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| 16:00 Uhr

Arbeitseinsatz der SPD
Grab von Karl Holland ist instand gesetzt

Der SPD-Ortsverein hat den umgefallenen Grabstein der Familie Holland in einem Arbeitseinsatz aufgestellt.
Der SPD-Ortsverein hat den umgefallenen Grabstein der Familie Holland in einem Arbeitseinsatz aufgestellt. FOTO: LR / Anja Brautschek
Luckau. SPD-Ortsverein setzt sich weiter für die Widmung der Ruhestätte des früheren Bürgermeisters als Ehrengrab ein. Von Anja Brautschek

Mitglieder des SPD-Ortsvereins haben das marode Grab der Familie Holland auf dem Neuen Friedhof instand gesetzt. Der Grabstein wurde wieder auf dem Sockel befestigt und die Grabstelle von Unkraut befreit. In nächster Zeit soll eine Erinnerungstafel folgen, die das Wirken von Karl Holland für die Stadt deutlich macht.

„Karl Holland war ein ehrenwerter Mann, der sich für Luckau eingesetzt hat“, sagt Cornelia Klinkmüller. Als Initiatorin setzt sie sich dafür ein, dass die Grabstätte als Ehrengrab gewidmet wird. Karl Holland (1884 bis 1963) war bis 1933 Stadtverordneter und Beigeordneter, wurde 1945 von der sowjetischen Kommandantur als Bürgermeister eingesetzt. und war auch Landrat. Er habe sich dafür eingesetzt, dass Luckaus Altstadt nach dem Krieg nicht zerstört wurde, so Cornelia Klinkmüller. 

Doch der Antrag der SPD-Fraktion für ein Ehrengrab ist vertagt. Es stehen Vorwürfe im Raum, Karl Holland soll sich als Bürgermeister 1945 an Kunst bereichert haben. Belegt ist das bisher nicht. „Mich haben die Vorwürfe sehr überrascht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er sich in dieser Art persönlich bereichert haben soll“, sagt Helga Tucek. Als langjährige Leiterin des Niederlausitz-Museums und Mitglied im Heimatverein hat sie sich mit der Biografie und dem Leben Hollands intensiv auseinandergesetzt. Sie unterstützt deshalb den SPD-Ortsverein, der sich bereit erklärt hat, das Grab künftig weiter zu pflegen. „Das ist ein sichtbares Stück Geschichte, das erhalten werden sollte“, sagt sie.

Auch die SPD-Mitglieder hoffen auf schnelle Aufklärung. Kathrin Veh, Vorsitzende des Ortsvereins, glaubt ebenfalls nicht daran, dass an den Vorwürfen gegen Karl Holland etwas dran ist. „Er war unter anderem auch Rechtsbeistand für Verfolgte“, sagt sie.

Die Stadt Luckau will nun gemeinsam mit dem Niederlausitz-Museum, dem Kreisarchiv und anderen Institutionen zum Wirken des früheren Politikers nachforschen. Genauere Erkenntnisse sollen laut Bürgermeister Gerald Lehmann noch in dieser Legislaturperiode vorliegen.