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Willkommensbündnis
Von Kleidung bis Bewerbertraining

Die Kleiderkammer des Vereins „Mensch Luckau“ bietet ihre Hilfe einheimischen Bedürftigen und Geflüchteten an.
Die Kleiderkammer des Vereins „Mensch Luckau“ bietet ihre Hilfe einheimischen Bedürftigen und Geflüchteten an. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Hilfsangebote des Vereins „Mensch Luckau“ für Alt- und Neubürger der Gartenstadt.

Etwa 180 Geflüchtete leben zur Zeit in den Wohngebieten Am Mühlberg und An der Schanze, 115 sind in der Gemeinschaftsunterkunft in der ehemaligen Förderschule untergebracht. „Etwa ein Drittel der Migranten sind Kinder“, sagt Susanne Harms, Vereinsvorsitzende des Willkommensbündnisses „Mensch Luckau“. Der Verein kümmert sich um Geflüchtete und bietet auch einheimischen Bedürftigen Unterstützung an. „Ohne all die ehrenamtlichen Helfer wäre diese Arbeit in ihrer Vielfalt nicht möglich“, unterstreicht Susanne Harms.

Diverse Projekte wurden auf den Weg gebracht und sollen 2018 fortgeführt werden. Darunter ist die Kleider- und Möbelkammer an der Lindenstraße. Rege spenden Luckauer Kleidung, Haushaltsartikel, Elektrogeräte und Möbel, sagt Susanne Harms. Ein Team aus Einheimischen und Geflüchteten kümmert sich um den Betrieb. Möbel werden, wenn möglich, direkt von Anbieter zu Nutzer vermittelt, können jedoch auch zwischengelagert werden. Viele Geflüchtete helfen beim Transport, einer der Neu-Luckauer steuert das von einem Windparkinvestor gesponsorte Sozialmobil, erzählt die Vereinsfrau. Im Vorjahr sind laut Verein 45 Wohnungen mit gespendeten Möbeln ausgestattet worden.

„Von Luckauern für Luckauer“ steht an der Kleiderkammer geschrieben. Getreu dem Motto sei die Einrichtung für alle bedürftigen Menschen da, erklärt die Vereinschefin. Einheimische ermutigt sie, stärker davon Gebrauch zu machen.

Geflüchtete sind auch in einer Fahrradwerkstatt aktiv, wo gebrauchte Räder wieder in einen verkehrstüchtigen Zustand versetzt werden. Ein weiteres wichtiges Projekt ist der Fahrdienst für Migranten- und deutsche Kinder zu Kitas in den Ortsteilen. „Ohne dieses Angebot könnten Kinder aus Luckau, deren Eltern kein Auto und keinen Führerschein haben, die Land-Kitas nicht nutzen“, so die Vereinsvorsitzende. Für das Mobil werden dringend Kindersitze und Sitzerhöhungen gebraucht, die im Rathaus abgegeben werden können, fügt sie an.

Beliebt bei jungen Migranten sei das wöchentliche Fußballtraining, erzählt sie weiter. Als Mannschaft nehmen die Kicker an regionalen Wettbewerben teil, das nächste Mal am 13. Februar.

Sprachkurse in kleinen Gruppen sind ein weiteres Tätigkeitsfeld. Neu in diesem Jahr sind zudem die Hilfe beim Zusammenstellen von Bewerbungsunterlagen und das Bewerbertraining, kündigt Susanne Harms an. Es wird jeweils dienstags von 17 bis 19 Uhr in der Marktstraße 6 angeboten. Auch deutsche Jugendliche und Erwachsene können den Service nutzen.

Erste Erfolge verzeichnet das Willkommensbündnis, geflüchtete Menschen in Arbeit zu bringen. So leisten einige Bundesfreiwilligendienst in der Pflege mit der Option auf einen Ausbildungsplatz. Andere arbeiten in der Landwirtschaft und weiteren Branchen. Arbeit sei wichtig für die Integration, sagt Susanne Harms. Der Verein bemühe sich deshalb darum, noch mehr Migranten eine Beschäftigung in der Region zu vermitteln. „Gern zunächst in Anlernjobs, auf dem Bau oder anderswo“, sagt Susanne Harms. Gemeinsam mit dem Ordnungs- und Gewerbeamt der Stadt entstand der Vorschlag an Unternehmen, Geflüchtete zum Probearbeiten einzuladen, um sich ein Bild zu machen. Interessierten Firmen hilft der Verein bei den Behördendingen, die dafür zu erledigen sind.

Für das neue Jahr wünscht sich der Verein noch mehr Neugier zwischen Geflüchteten und Luckauern, aufeinander zuzugehen, sich kennenzulernen. Eine ganz zwanglose Möglichkeit zum Plausch bei Kaffee, Tee und Kuchen ist das Begegnungscafé in der Theaterloge an jedem ersten Sonnabend im Monat, jeweils ab 15 Uhr.

Weitere Infos zum Verein im Internet unter www.mensch-luckau.de, Telefon 0174/8948600.