ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
| 01:34 Uhr

Passionskantate erinnerte an Dahmer Kantor

Der Dahmer Kirchenchor hat mit Choralsätzen aus der Passionskantate „Es ist vollbracht“ von Kantor Günther Marks an den vor 30 Jahren verstorbenen Dahmer Kirchenmusiker erinnert.
Der Dahmer Kirchenchor hat mit Choralsätzen aus der Passionskantate „Es ist vollbracht“ von Kantor Günther Marks an den vor 30 Jahren verstorbenen Dahmer Kirchenmusiker erinnert. FOTO: Andreas Staindl
Dahme.. Vor 30 Jahren ist der Dahmer Kantor Günther Marks gestorben. Er hinterließ ein umfangreiches musikalisches Erbe. Mehr als 330 große und kleine Kompositionen tragen seine Handschrift. Der Kirchenmusiker hatte 1965 auch die Passionskantate „Es ist vollbracht“ komponiert. Andreas Staindl

Der erweiterte Dahmer Kirchenchor sang Choralsätze aus dieser Kantate. „Es ist ein sehr anspruchsvolles Werk“, sagte der aktuelle Kantor Bernhard Barth. Zahlreiche Besucher waren zum Gottesdienst in den Dahmer Heinrich-Schütz-Saal gekommen.
Die Aufführung war eine musikalische Erinnerung an Günther Marks. Der kam nach dem Zweiten Weltkrieg aus Wriezen in die Flämingstadt, wo er 30 Jahre als Kantor wirkte. Inge Malek hat ihn gekannt. „Ich habe als junges Mädchen bei ihm Klavier und Orgel spielen gelernt“, erzählte die Görsdorferin. „Unsere Familien waren befreundet. Ich habe nur gute Erinnerungen an Kantor Marks.“
Erstmals seit vielen Jahren erklang wieder die Musik des langjährigen Chorleiters und Organisten in seiner Wahlheimat Dahme. „Wilhelm Schmidt aus Premnitz hat den Erinnerungsgottesdienst angeregt“, erzählte Bernhard Barth. „Wir haben die Idee gern aufgegriffen.“ Schmidt habe früher in Dahme gelebt und sei Musikschüler von Günther Marks gewesen.
„Kantor Marks hat Gottes Wort in den Mittelpunkt seiner Musik gestellt“, sagte Inge Ma lek. Ein halbes Jahr vor seinem Tod habe er dem damaligen Bischof Kruse in einem Brief von seiner Dankbarkeit gegenüber Gott geschrieben, der ihn mit so viel Musik zur Verkündigung gesegnet habe, so die Görsdorferin. Seine Kantaten und Oratorien zur Passionszeit sowie seine über 330 Kompositionen hätten ihn in Ost- und Westdeutschland bekannt gemacht. Seine Werke seien auch im Rundfunk gesendet worden. Günther Marks habe zudem Orchesterwerke, Kompositionen für Bläser, Kantaten für Männerchöre, Kinderchöre und gemischte Chöre sowie Sololieder und Spielstücke für verschiedene Besetzungen geschrieben.
Wie Wilhelm Schmidt berichtete, war die Musik des Kantors jungen Zuhörern oftmals schwer verständlich, weil sie im Gegensatz zur gewohnten barocken Kirchenmusik gestanden habe. Marks sei mit seinen Kompositionen seiner Zeit aber weit voraus gewesen. Mit 81 Jahren starb der kinderlose Günther Marks am 4. März 1978. Er sei unter großer Anteilnahme seines Freundeskreises und seiner ehemaligen Schüler unter den mehr als 350 Jahre alten Eichen auf dem Friedhof in Dahme bestattet worden. Während der Trauerfeier hätten seine Schüler eine Komposition ihres Kantors interpretiert, so Schmidt. 30 Jahre später wurde mit der Passionskantate wieder an ihn erinnert.