ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 14:04 Uhr

Luckau
Preisexplosion im Calauer Verband verärgert Luckauer

Luckau. Stadtverordnete: 21 Prozent im Jahr sind zu viel. Von Carmen-Sylvia Berg

Die Umlage der Verbandsbeiträge für die Gewässerunterhaltungsverbände hat bei den Stadtverordneten am Donnerstagabend für Unmut gesorgt. Grund sind extrem gestiegene Beiträge im Wasser- und Bodenverband Calau, zu dem aus hiesiger Region der Raum Fürstlich Drehna gehört. Der Verband hat den Beitrag je Hektar von 9,95 Euro im Jahr 2017 auf 12,04 Euro im laufenden Jahr erhöht. „21 Prozent in einem Jahr sind nicht nachvollziehbar, ich hebe dafür nicht die Hand“, sagte Thomas Brokmeier (Luckau-Land/Grüne). Sein Fraktionskollege Lothar Treder-Schmidt verwies darauf, dass im Gewässerunterhaltungsverband „Obere Dahme/Berste“, zu dem der Großteil der Luckauer Ortsteile gehört, 8,72 Euro je Hektar fällig werden und damit der Beitrag stabil bleibt. „Es wäre hilfreich, wenn beide Verbände darlegten, wie sie zu ihren Berechnungen kommen, was beispielsweise die Reinigung von 100 Meter Graben jeweils kostet.“ Für eine Beurteilung brauche man Vergleichbarkeit, sagte er.

Dabei kann die Stadt an der Höhe der Beiträge nicht mehr rütteln. Sie ist Pflichtmitglied in den Gewässerverbänden, Entscheidungen werden von den Verbandsversammlungen getroffen. Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) warb um Zustimmung zu den Satzungsänderungen für die Umlagen. Der Grund: Laut Rechtslage muss die Stadt dem Verband das Geld vorschießen und kann es sich dann von den Grundstückseigentümern zurückholen. „Wir können somit nur entscheiden, ob wir die volle Summe auf die Bürger umlegen oder einen Teil aus der Stadtkasse bezahlen“, benannte Harry Müller (UWG/FDP) den wunden Punkt. Heiko Terno (Luckau-Land/Grüne), Stadtvertreter in der Verbandsversammlung des Wasser- und Bodenverbandes „Oberland Calau“, nannte den hohen Anteil an Gewässern zweiter Ordnung im Kernspreewald sowie rückläufige Aufträge für den Bergbau als Gründe für die Preisexplosion. Thomas Brokmeier und anderen reichte das nicht. Zwar wurde den geänderten Satzungen beider Verbände mehrheitlich zugestimmt. Zugleich aber folgte das Parlament dem Vorschlag des Bürgermeisters, Vertreter beider Verbände zu einer Sitzung des Fachausschusses für Bau und Wirtschaft einzuladen.