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| 15:25 Uhr

Verkehr
Es rollt gut auf dem neuen Radweg

Der 2,2 Kilometer lange Radwegzwischen Golßen und Zützen ist eingeweiht.  Auch die Zützener Freizeitradlerinnen um Ortsvorsteherin Christa Schmidt (2.v.l.) freuen sich jetzt über die sichere Verbindung.
Der 2,2 Kilometer lange Radwegzwischen Golßen und Zützen ist eingeweiht. Auch die Zützener Freizeitradlerinnen um Ortsvorsteherin Christa Schmidt (2.v.l.) freuen sich jetzt über die sichere Verbindung. FOTO: LR / Carmen Berg
Golssen/Zützen. 15 Jahre mussten die Bewohner von Golßen und Zützen auf einen sicheren Radweg an der vielbefahrenen B96 waren. Seit Mittwoch rollt es reibungslos auf der neuen Radlertrasse. Von Carmen Berg

Es wird eng auf dem neuen Radweg, der Golßen mit dem Ortsteil Zützen verbindet. Zur offiziellen Einweihung am Mittwochvormittag kommen viele Bürger mit dem Drahtesel.  Sie feiern den Abschluss einer beinahe unendlichen Geschichte, an den mancher kaum noch geglaubt hatte. Immerhin lagen zwischen der Idee und der Umsetzung des Vorhabens mehr als 15 Jahre. Das hat die Baumaßnahme in der Region zu etwas Besonderem gemacht.

Seit dem Jahr 2002 bemüht sich Zützen um die sichere Verbindung an der stark befahrenen Bundesstraße 96. In vielen Gesprächen beim Landesbetrieb für Straßenwesen hatten Golßens Bürgermeister Hartmut Laubisch, Zützens Ortsvorsteherin Christa Schmidt und deren Amtsvorgänger Hans-Christoph Läbe auf die Trasse gedrängt – im Gepäck mehrere Hundert Unterschriften der Bürger sowie überzeugende Zahlen. Für 2025 prognostizieren Verkehrsplaner auf der B 96 rund 4000 Fahrzeuge am Tag.

Heiner Brzezinski, Pensionswirt aus Golßen, spendiert einen Wegweiser zum Radweg, den er Ministerin Kathrin Schneider und Bürgermeister Hartmut Laubisch überreicht.
Heiner Brzezinski, Pensionswirt aus Golßen, spendiert einen Wegweiser zum Radweg, den er Ministerin Kathrin Schneider und Bürgermeister Hartmut Laubisch überreicht. FOTO: LR / Carmen Berg

„Wegen der Leitplanken auf beiden Seiten war ein Ausweichen vor den Lastern unmöglich.  Man musste Angst haben, über den Haufen gefahren zu werden“, sagt die Zützenerin Helga Radke. „Wenn die Enkel ins Golßener Schwimmbad wollten, ging das nur über Sagritz“,  ergänzt Heidemarie Walter. Bürgermeister Laubisch sagt: „Es ist fast ein Wunder, dass kein Radfahrer auf der Straße zu Tode kam.“

Nachdem schließlich die Vorplanung vorlag und die Bauerlaubnisverträge mit privaten Flächeneigentümern unterschrieben waren, verzögerten im November 2016 Naturschutzbedenken erneut das Vorhaben. Dem Landkreis sei es gelungen, alle Verantwortlichen an einen Tisch zu holen, sodass auch diese Hürde genommen wurde, blickt der Bürgermeister zurück.

Das Hick-Hack hat sich auch der Verein „Zukunft Heimat“ zunutze gemacht. Das Bündnis, das durch seine ablehnende Haltung zur Asylpolitik bekannt geworden ist, brachte sich als Kämpfer für den Radweg in Stellung und organisierte regelmäßige Fahrraddemos. Für Mittwochabend lud der Verein auf Transparenten zu einer alternativen Eröffnungsfeier für die Trasse ein.

Neben dem Druck von Kommunalpolitikern und Bürgern nennt Brandenburgs Infrastrukturministerin Kathrin Schneider (SPD) finanzielle Gründe, die den Bau schließlich möglich machten. In der laufenden Legislaturperiode seien die Mittel für Radwege verdoppelt worden.

In die 2,2 Kilometer lange Verbindung zwischen Golßen und Zützen hat das Land 1,3 Millionen Euro investiert. Zwei neue Brücken wurden über die Dahme und den Kaulschen Graben gebaut sowie vier Durchlässe errichtet. In Zützen erhielt die Kreuzung der Bundesstraße mit der Kreisstraße 6146 außerdem eine neue Deckschicht. In der Ortslage Zützen wurde der Weg als gemeinsamer Rad- und Gehweg gebaut.

Eine Herausforderung sei der morastige Untergrund gewesen, so die Ministerin. Hier habe sich der trockene Sommer günstig ausgewirkt. Nicht erst zum November, wie beim ersten Spatenstich vor einem Jahr angekündigt, sondern bereits zwei Monate früher wurde das Vorhaben fertig. So können die Bürger in der laufenden Radsaison davon noch profitieren. Die Freizeit-Radlergruppe um Helga Radke nutzt das gern. „Zwar muss man sich an die Kurven gewöhnen, aber es fährt sich gut.“