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| 17:45 Uhr

Spannende Natur
Safari zu singenden Schwänen

 Faszinierende Tiere wie die singenden Schwäne sind bei Bussafaris hautnah zu erleben.
Faszinierende Tiere wie die singenden Schwäne sind bei Bussafaris hautnah zu erleben. FOTO: Naturerlebniszentrum Wanninchen / Ralf Donat
Wanninchen. Neue Projekte in Wanninchen machen die Bergbaufolgelandschaft zum Erlebnis. Von Carmen Berg

Rund 7500 Besucher verzeichnete das Heinz-Sielmann-Naturerlebniszentrum Wanninchen 2018 und damit etwa 1000 mehr als im Jahr zuvor. Gezielt seien Gäste von außerhalb beispielsweise zur Kranichsaison angereist. „Davon haben auch Gaststätten und Herbergen in der Region profitiert“, sagt Projektleiter Ralf Donat.

Maßgeschneiderte individuelle Naturerlebnisse nennt er als einen Grund für das wachsende Interesse. Kranichsafaris mit dem Kleinbus sowie eine Sechs-Seen-Safari rund um die Bergbaufolgelandschaft sollen deshalb fortgesetzt und durch Neues erweitert werden, kündigt er an. Die nächsten Touren führen am 20. und am 27. Januar zu den singenden Schwänen.

Wie der Projektleiter sagt, überwintern rund 1000 Sing- und Höckerschwäne am Schlabendorfer See und suchen Futter auf umliegenden Feldern. Hochwertige Spektive machen es Naturfreunden möglich, die Vögel bei der Balz oder auf Nahrungssuche zu beobachten, ohne sie zu stören, beschreibt er den Reiz der Ausflüge, den künftig auch Teilnehmer der Fotoseminare des Heinz-Sielmann-Zentrums genießen können. „Bisher haben wir geeignete Naturmotive bei Fußwanderungen in Zentrumsnähe gesucht, jetzt fahren wir mit den Kleinbussen gezielt spannende Stellen an“, sagt er.

Die Suche nach neuen Wegen kommt nicht von ungefähr. 2010 waren nach Rutschungen in der Bergbaufolgelandschaft zahlreiche Flächen gesperrt worden. Etwa 98 Prozent der Sielmann-Flächen dürfen seither nicht betreten werden. „Gerade deshalb ist es wichtig, den Menschen diese einzigartige Landschaft trotzdem nahezubringen“, so der Projektleiter.

Dabei helfen soll eine interaktive Dauerausstellung im Naturerlebniszentrum, die mit EU-Förderhilfe entsteht. Wer nach Wanninchen kommt, hat einen spektakulären Blick auf den Schlabendorfer See. „Aber längst nicht jeder Besucher weiß, dass an gleicher Stelle vor nicht allzu langer Zeit Bagger Kohle aus der Erde gruben, dass ganze Dörfer dem Bergbau weichen mussten oder warum Sperrschilder vor dem Betreten der Flächen warnen“, sagt Ralf Donat. Zusammenhänge zwischen dem Bergbau und einer Landschaft im Wandel sollen in der Schau erlebbar werden, deren Eröffnung im Spätsommer geplant ist. Viel Anschauliches – Bilder, Animationen – wenig Text, beschreibt der Projektleiter, was Besucher erwartet. In einer Filmanimation können sie auf Kranichschwingen über die Landschaft fliegen und von oben verfolgen, wie sich die Natur auf den Flächen entwickelt, die seit Jahren niemand mehr betreten hat.

Parallel dazu soll sich das Thema Kohle wie ein roter Faden durch die Gestaltung des Außengeländes ziehen. Ein barrierefreier Hauptweg verbindet Informations- und Mitmachpunkte zu verschiedensten Aspekten. Nicht die Big Five, die großen Fünf, wie sie Safaritouristen in Afrika suchen, sondern die Small Five sollen in Wanninchen Neugier wecken. Lebensgroß werden die eigentlich Millimeter kleinen ersten Siedler nach dem Bergbau anzutreffen sein. Darunter der Ameisenlöwe, der in Sandkegeln lebt, mit Sand nach den Ameisen wirft und als Ameisenjungfer wegfliegt. „Denn nicht nur zu Kranich und Schwan gibt es faszinierende Geschichten“, verspricht Donat.

Große Hoffnung setzt der Projektleiter in der Zukunft auf das Regionale Entwicklungskonzept für die Bergbaufolgelandschaft, das Luckau mit Nachbarregionen aufgestellt hat. Ein Mutmacher, dass es nicht beim beschriebenen Papier bleibt, sei der geplante Radweg zwischen Fürstlich Drehna und Wanninchen. „Naturtourismus in einer einzigartigen Landschaft – daraus lässt sich im Raum Luckau noch eine Menge machen“, ist er überzeugt.