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| 14:01 Uhr

Ausgezeichnet
Prächtige Erntekronen und leckere Plinse

Das Binden der Erntekrone für das jährliche Erntedankfest auf dem Höllberghof gehört zu den Traditionen. Dort zeigen die Schlabendorfer Landfrauen den Besuchern regelmäßig, wie ein solches Schmuckstück entsteht.
Das Binden der Erntekrone für das jährliche Erntedankfest auf dem Höllberghof gehört zu den Traditionen. Dort zeigen die Schlabendorfer Landfrauen den Besuchern regelmäßig, wie ein solches Schmuckstück entsteht. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Seit 25 Jahren bereichern die Landfrauen das kulturelle Leben. Die Frau erhalten mit ihrem Engagement Traditionen in der Niederlausitz.

In ihren schmucken Blaudruck-Schürzen sind sie bei vielen Höhepunkten in der Region zu entdecken – die Mitglieder des Landfrauenverbandes Niederlausitz. 1992 als Kreislandfrauenverband Luckau mit 20 Mitgliedern gegründet, sind heute mehr als 60 Frauen in sechs Ortsgruppen aktiv.

Im Dezember 2000 entschlossen sich die Mitglieder der damaligen Landfrauengruppe im Bauernverband, einen eingetragenen, gemeinnützigen Verein zu gründen – den Landfrauenverband Niederlausitz. „Der Verband hatte sich damals auf die Fahnen geschrieben, die Frauen wieder zu motivieren, sich am gesellschaftlichen Leben zu beteiligen, Veranstaltungen und Exkursionen zu organisieren und natürlich die Frauen auf dem Lande zu vereinen und ein Sprachrohr für ihre Probleme und Aktionen zu sein“, umreißt Verbandschefin Heike Lehmann die Ziele.

Mit vielen Ideen und Aktionen bringen sich die Frauen aus den Dörfern zu Höhepunkten in der Region ein. Zahlreiche Festumzüge zu Ortsjubiläen und Erntefesten gestalteten sie bereits mit. Jährlich bereichern sie das Sängerfest in Finsterwalde und die Niederlausitzer Leistungsschau in Luckau, wo die Brenitzer Landfrauen vorführen, wie zu Omas Zeiten gebuttert wurde, die Ortsgruppen aus Karche-Zaacko und Beesdau die Gaumen der Festbesucher mit leckeren Plinsen, Kartoffelpuffern, Kuchen, Schmalzstullen und weiteren Köstlichkeiten verwöhnen. „Auch die Herausgabe unseres Koch- und Backbuches war eine tolle Leistung und es ist noch immer bei Besuchern gefragt“, nennt Heike Lehmann ein weiteres Beispiel.

Besonders engagiert widmen sich die Landfrauen der Tradition des Erntekronenbindens. Erstmals war 1994 der Landeswettbewerb „Wer bindet die schönste Erntekrone?“ ausgeschrieben worden. „Wir waren natürlich dabei. Es wurden Fotos aus DDR-Zeiten herausgesucht und Frauen angesprochen, die bereits eine Krone gebunden hatten“, blickt Heike Lehmann auf die Anfänge. Damals habe die Niederlausitzer Erntekrone den 1. Platz belegt „wir durften diese unserem damaligen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe überreichen. Das war für uns ein ganz besonderes Erlebnis und große Motivation.“ Bis heute pflegen die Landfrauen diese Tradition, beteiligten sich damit an Wettbewerben zu den Brandenburger Dorf- und Erntefesten, zuletzt in Raddusch, wo ihre Krone den 4. Platz erreichte.

Ihren Platz hat sie auf dem Höllberghof bekommen, wo jährlich zum Erntedankfest eine Erntekrone der Landfrauen den historischen Vierseitenhof schmückt. In der Scheune führen die Schlabendorfer und Karche-Zaackoer Landfrauen vor, wie ein solches Schmuckstück entsteht und fertigen auch welche im Mini-Format an. „Jedes Jahr bestellen die Leute kleine Erntekronen bei uns“, erzählt die Schlabendorferin Lilo Niepraschk. Zum Maifest auf dem Höllberghof sind die Landfrauen stets mit einer Pflanzentauschbörse vertreten.

Darüber hinaus steht der Erfahrungsaustausch mit anderen Landfrauenverbänden auf dem Programm. So besuchten sie zum Beispiel die Landfrauen in Lette im Münsterland, in Neustadt bei Hannover. Exkursionen führten sie unter anderem nach Neuzelle und ins Schlaubetal, nach Berlin und zur jeweils aktuellen BUGA. Zudem nahmen an Veranstaltungen des deutschlandweiten Landfrauenverbandes teil, fuhren dafür nach Friedrichshafen, Hameln/Piermont sowie nach Erfurt. „Diese Exkursionen und Treffen haben uns immer wieder neue Anregungen gegeben und sind außerdem schöne Erinnerungen“, sagt Heike Lehmann.

Dankbar sind die Frauen für die kontinuierliche Unterstützung durch den Landesverband, der einerseits die Arbeit mit der Beschaffung von Fördermitteln unterstützt und andererseits informative Seminare anbietet. Wertvolles Wissen vermittelten diese zu Themen wie Lebensmittel, Ernährung und Verbraucherschutz, Direktvermarktung und Urlaub auf dem Bauernhof, ILE/Leader-Förderung und weiteren. „Einen großen Dank möchte ich auch dem Bauernverband Niederlausitz, speziell seiner Geschäftsführerin Carmen Lorenz, sowie ihrem Vorgänger, Karl-Wilhelm Dorn aussprechen. Sie setzen sich immer für die Belange der Frauen ein, standen und stehen uns stets mit Rat und Tat zur Seite“, resümiert Heike Lehmann.