| 01:03 Uhr

Postkartenrätsel Das verschwundene Denkmal

Region.. Beim letzten Postkartenrätsel haben wir etwas getrickst und das historische Foto stark beschnitten, um die Lösung nicht zu einfach zu machen. Aber auch damit konnten wir unsere heimatkundigen Leser nicht in die Irre führen. Sie erkannte im Bildhintergrund das Luckauer Rathaus und auch das Kriegerdenkmal, das heute nicht mehr an diesem Platz steht. Foto: privat


Die richtige Antwort wussten zum Beispiel Horst Paschke und auch Christiane Vogeley aus Luckau. Beide machten auch den Eingang zum „Ratskeller“ auf dem Rätselfoto aus.
Karin Poser wusste darüber hinaus zu berichten, dass das Kriegerdenkmal den Gefallenen der Kriegsjahre 1864, 1866 und 1870/1871 gewidmet war. „Bis etwa 1968 hatte es seine Platz auf dem Markt. Leider weiß heute keiner, wo es eigentlich abgeblieben ist“ , schreibt die Luckauerin, die zum festen Stamm der Postkartenrätsel-Freunde gehört.
Auch als „Nicht-Luckauer“ wusste Günter Wagenknecht aus Dahme interessante Details über das Kriegerdenkmal zu berichten. Der Adler, der die Säule krönt, sei „zum Wappentier des durch Bismarck geschaffenen Zweiten Deutschen Reiches befördert worden“ . Damit sei das Kriegerdenkmal „auch ein Denkmal für die Schaffung eben dieses Staates, der bis 1918 bestand“ . Auch architektonisch kennt sich Günter Wagenknecht bestens aus: „Es handelt sich um eine korinthische Säule, der reifsten Form in der griechischen Säulenordnung, erkennbar an den Kanneluren (Hohlkehlen um den Schaft) und dem Kapitell aus Akanthusblättern“ . Der Dahmenser Heimathistoriker wusste außerdem, dass das Kriegerdenkmal auf der Schanze wieder aufgestellt werden sollte. „Was aus der Absicht und den Teilen geworden ist, weiß ich nicht“ , schreibt er.
Margit Pallmann aus Görlsdorf kann sich noch an die Aufstellung und Einweihung des Ehrenmals für Karl Liebknecht auf dem Luckauer Marktplatz erinnern. In welchen Jahr das war, konnte sie nicht mehr sagen. „Zu diesem Zeitpunkt gab es das abgebildete Denkmal nicht mehr“ , berichtet sie. Margit Pallmann schätzt, dass das Rätselfoto in den 40er oder 50er Jahren aufgenommen wurde, während Christiane Vogeley davon ausgeht, dass das Bild schon aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg stammt.
Hellmut Stoppe weiß, dass das Kriegerdenkmal 1969 dem Karl-Liebknecht-Denkmal weichen musste, das an der gegenüber liegenden Ecke des Marktplatzes aufgestellt wurde. „Heute steht es an der Stadtmauer an der Nordpromenade“ , schreibt er. Ein Detail, das Hellmut Stoppe auf dem Rätselfoto aufgefallen ist, ist die Feuersirene auf dem Rathausdach. Der Luckauer erinnert sich, „dass sie jeden Sonnabend mittags heulte“ . Außerdem wusste der Kenner der Berstestadt, dass es im „Ratskeller“ zeitweilig eine Mittagsküche für die in unmittelbarer Nähe arbeitenden Menschen gab.
Und Ernst Rietze steuerte Wissenswertes zur Geschichte des Rathauses bei: „Das Luckauer Rathaus, bei Stadtbränden 1644 und 1652 stark in Mitleidenschaft gezogen, wurde im Jahre 1675 im sächsischen Renaissance-Stil neu hergerichtet, musste dann aber 1850/1851 im schlichten preußisch-klassizistischen Stil umgebaut werden. So kennen wir es heute. Bei den letzten Sanierungsarbeiten sind historische Elemente erhalten worden. Gleichzeitig entspricht das Gebäude den Gesichtspunkten eines modernen Amtes für die Bürger der Stadt und des Umlandes. Die Stadt Luckau hat ein modernes Amt im alten Gemäuer - auf dem Rätselbild ist es weitgehend vom grünenden Lindenbaum verdeckt“ .
Der Gewinner des Buchpreises ist in dieser Woche Hellmut Stoppe. Seine Zuschrift wurde von Glücksfee Nadja aus allen Einsendungen gezogen. Hellmut Stoppe kann sich im Luckauer Service-Center der Lausitzer Rundschau eine Lektüre seiner Wahl aussuchen.
Auch in der kommenden Woche wird wieder ein Buchpreis verlost. Gewinnen können alle, die wissen, welche Straße auf dem oben stehenden Rätselfoto zu sehen ist. Wer weiß, wo der abgebildete Laden zu finden ist oder war, sollte die Lösung an die Lausitzer Rundschau, Am Markt 32, in 15926 Luckau schicken. Weiterhin freuen wir uns über die Zusendung historischer Postkarten und Fotos aus Luckau, Dahme und Umgebung. Sie erhalten die Aufnahmen wohlbehalten zurück. (nf)