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| 17:00 Uhr

Regionales Entwicklungskonzept
Aus Theorie wird Praxis

Der Schlabendorfer See soll im Rahme des REK weiter touristisch erschlossen werden. Mit dem Radweg-Bau zwischen Wanninchen und Fürstlich Drehna soll dazu im kommenden Jahr der Startschuss fallen.
Der Schlabendorfer See soll im Rahme des REK weiter touristisch erschlossen werden. Mit dem Radweg-Bau zwischen Wanninchen und Fürstlich Drehna soll dazu im kommenden Jahr der Startschuss fallen. FOTO: LMBV
Luckau. Erste Projekte des Regionalen Entwicklungskonzeptes sind in Luckau angeschoben. Von Anja Brautschek

Vom Spreewald aus mit dem Rad bis zum Natur-Erlebniszentrum Wanninchen – Das könnte in anher Zukunft möglich werden. Das Regionale Entwicklungskonzept (REK), dass die Städte Luckau, Lübbenau, Calau und Vetschau gemeinsam entwickelt haben, sieht unter anderem ein umfangreiche Radwegenetz in der Niederlausitzer Tagebaufolgelandschaft vor. Was in der Theorie im April dieses Jahres vorgestellt wurde, soll nun schrittweise Realität werden.

Aus diesem Grund sind laut Bauamtsleiter Michael Krüger die ersten Projekte bereits angeschoben. Sowohl Luckau, Calau als auch Lübbenau haben die ersten Fördermittel-Anträge gestellt. Entstehen soll unter anderem ein Radweg zwischen Wanninchen und Fürstlich Drehna. Über zehn Kilometer soll dieser vom Natur- Erlebniszentrum aus entlang des Schlabendorfer Sees über Bergen bis zum Wasserschloss führen, wobei der letze Abschnitt nach Fürstlich Drehna in einem separaten Bauvorhaben erschlossen wird. Einen Zuwendungsbescheid über 80 Prozent der Planungskosten hat die Stadt Luckau bereits vom Land Brandenburg erhalten. Noch in diesem Jahr soll ein Großteil der Planungen abgeschlossen werden, damit im kommenden Jahr der Bau beginnen kann. Bis 2020 soll das Vorhaben abgeschlossen sein.

Mit der Gemeinde Heideblick und dem Amt Kleine Elster, dessen Verwaltungsbereiche der Radweg durchqueren wird, hat Luckau bereits die notwendigen Vereinbarungen geschlossen. Demnach übernimmt Luckau die kommunalen Aufgaben in diesem Bauprojekt. Dazu gehören unter anderem die Klärung von Eigentums- oder bergbaurechtlichen Fragen. Heideblick und Kleine Elster beteiligen sich jedoch an den Gesamtkosten, die laut aktuellen Hochrechnungen rund 1,7 Millionen Euro betragen werden. 

Für den Bau soll ein vorhandener Schotterweg genutzt und für den Radtourismus ausgebaut werden. „Das ist unser Grundgerüst für das Kernradwegenetz“ erklärt Michael Krüger. Von dem rund 234 Kilometer langen, landkreisübergreifenden  Radnetz muss etwa die Hälfte neu erschlossen, oder vorhandene Wege saniert werden. Allein für dieses Leitprojekt wird mit Gesamtkosten von mehr als 20 Millionen Euro gerechnet.

Parallel dazu wird auch die touristische Entwicklung des Schlabendorfer Sees weiter vorangetrieben. Die LMBV will dort im kommenden Jahr Schäden an der Marina beseitigen. Aufgrund eines hohen Wasser-Pegelstandes und Rutschungen der Innenkippen sind Hafeneinfahrt und Funktionsgebäude in den verganenen zehn Jahren in die Jahre gekommen und zum teil beschädigt worden. Die Gewässernutzung ist nach wie vor nur eingeschränkt möglich. Dennoch werden erste Ideen für Übernachtungsmöglichkeiten oder Verweilbereiche und den künftigen Ausbau der Marina entwickelt. Aufgrund der schützenswerten Natur in der Tagebaufolgelandschaft soll am Schlabendorfer See der Windbetriebene Wassersport ausgebaut werden. Dazu soll in Zukunft unter anderem eine Wakeboard- und Wasserskianlage entstehen. „Wir wollen keine Konkurrenz zum Spreewald werden, sondern eine touristische Ergänzung“, sagt der Bauamtsleiter.

Denn nicht nur in der Planung der einzelnen Projekte, auch in dessen Umsetzung ziehen die vier Kommunen an einem Strang. Ein Umsetzungsrat mit Vertretern aller beteiligten Kommunen hat sich bereits zusammengefunden und ermöglicht einen engen Austausch. „Früher hat jeder sein eigenes Süppchen gekocht. Mit dem Regionalen Entwicklungskonzept wurden erstmals kommunenübergreifende Projekte entwickelt“, sagt Michael Krüger. Um den Überblick über die Vielzahl an Projekten zu behalten, soll sich künftig  ein Projektmanager darum kümmern. Dafür stellt das Luckauer Bauamt einen neuen Mitarbeiter ein. 50 Prozent seiner Arbeitszeit werden für die Leitung und Lenkung von REK-Projekten abgestellt.