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Abfischen für den Jahreswechsle
Prachtexemplare im Schlossteich

Viele prachtvolle Karpfen sowie Zander und Hechte holten Fischereimeister Mathias Gramsch (2.v.l.) und die zahlreichen Helfer aus dem Netz. Die Kleinen wanderten wieder zurück in den Teich. Sie dürfen noch wachsen.  Foto:
Viele prachtvolle Karpfen sowie Zander und Hechte holten Fischereimeister Mathias Gramsch (2.v.l.) und die zahlreichen Helfer aus dem Netz. Die Kleinen wanderten wieder zurück in den Teich. Sie dürfen noch wachsen. Foto: FOTO: Birgit Keilbach / Keilbach Birgit
Fürstlich Drehna. Erntezeit in Fürstlich Drehna: Fischer holen rund 15 Zentner Fisch aus dem Wasser.

Der Herbst ist Erntezeit für die Fischer der ökologischen Teichwirtschaft in Fürstlich Drehna. In rund 30 Zuchtteichen rund um den Firmensitz, sowie bei Klein und Groß Mehßow, Neudöbern und Golßen sind überwiegend Karpfen für das Weihnachts- und Silvestermenü herangewachsen. Wie das Abfischen erfolgt, demonstrierten die Fischer am Samstag interessierten Zuschauern im Schlossteich am Park.  

Dieser wird zwar nicht so intensiv bewirtschaftet, wie die Zuchtteiche, doch Fische wachsen auch hier heran. Zu teilweise sehr prächtigen Exemplaren, wie sich den Zuschauern während des Abfischens offenbart. Doch zunächst müssen sie erst einmal ans Ufer geholt werden, wo Fischrutsche, Eimer und mit frischem Wasser gefüllte Tanks für den Transport zur Zwischenhälterung schon bereit stehen.

Für das Abfischen kann sich Fischereimeister Mathias Gramsch auf zahlreiche Helfer verlassen. Viele kommen aus dem Dorf, sind Jäger und Angler und helfen schon seit Jahren mit. „Ich liebe Fisch, bin ein begeisterter Angler und helfe gerne mit“, sagt Gerd Dokarzeck. Es sei einfach ein schönes Erlebnis, wenn so viele prächtige Fische auf einmal im Netz zappeln. „Und die Zuschauer freuen sich auch darüber“, ergänzt er. Als Jüngster stapft der elfjährige Ben Gerhardt mit der Wathose durch das knietiefe, kalte Wasser. „Ich bin im Angelverein Golßen und war auch voriges Jahr schon dabei“, erzählt der Junge aus Landwehr. Mit einem langen Stock klatscht er seitlich vom Netz immer wieder auf die Wasseroberfläche, damit die Fische nicht ausbüxen, bevor die Helfer es endgültig zusammengezogen haben.

Am Ufer verfolgen zahlreiche Zuschauer, wie die Männer mit viel Muskelkraft das große Netz Stück für Stück durch den Teich ziehen. Immer dichter kommen sie ans Ufer und schließlich sind zahlreiche Prachtexemplare im flachen Wasser zu bewundern. Viele große Wild- und Spiegelkarpfen, auch Hechte und Zander zappeln durcheinander. Mit geübtem Griff sortieren die Helfer zu kleine Exemplare aus und die ausgewachsenen in verschiedene Eimer. Die Karpfen gelangen über die Fischrutsche in den Transportbehälter und werden damit von jeweils zwei Helfern zügig in die bereitstehenden Wassertanks transportiert.

 „Das Abfischen ist eine alte Tradition, und ich kenne das schon von früher. Da holten sich die Fischer auch Hilfe von der Brauerei und von Männern aus dem Dorf“, erzählt Dorothee Radigk. Bei ihr bleibt am Samstag die Küche kalt, denn es gibt ja bald frischen Fisch. Auf auf dem Grill brutzeln schon Forellen am Stock und der Räucherofen ist gleichfalls in Betrieb. Wunderbar schmecke die warme Forelle, stellt Renate Kalweit aus Pitschen-Pickel fest, die das Abfischen in Fürstlich Drehna zum ersten Mal erlebte. Ihr Lebensgefährte Karl-Heinz Meier kennt das Abfischen schon aus DDR-Zeiten. „Wir haben damals die Technik in Ordnung gehalten und repariert“, erzählt er.  

„Es ist ein schöner Anblick, die vielen Fische im Netz zu sehen. Wir haben uns das auch schon in Peitz und Schlepzig angeschaut“, sagt Peter Sperr, der mit seiner Frau Ramona aus Kemlitz bei Dahme gekommen ist. Geräucherten Fisch und einen frischen Zander nehmen sie mit nach Hause. „Wir essen in der Familie alle gerne Fisch“, sagt das Ehepaar.

Rund 15 Zentner Fisch sind nach Schätzung von Mathias Gramsch am Samstag aus dem Schlossteich geholt worden. „Für uns ist das jetzt der Saisonauftakt, denn bisher war es noch zu warm fürs Abfischen“, sagt der Fischereichef. Die Karpfen aus den zahlreichen Zuchtteichen werden ihm zufolge an Betriebe in ganz Deutschland geliefert.

Und zu Weihnachten und Silvester holen sich viele Fischliebhaber aus der Region ihren Karpfen fürs Festtagsmenü ganz frisch in Fürstlich Drehna.