetschauer Wurstwaren oder von „Spreewaldrabe“ hat über die Jahre im Markt ein breites Sortiment an regionalen Produkten ihren Platz gefunden.

Doch bis das Produkt vom Bauern ins Regal kommt, müssen logistische und organisatorische Herausforderungen überwunden werden. Täglich bekommt der Rewe-Markt in Golßen frische Ware. Mehrmals am Tag werden die Lebensmittel und Haushaltsartikel aus dem Lager um- und ausgepackt und in die Regale einsortiert. Der Kunde hat dabei die Auswahl aus bis zu 25 000 Produkten. „Gerade in ländlichen Regionen ist es aus meiner Sicht wichtig, dass der Kunde zum Einkaufen nicht viel herum fahren muss. Aus diesem Grund achten wir auf eine große Vielfalt“, sagt Undine Handke. Ziel sei es, dass der Kunde im Geschäft alles findet – vom Alltäglichen bis zum Besonderen. Immer häufiger werden dabei auch vegetarische und vegane Produkte nachgefragt. „Wir haben unser Sortiment dahingehend ausgeweitet“, erklärt die Marktleiterin. Ständig ist sie auf der Suche nach neuen, regionalen Lieferanten. Im Laden sind sie durch gelbe Etiketten, einem besonderen Logo und einem Traktor an der Preis-Tafel erkennbar. Besonders in der Obst- und Gemüse-Abteilung findet sich je nach Saison mittlerweile eine große Vielfalt an heimischen Produkten. „Vor allem regionale Gurken werden extrem nachgefragt“, sagt sie .

Mit den lokalen Anbietern ist sie im ständigen Kontakt. Undine Handke besucht regelmäßig Produktionsstätten und tauscht sich mit den Unternehmern aus. Denn der Aufwand, ein regionales Produkt in einer Supermarkt-Kette zu platzieren, ist hoch. Jedes Produkt muss sich einer sogenannten QS-Zertifizierung unterziehen, um die Produktsicherheit zu gewährleisten. Mit diesem Programm wird die gesamte Wertschöpfungskette eines Produktes überprüft. Das beginnt beim Futter- oder Düngemittel und endet bei der Präsentation im Handel. „Das ist ein enormer Aufwand gerade für kleinere Unternehmen. Deswegen unterstützen wir, wo wir können“, sagt Undine Handke. Der Rewe-Konzern hat eine Mitarbeiterin für diese Aufgabe abgestellt. Sie ist im Kontakt mit lokalen Lieferanten und hilft, wenn möglich, bei der Zertifizierung.

Durch die Kooperationen mit lokalen Händlern sind zudem einzigartige Produkte entstanden. Die Radke OHG, die Rewe-Märkte in Lübbenau und Senftenberg betreibt, arbeitet seit dem vergangenem Jahr unter anderem mit dem Waldrehnaer Apfelbauer Wittig und der Hosenaer Mosterei zusammen. So ist ein Apfelsaft entstanden, den es nur in den Märkten in Senftenberg, Lübbenau, Golßen zu kaufen gibt. Auch exklusive Sorten des Eierlikörs „Scharfes Gelb“ wurden so entwickelt. „Wir heben uns dadurch von anderen ab. Das schafft noch mehr Individualität“, sagt Undine Handke.

Für die Marktleiterin endet Regionalität jedoch nicht an der Ladentür. Sie setzt sich seit vielen Jahren auch für die Region ein. Sie beteiligt sich daher an Veranstaltungen wie dem Gurkentag und spendet Waren an die Luckauer Tafel. Für Vereine hat sich die Marktleiterin außerdem ein besonderes Angebot einfallen lassen: Zeigt ein Feuerwehr-Kamerad, die Golßener Karnevalisten oder die Sportler des SV Golßen ihren Mitgliederausweis an der Kasse vor, so gibt der Markt zwei Prozent des Warenwertes an den Verein zurück. Je mehr Mitglieder demnach über das Jahr einkaufen, desto mehr sponsort Rewe an den Verein. Die Aktion läuft bereits seit drei Jahren und werden von den Vereinen gut angenommen. „Das ist eine Win-Win-Situation für beide Seiten. Ich finde es wichtig, Institutionen, die sich für die Nachwuchsförderung einsetzen, zu unterstützen“, sagt Undine Handke. Aus diesem Grund beteiligt sie sich zudem jedes Jahr mit einer Wette an Weihnachtsmarkt. Der Einsatz kommt einem Verein oder einer Institution der Stadt zu Gute.

Doch trotz des Fokus auf die Region ist im Golßener Markt auch ein globales Denken immer häufiger gefragt. Der touristische Aufschwund der Region wird auch in Golßen erkennbar. Immer häufiger betreten auch internationale Gäste das Geschäft. Vor allem durch das nahegelegene Tropical Islands kommen Touristen nach Golßen. „Aus diesem Grund möchte ich künftig die Mitarbeiter insbesondere sprachtechnisch weiter schulen“, sagt Undine Handke. Insgesamt arbeiten 27 Mitarbeiter in dem 2015 neu errichteten Rewe-Markt. Sie sorgen für den reibungslosen Ablauf im Geschäft. Dazu gehört neben dem Kassieren, dass jeder Mitarbeiter beherrscht, auch das Beraten von Kunden, das Zubereiten von frischen Salaten sowie die Organisation vom Wareneingängen oder dem Pfandsystem. „Handel bedeutet mehr als nur Regale einräumen. Es ist ein abwechslungsreicher Beruf“, sagt Undine Handke.

Mit gelben Aufklebern oder Schilden und dem besonderen Logo kann der Kunde regionale Produkte wie diese Champignons erkennen.
Mit gelben Aufklebern oder Schilden und dem besonderen Logo kann der Kunde regionale Produkte wie diese Champignons erkennen. FOTO: LR / Anja Brautschek
Schon im Markt-Eingang wird der regionale Charakter deutlich: im Eingangsbereich sind die Äpfel des Waldrehnaer Apfelbauern Walter Wittig platziert.
Schon im Markt-Eingang wird der regionale Charakter deutlich: im Eingangsbereich sind die Äpfel des Waldrehnaer Apfelbauern Walter Wittig platziert. FOTO: LR / Anja Brautschek
Ich kaufe regional 4c
Ich kaufe regional 4c FOTO: LR