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| 01:30 Uhr

Pitschen-Pickel betritt Neuland

Pitschen-Pickel. Die Pitschen-Pickeler wollen mit einer Genossenschaft die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung in eigenen Händen belassen. Das von der Gemeindevertretung Heideblick befürwortete Projekt kommt aber nicht aus den Startlöchern. tw

Heideblicks Bürgermeister Bodo Lott (parteilos) sieht die Ursache in komplizierten gesetzlichen Rahmenbedingungen. "Mit diesem Vorhaben betreten wir in Brandenburg Neuland. Es gibt bisher so ein Betreibermodell im Land nicht. Im Unterschied zu Sachsen oder Schleswig-Holstein lässt das Brandenburgische Wassergesetz eine Übertragung der Aufgaben der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung auf einen Dritten so nicht zu", sagt Bodo Lott. In Beratungen mit der Kommunalaufsicht und den Interessenten der Wassergenossenschaft sei nach Möglichkeiten gesucht worden, wie das Vorhaben dennoch zu realisieren ist. "Ziel der Gemeinde ist die Übertragung der Aufgaben auf einen Dritten. Aus wettbewerbsrechtlichen Gründen ist es nicht möglich, sich auf einen Anbieter vorab festzulegen", so Lott. 2010 werde eine Ausschreibung dieser Leistungen durchgeführt. "Damit die Wassergenossenschaft sich bewerben kann, war es erforderlich, dass sie sich gründet. Das ist im Herbst geschehen." In Vorbereitung der Ausschreibung seien weitere Arbeiten erforderlich. "Dazu gehören die Erarbeitung eines Bestandsplanes für das Trinkwassernetz, die Bewertung des Zustandes der Brunnen oder die Fertigstellung des Grubenkatasters", erläutert der Bürgermeister. Nicht zuletzt gehöre dazu die Auswechslung beziehungsweise der Einbau von Wasserzählern. "Im Laufe des Jahres wurden auch einige Hausanschlüsse nach Abnehmern getrennt. Im Dezember fand eine Grobvermessung des Trinkwassernetzes statt. Diese muss jetzt noch mit den genauen Leitungsverläufen ergänzt werden", ergänzt Lott. Den potenziellen Interessenten sollen möglichst genaue Angaben zum Ist-Zustand der Anlagen und dem sich daraus abzuleitenden Investitionsbedarf gemacht werden. All das diene nicht zuletzt der zuverlässigen Wasserversorgung. Es liege auch im Interesse der Einwohner in den anderen Ortsteilen von Heideblick, sorgfältig vorzugehen. "Letztendlich ist die Gemeinde gesetzlich verpflichtet, jeden Einwohner mit Trinkwasser zu versorgen", sagt Bodo Lott. tw