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Radweg kommt – aber verspätet

Die Bundesstraße 96 zwischen Zützen und Golßen ist viel befahren. Doch der Bau des neuen Radweges lässt weiter auf sich warten.
Die Bundesstraße 96 zwischen Zützen und Golßen ist viel befahren. Doch der Bau des neuen Radweges lässt weiter auf sich warten. FOTO: Daniel Friedrich
Golßen. Die Fertigstellung des Radweges von Zützen nach Golßen wird auf Herbst 2018 verschoben. Grund ist die Bodenbeschaffenheit. Doch auch die Ausschreibung ist noch nicht durchgeführt. Daniel Friedrich

"Ein Bauende im Dezember 2017 kann nicht eingehalten werden", verkündete der Dezernatsleiter des Landesbetrieb Straßenwesen-Süd, Steffen Kleiner, am Montagabend vor den Golßener Stadtverordneten. Stattdessen geht er nunmehr von einer Fertigstellung im Herbst 2018 aus. Damit geht die Posse um den 2,2 Kilometer langen Radweg von Zützen nach Golßen in eine weitere Runde.

Grund für die erneute Verschiebung sei der "anspruchsvolle Baugrund". Laut Dezernatsleiter Kleine sind Vorschüttungen notwendig und damit verbunden eine Liegezeit. Dämme müssten sich setzen und die zwei Betonbrücken aushärten. "All das führt dazu, dass sich die Bauzeit verlängert."

Die Stadtverordneten reagierten mit Unverständnis: "Schockiert" sei er, sagte Gerd Pietrzok (SPD), Vorsitzender des Golßener Bauausschusses. "Wir müssen uns irgendwann mal auf eine Aussage verlassen können. Dieser Weg ist doch kein Jahrhundertbauwerk", kritisierte er. Dezernatsleiter Steffen Kleiner entgegnete, dass er "nicht unzufrieden" mit dem neu gesteckten Ziel sei. Immerhin sei die Versagung des Baurechts aus Naturschutzgründen im Herbst 2016 (die RUNDSCHAU berichtete) eine "Vollbremsung im Galopp" gewesen. Diese Verzögerung nun wieder einzufangen, inklusive einer Bauzeit über den Winter, sei eine Herausforderung.

Bleiben soll es unterdessen bei der Ausschreibung des Bauvorhabens, die ab der kommenden Woche europaweit durchgeführt wird. Sollte es beim Vergabeverfahren zu keinen Problemen kommen, werde Anfang September zunächst mit dem Erdbau begonnen. Dann folgen die Brücken. "Die meisten Firmen haben doch bereits volle Auftragsbücher oder verlangen jetzt sehr hohe Preise", hakte Marlies Mai (SPD) ungläubig nach. "Wir gehen davon aus, dass die Bauwirtschaft den Markt genau beobachtet und die bevorstehenden Bauvorhaben kennt", meinte Steffen Kleiner dazu.

Nach der Stadtverordnetenversammlung kündigte der umstrittene Verein "Zukunft Heimat" aus Zützen weitere Demonstrationen für den Radweg an. "Wir werden weiterhin Druck machen", sagte ein Vereinsmitglied.

Das Ringen um den rund 1,6 Millionen Euro teuren Radweg dauert bereits seit über zehn Jahren an. Immer wieder führten juristische Fragen zu Flächenbesitzen und Leitungsträgern sowie Finanzprobleme zu einer Verzögerung des Baubeginns.