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| 02:43 Uhr

Rathaus-Fusion im Visier

Langengrassau. Heideblicks Gemeindevertreter sind verärgert über die Art und Weise, wie Luckaus Bürgermeister seinen Vorschlag zu einer Verwaltungsfusion in die Öffentlichkeit getragen hat. Birgit Keilbach / bkh1

Ihren Unmut brachten sie während ihrer Sitzung am Montagabend deutlich zum Ausdruck. "Niemand von der Gemeindevertretung hat davon etwas gewusst, wir haben davon erst in der Zeitung gelesen. Ich missbillige ein derartiges Vorgehen über die Presse von Luckauer Seite", kritisierte die Vorsitzende der Gemeindevertretung, Renate Kalweit (AWGH). "Absolut enttäuscht" von dieser Verfahrensweise zeigte sich Dietmar Becker (CDU). "Wenn ich jemanden heiraten will, dann rede ich selbst mit dem gewünschten Partner", machte er seinem Ärger Luft. Er habe kein Verständnis dafür, diesen Weg über die Presse zu gehen, statt eines persönlichen Kontaktes und damit das Inhaltliche kaputt zu machen. Prof. Claus König verurteilte diese Art und Weise gleichfalls. Er sprach sich für einen Dialog auf Augenhöhe aus. "Luckaus Bürgermeister Lehmann ist willkommen zu Gesprächen", sagte der Vorsitzende der CDU-Fraktion.

Anlass der Diskussion ist ein RUNDSCHAU-Beitrag vom 28./29. Januar, in dem der Luckauer Verwaltungschef Gerald Lehmann (parteilos) angesichts rückläufiger Einwohnerzahlen in beiden Kommunen eine Zusammenarbeit der Verwaltungen vorschlägt, um die Arbeit effizienter zu gestalten. Gemeinsamer Verwaltungssitz solle das Luckauer Rathaus sein. Die Zusammenarbeit von Verwaltungen zu vertiefen, hält in dem Beitrag auch Heideblicks Bürgermeister Frank Deutschmann (parteilos) für sinnvoll. Einen gemeinsamen Verwaltungssitz in Luckau jedoch nicht, denn die Bürger bräuchten kompetente Ansprechpartner vor Ort.

Luckaus Bürgermeister Lehmann erklärte nun auf RUNDSCHAU-Nachfrage, dass ihn die Entwicklung der Einwohnerzahlen zum lauten Nachdenken brachten. "Heideblick hat in den vergangenen 20 Jahren rund 1000 Einwohner verloren und Luckau auch. Ich habe nur versucht, zum gemeinsamen Nachdenken über die Region anzuregen und wie wir die Kräfte in den Verwaltungen bündeln könnten", sagte er. Er habe einen Denkanstoß geben wollen, der nicht als Affront gegenüber Heideblick verstanden werden sollte und auch nicht mit Annexionsgedanken verbunden sei. Deshalb könne er die Reaktion der Gemeindevertreter nicht verstehen. Zu Gesprächen mit der Gemeindevertretung sei er grundsätzlich bereit. "Hier pflichte ich den Heideblickern bei, über Details sollten wir uns im persönlichen Gespräch austauschen", fügte Gerald Lehmann an.