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| 17:16 Uhr

Reiterfest
Reiternachwuchs schnuppert erste Wettkampfluft

Schon die Jüngsten sitzen sicher im Sattel. Der Führzügelwettbewerb war einer von mehreren Prüfungen während des Reitertags am Samstag in Wildau-Wentdorf.
Schon die Jüngsten sitzen sicher im Sattel. Der Führzügelwettbewerb war einer von mehreren Prüfungen während des Reitertags am Samstag in Wildau-Wentdorf. FOTO: Andreas Staindl
Wildau-Wentdorf. Reitertage in Wildau-Wentdorf finden großen Anklang. Von Andreas Staindl

Junge Reiter brauchen Herausforderungen. Sie wollen sich mit anderen Sportlern messen, ihre eigenen Fähigkeiten überprüfen und zeigen, was sie gemeinsam mit ihrem Pferd schon gelernt haben. Der Reit- und Fahrverein Dahmer Land bietet ihnen diese Möglichkeit. Er veranstaltet seit mehr als zwei Jahrzehnten Reitertage in Wildau-Wentdorf.

Am Samstag fand die 22. Auflage statt. Teilnehmer aus zahlreichen Vereinen waren dabei – weniger aus der Region, dafür mehr aus Berlin und dem Umland wie die Mitorganisatorin Birgit Lehmann sagt: „Wir haben Reitvereine zu Gast, die noch nie bei uns waren. Sie schätzen offenbar das familiäre Flair unserer Veranstaltung.“ Klar, Wildau-Wentdorf ist ein Dorf. Hektik und Stress einer Großstadt gibt es dort nicht. Dafür aber Menschen, denen der Reiternachwuchs am Herzen liegt.

Peter Lehmann nennt es „Basisarbeit“. Der Vorsitzende des Reitvereins in Wildau-Wentdorf bringt Kindern und Jugendlichen seit Jahren die Grundlagen des Reitens bei. Die Jüngsten gehen noch nicht mal zur Schule – da sitzen sie schon im Sattel. Für sie und die nur wenig älteren Anfänger gibt es mit der Führzügelklasse einen eigenen Wettbewerb. Für die jungen Reiter zwischen vier und zehn Jahre eine gute Gelegenheit, Turnierluft zu schnuppern. Sie können zeigen, dass sie korrekt auf dem Pferd sitzen und mit dem Vierbeiner schon leicht traben können. Am Samstag in Wildau-Wentdorf hat das gut geklappt. Zoe Falkowski vom Gastgeberverein war eine der jüngsten Teilnehmer, die sich dem Publikum präsentiert haben.

Für die älteren Reiter standen verschiedene andere Wettbewerbe auf dem Programm. Springen, Dressur, Ride & Run und anderes waren zu absolvieren. Etwa 100 Starts gab es. „Ich bin damit zufrieden“, sagt der Chef des Gastgebervereins.

Erstmals fand ein Geländeritt während des Reitertags im kleinen Dorf in der Gemeinde Dahmetal statt. Diese Prüfung ist Teil eines Vielseitigkeitswettbewerbs. „Dem Land Brandenburg fehlt Nachwuchs in dieser Disziplin“, sagt Peter Lehmann. „Deshalb werden bei einigen Reitertagen jetzt Geländeritte ins Programm aufgenommen. Der Landestrainer hat auch uns darum gebeten, um junge Leute für das Vielseitigkeitsreiten zu begeistern.“ Zehn Teilnehmer haben sich der Herausforderung am Samstag gestellt – einige von ihnen zum ersten Mal. Auch für Paula Paschirbe vom Gastgeberverein war es eine Premiere. Sie meisterte den Parcours mit den Hindernissen aus Naturmaterial souverän, gewann sogar den Geländeritt.

Zahlreiche Zuschauer verfolgten die Wettbewerbe, die von Michael Stehr wie gewohnt fachlich exzellent moderiert und begleitet wurden. Er hatte ebenso wie die verantwortlichen Richterinnen Ilona Straßburger und Ramona Pede Anteil daran, dass der Reitertag gut über die Bühne ging. Doch ohne die vielen fleißigen Helfer wäre die Veranstaltung erst gar nicht möglich wie Birgit Lehmann sagt. „Der Aufwand ist enorm und nur zu meistern, wenn viele Leute im Vorfeld und am Wettkampftag selbst mit anpacken.“

Zudem hatte die Agrargenossenschaft Wildau-Wentdorf erneut eine Fläche für die Pferdesportwettbewerbe zur Verfügung gestellt. Auch der Heimatverein des Dorfes hat sich eingebracht. Er hatte gemeinsam mit dem Reit- und Fahrverein „Dahmer Land“ zum Reiterball am Samstagabend eingeladen. „Reiterbälle waren früher immer der Abschluss eines Reitertags“, erzählt Peter Lehmann. „Wir knüpfen daran an.“ Dem Ruf als „Dorf des Pferdesports“ ist Wildau-Wentdorf ohnehin erneut gerecht geworden.