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| 17:48 Uhr

Cartoonausstellung
Komik im Alltäglichen eingefangen

 Zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung kam Peter Butschkow (Mitte links) im Cartoonmuseum in Luckau mit vielen Zeichnerkollegen ins Gespräch.
Zur Eröffnung der Jubiläumsausstellung kam Peter Butschkow (Mitte links) im Cartoonmuseum in Luckau mit vielen Zeichnerkollegen ins Gespräch. FOTO: Birgit Keilbach
Das Cartoonmuseum in Luckau zeigt das Lebenswerk von Peter Butschkow. Zu sehen ist die Vielfalt des Grafikers aus 57 Berufsjahren. Eine aufschlussreiche Reise in die Welt der Karikaturen. Von Birgit Keilbach

Komödiant hatte er eigentlich werden wollen. Schon als Kind unterhielt Peter Butschkow seine Spielkameraden in einem Berliner Hinterhof mit Clownerien. Auch in der Schule konnte er oft seine Klappe nicht halten.

Aus dem Klassenclown, der den Unterricht störte, ist in den Jahrzehnten zeichnerischen Schaffens „einer der besten und produktivsten Karikaturisten Deutschlands“ geworden. So der Kern im launig, humorvoll-satirisch verpackten Loblied des langjährigen Zeichner-Freundes und ehemaligen Journalisten Dr. Michael Meissner auf der Vernissage.

Wie alles begann, das erfahren die Besucher der Jubiläumsausstellung zum 75. Geburtstag von Peter Butschkow in den Vitrinen. Dort sind erste Karikaturen, im Alter von zwölf Jahren entstanden, zu betrachten.

Karikaturen aus Peter Butschkows Anfangszeit

Auch der aufwendige Prozess, wie im analogen Zeitalter Änderungen in einer Karikatur durch Überkleben und neues Einfügen entstanden, kann gut nachvollzogen werden. Dafür hatte Peter Butschkow in Vorbereitung auf die Ausstellung Kartons geöffnet, in denen er Werke der Anfangszeit aufbewahrte.

FOTO: Peter Butschkow

„Es war auch für mich selbst ein Ereignis zum Staunen, wie man damals gearbeitet hat“, brachte er dem Publikum sein Empfinden nahe. Peter Butschkow ist nicht nur ein begnadeter Zeichner und Karikaturist, er redet – „Ich war als Kind eine Quasselstrippe und wollte andere zum Lachen bringen“ – und schreibt ebenso gern. Ergänzend zur Jubiläumsschau hat er eine zeichnerische Biografie herausgebracht und den Extrakt daraus unterhaltsam in einer exklusiven Cartoon-Show zur Vernissage dargeboten.

Für das Publikum eine aufschlussreiche Reise in die Welt der Car­toons, verknüpft mit dem Blick in das Innenleben des schaffenden Zeichners. Wie sich der eigene Strich im Laufe der Zeit gewandelt hat, welche Typen und Situationen eigentlich immer funktionieren bis hin zu einer Kategorisierung der eigenen Karikaturen spannte er den Bogen.

Peter Butschkows Striche

Männliche Striche zum Beispiel betrachten die Welt aus männlicher Sicht. Bier und Bäuche, Saufen im Urlaub, Hochzeitstag vergessen und weitere Klassiker zählen dazu. Weibliche Striche treiben Missverständnisse auf die Spitze, spießen Skurriles im familiären Alltag und Beziehungskisten auf. Waldbaden mit einem Sprung ins Grüne beim Wort genommen, Radler aus der Stadt, die auf dem Lande eine Vogelscheuche als aufgespießten Sportsfreund identifizieren, zählen zu Grünen Strichen.

Böse Striche zeigen ein Kreuzfahrtschiff mit dem Untertitel: „Käfighaltung für Menschen“. Feinstaub-City ganz in grau gehalten, zwei junge Leute, die am Küchentisch per Handy kommunizieren, statt sich zu unterhalten, spießen Zeitgenössisches auf.

Holzhacken als „natürliches Bodybilding“ anzubieten, für 30 Euro die Stunde, passt gleichfalls in dieses Bild. Verblüffend für die nicht zeichnenden Zuschauer war zu verfolgen, wie die gleiche Zeichnung mit verschiedenen Dialogen unterschiedliche Aussagen transportieren kann.

Austellung im Cartoonmuseum zeigt Peter Butschkows Vielfalt

Die Austellung im Cartoonmuseum präsentiert die Vielfalt des Grafikers aus 57 Berufsjahren. Von der Werbegrafik über Comic-Strips, Illustrationen für Kinderbücher und Schulbuchverlage, eine Auswahl der mehr als 100 thematischen Cartoonbücher sowie Kalender und Glückwunschkartenserien von Peter Butschkow sind zu entdecken.

Deutschlands größte Fernsehzeitung HörZu druckt wöchentlich seinen Comic Strip. Darüber hinaus erscheinen Cartoons von ihm regelmäßig in Magazinen und Zeitschriften, darunter Stern und verschiedene Fernsehzeitschriften.