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| 17:19 Uhr

Zwischenbilanz
Regional – ohne Obst und Gemüse

 Auch ein Gärtnerstand war auf dem Heimatmarkt in Luckau zu entdecken. Frauke und Charly Hoffmann aus Kiel nahmen Pflanzen mit und erhielten von Gerhard Raschke noch manchen Tipp.
Auch ein Gärtnerstand war auf dem Heimatmarkt in Luckau zu entdecken. Frauke und Charly Hoffmann aus Kiel nahmen Pflanzen mit und erhielten von Gerhard Raschke noch manchen Tipp. FOTO: Birgit Keilbach
Heimatmarkt in Luckau lud am Samstag zum Bummeln ein. Der Besucherstrom blieb überschaubar. Von Birgit Keilbach

Einheimischen Produzenten eine Plattform bieten, auf der sie ihre handgemachten Produkte den Kunden aus der Umgebung anbieten können, das ist die Idee hinter der Initiative „Regional geMacht“. Seit 2015 finden regelmäßig Heimatmärkte in der Spreewaldregion statt. Ein Jahr später stieg auch Luckau ein, um mit dem Regionalmarkt an vier Samstagen von Mai bis September die Attraktivität für Einwohner und Gäste der Stadt zu erhöhen. Doch die Zahl der Händler entwickelte sich rückläufig. „Kamen im Juli 2017 noch 15 Händler, waren es im vorigen Jahr nur noch acht“, blickt Luckaus Ordnungsamtleiter Thomas Schäfer in die Statistik. Auch im August habe es nur acht Marktstände gegeben, und im September zog die Verwaltung die Reißleine. Vier Händler hatten sich angemeldet, zwei sagten kurzfristig ab. „Wir wollen den Besuchern mit dem Heimatmarkt ein breites Spektrum und Qualität bieten, damit sie ein schönes Einkaufserlebnis haben. Zwei Händlerstände sind kein Markt“, erläutert Thomas Schäfer.

Der Trend habe sich auch in den anderen Städten abseits der Touristenströme abgezeichnet. Von den ursprünglich sieben Standorten blieben vier übrig. Lübben und Burg mit vier Märkten, Calau veranstaltete einen im Juni, und Luckau halbierte die Zahl. Der Mai-Termin wurde beibehalten, „weil der Markt im Frühjahr immer am stärksten besetzt und frequentiert war“, Das habe sich auch diesmal bestätigt.

Für den zweiten Heimatmarkt am Samstag hatten zehn Händler ihre Stände aufgebaut. Das Spektrum war durchaus vielfältig. Kulinarisch reichte es von frischem Ziegenkäse über Honig, Fruchtaufstriche und Luckauer Wein bis zu Käsespezialitäten. Sommerpflanzen hatte ein Gärtner mitgebracht, handwerklich gefertigte Körbe und Hüte sowie Dekoratives, verknüpft mit Märchen und scharfe Marken-Schneidewerkzeuge für Küche und Haushalt konnten die Marktbesucher außerdem entdecken. Frisches Obst und Gemüse fehlte allerdings völlig, und auch der handgeröstete frische Kaffee war diesmal nicht zu haben. „Der Händler mit der Büffelbratwurst hat leider kurzfristig abgesagt“, informierte Thomas Schäfer. So ging auch die Idee mit der längeren Verweildauer an den aufgestellten Tischen und Bänken nicht auf. „Wir wollten frisches, regionales Gemüse kaufen und sind sprachlos, wie wenig Stände es sind“, beschrieb Sabine Franke aus Mutterstadt in Rheinland-Pfalz ihren Eindruck. Die Idee mit den regionalen Produkten sei „total klasse, wir kaufen sie gern“, ergänzte Partner Ulrich Kliemczak. So nahmen sie handgemachte Marmelade aus Hohenleipisch mit.

Die Händler waren dennoch zufrieden. „Wir hatten eine gute Nachfrage, zu uns kommen auch Stammkunden aus den umliegenden Städten“, sagte Ronny Zerber. Er war mit dem Werksverkauf der Gubener Hutmoden zum zweiten Mal in Luckau. „Die Architektur der Häuser hier ist sehr schön, und das trägt viel zur Atmosphäre bei“, nannte er ein Kriterium.

Auch für den Luckauer Weinanbauer Jürgen Rietze gab es am Stand gute Gespräche. „Hier läuft es heute besser als zuletzt in Burg und Lübben“, schätzte er ein. Nebenan konnten die Kunden gleich den passenden Käse zum Luckauer Roten mitnehmen. Jürgen Weiland aus Doberlug-Kirchhain ließ die Besucher erfolgreich verschiedene Käsesorten aus der Alpenregion verkosten. „Luckau ist immer sehr dankbar, ich komme gern hierher.“

Britta Meyer aus Schönwalde war auch zufrieden. Ihr gefalle die Atmosphäre in Luckau gut, „und man merkt heute, dass ein bisschen mehr Werbung gemacht wurde“, sagte die Hobbyimkerin. Mit seinen Messern, Scheren und weiteren Werkzeugen für Küche und Haushalt war Ronny Klinkmüller erstmals in Luckau. „Die Atmosphäre ist entspannt, die Kunden haben samstags Zeit für Gespräche“, resümierte er. Etwas überrascht davon, dass doch recht viele Einheimische Blumen für ihren Garten gekauft haben, zeigte sich Erich Raschke aus Nuthe-Urstromtal, der mit seinem Bruder Gerhard aus Uckro ein Sommersortiment mitgebracht hatte. Allerdings habe der Kundenstrom nach einem Hoch in den ersten 90 Minuten kontinuierlich nachgelassen. Dann kamen die Touristen. Frauke und Charly Hoffmann aus Kiel zum Beispiel. Sie machen Campingurlaub am Hindenberger See und suchten nach einem Geschenk. Eine Taglilie nahmen sie mit. „Besonders erstaunt waren wir über die Kirche, das ist ja ein Dom“, sagte Frauke Hoffmann. Nun wollen sie Luckau noch einmal besuchen.