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| 12:20 Uhr

Tolle Leistung
Raddusch kann auch Feuerwehr

Die Unter-Zehn-Jährigen aus Gahlen hatten keine Konkurrenz, aber trotzdem viel Ehrgeiz.
Die Unter-Zehn-Jährigen aus Gahlen hatten keine Konkurrenz, aber trotzdem viel Ehrgeiz. FOTO: Uwe Hegewald
Raddusch. OSL-Dorfwettbewerbssieger richtet den Vetschauer Stadtfeuerwehrtag aus

Ein Dorf kommt nicht zur Ruhe: Nach dem Landeserntefest 2017 und vor der 725-Jahrfeier (2019) erwies sich Raddusch am Samstag als aufrichtiger Gastgeber des 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtages. Anlass war das 110-jährige Bestehen der Ortswehr mit Festumzug, Eintauchen in die Historie und Feuerwehrwettbewerben mit 21 Mannschaften aus der Stadt Vetschau und ihren Ortsteilen.

„Eine schöne Zeit und eine schöne Zahl“, würdigte OSL-Kreisbrandmeister Tobias Pelzer in seinen Grußworten. Für zustimmendes Nicken in den Reihen der Radduscher sorgte er mit der Zusage, die mittelfristige Anschaffung eines neuen Einsatzfahrzeuges seitens des Landkreises so gut es geht zu unterstützen.

Bürgermeister Bengt Kanzler (parteilos) hatte selbiges Vorhaben in Aussicht gestellt. „Es wird anrollen. Wir können nur noch keinen verbindlichen Termin nennen“, so das Stadtoberhaupt. Dass das bestehende, 1992 in Dienst gestellte Fahrzeug durch ein neues getauscht wird, spiegelte sich auch in den Worten von Sebastian Lehmann (Gahlen) wieder. „Was in Raddusch und allen Wehren der Stadt Vetschau geleistet wird, ist nicht mit Geld zu bezahlen“, befand der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes OSL.

Für die Feuerwehrwettbewerbe im Löschangriff nass wechselte Sebastian Lehmann die Ausgangs- gegen die Einsatzuniform. Fällt beim Feuerwehrsport das Wort Gahlen, läuten bei allen anderen Vetschauer Wehren die Alarmglocken. In den zurückliegenden Jahren gelang es kaum einer Mannschaft dem fightenden Gahlen das (Lösch-)Wasser zu reichen. Auch am Samstag galten die erfolgshungrigen Frauen. Männer und Kinder zum engen Favoritenkreis. Und sie sollten ihrer Favoritenrolle mit drei Titeln auch gerecht werden.

Überstrahlt wurde der Stadtfeuerwehrtag von den Feierlichkeiten um das Radduscher Feuerwehrjubiläum. Bei fast einem Drittel des Bestehens zückte Gisbert Choschzick den Stift, um als Ortswehrführer 32 Jahre an der Feuerwehrgeschichte mitzuschreiben. Vor wenigen Monaten reichte er sein Ehrenamt an Tobias Kienz weiter, was jedoch nicht den generellen Rückzug aus dem Feuerwehrleben bedeutet. Am Samstag zählte Gisbert Choschzick als Mattenwart zur Kampfrichterriege oder erwies sich als erfahrener Ratgeber: „Bei Feuerwehrwettbewerben kann immer mal ein Missgeschick passieren. Wichtig ist: Ruhe bewahren und fair bleiben“, gab er beispielsweise den Mannschaften mit auf den Weg.

Dass die Radduscher Kinder (U14) zum Sieg spurteten, freute ihn und alle zuschauenden Dorfbewohner ganz besonders. Der Pokal zählte zu den schönsten Geschenken für den Ort und seine Jubiläumswehr, der außerdem zum Ehrentag so manche finanzielle Zuwendung gereicht wurde und außerdem von Hobbymaler Detlef Krüger (69) eine neu gestaltete Schützenscheibe mit Feuerwehrmotiv.

Ein Festumzug mit der Feuerwehrblaskapelle, Spreewaldtrachten und Fahrzeugflotte eröffnete den 15. Vetschauer Stadtfeuerwehrtag, bei dem Holger Neumann den ersten nennenswerten Applaus erntete. Als bei den Gahlener Bambinis (U10) beim Löschangriff eine Flasche partout nicht fallen wollte, stürzte sich der Stadtwehrführer in den Wasserstrahl und brachte diese zum Kippen.
Und das waren in Raddusch die Sieger der verschiedenen Wertungsgruppen im Löschangriff nass:

Bei den Bambinis (U10): gewann Gahlen, bei den Kindern (U14) Raddusch, bei der Jugend (Ü14) Gahlen, bei den Frauen ebenfalls  Gahlen und bei den Männern  Märkischheide.