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| 16:52 Uhr

Maker-Camp in Schlabendorf
Programmieren ist ein Kinderspiel

Theo arbeitet konzentriert an seinem Programm. Auf einem kleinen Display soll die Blink-Geschwindigkeit der zwei Lämpchen angezeigt werden.
Theo arbeitet konzentriert an seinem Programm. Auf einem kleinen Display soll die Blink-Geschwindigkeit der zwei Lämpchen angezeigt werden. FOTO: LR / Anja Brautschek
Schlabendorf. Maker-Camp in Schlabendorf bietet Kindern Einblick in moderne Technologien. Von Anja Brautschek

Gekonnt tippt Luise einige Befehle in den Computer. Sie überprüft kurz die Abläufe und startet anschließend das Programm. Auf einer Platine blinken abwechselnd zwei rote Lämpchen. Geschafft. Das geschriebene Programm funktioniert. Eine Woche lang hat die 13-Jährige gemeinsam mit weiteren technikinteressierten Kindern das Maker-Camp im Forscherlabor in Schlabendorf besucht. Dort haben sie erste Schritte im Programmieren gewagt und moderne Technologien kennengelernt.

Die digitalen Lernangebote kommen gut an. Innerhalb nur weniger Tage waren alle Plätze belegt. 19 Kinder zwischen acht und 14 Jahren haben in einer offenen Werkstatt das notwendige Know-how für die digitale Welt erhalten. Angeleitet werden sie von drei Master-Studenten in Elektrotechnik der BTU Cottbus-Senftenberg sowie dem Team des Forscherlabors. „Die Kinder erfahren in dem Camp, wie Technik funktioniert und was man damit alles machen kann“, erklärt Tobias Friedrich. Dem Alter entsprechend werden die Themen aufgearbeitet und spielerisch vermittelt. Während die Jüngeren in erster Linie das logische Denkvermögen trainieren, dürfen die Älteren sich bereits am Computer versuchen. „Ich hatte gedacht, dass Programmieren ist viel schwerer. Doch wenn man das System verstanden hat, geht es eigentlich“, erzählt Theo.

Der Zwölfjährige lötet einige Platinen zusammen und will seine Lampen mit einem Display verbinden. So kann er später das Tempo des Blinkens und die Temperatur der winzigen Birnen ablesen. „Mich interessiert das total. Zuhause bin ich auch oft am PC, nicht nur um zu spielen“, sagt der Luckauer. Die Erfolge beim Maker-Camp spornen ihn an, weiter zu machen. „Ich möchte gern nochmal einen Roboter programmieren“, beschreibt er ein weiteres Ziel. Auch Luise beschäftigt sich viel und gern mit digitalen Geräten. „Solche Technologien sind unsere Zukunft. Deswegen möchte ich mehr darüber erfahren“, sagt die 13-Jährige.

Das Maker-Camp dient dazu, Kinder bereits frühzeitig an solche Technologien und das Programmieren heranzuführen. Sie trainieren dabei das logische Denken und lernen, Probleme in verschiedene Strukturen zu zerteilen und diese separat anzugehen. „Wenn die Kinder mit der digitalen Welt frühzeitig in Berührung kommen, lernen sie einen bewussten Umgang mit den Medien“, erklärt Hubertus von Manstein, Projektleiter von „Moro digital“, die Idee des Maker-Camps. So ein Feriencamp wird zum ersten Mal angeboten. Finanziert wurde das über das Projekt „Moro digital“. Ziel sei es, regelmäßig Workshop oder Projektwochen zu diesem Themen anzubieten. Dabei gilt es nun, die Finanzierung abzusichern. Das Team sei jedoch bereits in Kontakt mit dem Schulamt.

„Wir wollen hier in der Region einen digitalen Rahmenlehrplan etablieren. Dafür arbeiten wir mit Schulen der Region zusammen“, erklärt er. Die Oberschule in Calau, sowie das Bohnstedt-Gymnasium und die Grundschule in Luckau haben sie für das Projekt gewonnen. Der Lehrplan orientiert sich an demLehrsystem in England. Dort werden seit etwa zwei Jahren fachübergreifend digitale Kompetenzen vermittelt – durchgehend ab der ersten Klasse. „Die Technik entwickelt sich so schnell weiter. Wenn Kinder sich erst später damit auseinandersetzen, haben sie bereits vieles verpasst“, begründet Hubertus von Manstein.

Dieser digitale Rahmenlehrplan besteht aus vier wesentlichen Bausteinen: die digitale Identität und das richtige Verhalten im Internet, Interaktion und Kommunikation, Umsetzung und Erstellung sowie komplexes Denken und Teamarbeit. Auch das Maker-Camp ist ein Baustein davon. Es befasst sich insbesondere mit der dritten Kernkompetenz, dem Machen. „Fahigkeiten wie logisches Denken und Teamarbeit sind generell wichtig. Und 80 Prozent der Kompetenzen können ohne Technik vermittelt werden“, sagt Hubertus von Manstein. Wie das System hier umgesetzt werden könnte und was dafür benötigt wird, soll nun gemeinsam mit den drei Schulen erörtert werden. Ein entsprechendes Konzept soll bereits im kommenden Jahr abgeschlossen werden.