Bereits im Februar haben sich Vorstandsmitglieder der Kreisverbände Calau und OSL (Altkreis Senftenberg) in einer Privatwohnung zu einem ersten "Abtasten" getroffen. Roland Lautenbach appelliert, sich Gesprächen nicht zu verschließen. "Im Landkreis Elbe-Elster sind vier Verbände zu einem zusammengeschlossen worden, in Berlin haben sich die Züchter von drei zu einem Verband formiert", berichtet er. Uwe Jurischka, Vorsitzender des Kreisverbandes Calau, lässt anklingen, dass ein Zusammenschluss seit Längerem auch von Landrat Siegurd Heinze favorisiert wird. Der Lübbenauer verweist auf den Altersdurchschnitt und das Arbeitspensum. "Eine Fusion sollte nicht von vornherein ausgeschlossen werden", betont er. Schnellschüsse dürfe es nicht geben, mahnt Joachim Schammler. "Ein Zusammenschluss muss sorgfältig ausgearbeitet werden, auch hinsichtlich der beiden Kassen", so der Altdöberner. Er begrüßt den Vorschlag des Kreisverband-Kassierers, Horst Balzer, die Kassen aufzulösen und von jedem Beitragsmitglied des dann gemeinsamen Verbandes zehn Euro Aufnahmegebühr entgegenzunehmen. Das würde zu einer fairen Behandlung der doch unterschiedlich großen Kreisverbände beitragen.

Zählt der Calauer Verband fünf Vereine und 82 Rassekaninchenzüchter, so sind es beim Kreisverband OSL 13 Vereine mit 140 Mitgliedern. "Wir sind offen für weitere Gespräche. Die Ermächtigung dafür haben wir auf der zurückliegenden Verbandssitzung ausgesprochen bekommen", sagt Mike Büttner, Vorsitzender des Kreisverbandes OSL und des Kleintierzuchtvereins Schwarzbach. Früher oder später führe kein Weg an einer Fusion vorbei. Der 52-Jährige sieht dadurch auch eine Chance, die Qualität von Ausstellungen zu stabilisieren. "Es schmerzt, wenn Züchter ihre Arbeit einstellen und dadurch immer mehr Rassen verloren gehen. Alleingänge sind wenig Erfolg versprechend, wenn wir die Vielfalt und das Niveau erhalten wollen", bemerkt Mike Büttner. Der Schwarzbacher sieht das auch aus dem Blickwinkel seiner Funktion als stellvertretender Abteilungsleiter für Jugendarbeit im Landesverband Berlin-Brandenburg. "Wir wollen Kinder und Jugendliche neugierig für dieses Hobby machen. Noch besitzen wir erfahrene Züchter, die ihr Handwerk verstehen und ihr Wissen an den Nachwuchs weitergeben können", warnt er, den Zusammenschluss nicht unnötig auf die lange Bank zu schieben. Dass die Zusammenarbeit funktioniert, zeigen bereits regelmäßige Gegenbesuche und Teilnahmen an Ausstellungen dies- und jenseits der alten Kreisgrenzen. Daran soll angeknüpft werden: Am 13./14. August kommt es in Calau zu einer gemeinschaftlichen Kreisjungtierschau. Die Kreisschau am 5./6. November, in Vetschau, soll abermals für Züchter aus beiden Kreisverbänden offen stehen. Mit der Anregung von Züchtern, anknüpfende Gespräche mit dem Kreisverband OSL in den Arbeitsplan der Calauer Verbandes aufzunehmen, wurden Samstagvormittag Wege für weiterführende Dialoge geebnet.

Im Rahmen der Jahreshauptversammlung des Kreisverbandes Calau gab es für die Zuchtfreunde Josef Wagner (81) und Klaus Pillmann (76) besondere Urkunden. Auf der Landesversammlung sind die beiden Urgesteine mit dem Titel "Meister der Rassekaninchenzucht" geehrt worden. Als Einzigen vor ihnen gelang diese Auszeichnung dem Zuchtfreund Horst Balzer aus Altdöbern.