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| 02:49 Uhr

Palliativzentrum entsteht in Luckau

Palliativ-Medizinerin Dr. Chris Neiße
Palliativ-Medizinerin Dr. Chris Neiße FOTO: ik
Luckau/Lübben. Am heutigen Freitag eröffnet in Luckau ein neues Zentrum für spezialisierte Ambulante Palliativversorgung. Dr. Chris Neiße, Chefärztin im Klinikum Dahme-Spreewald, will gemeinsam mit ihren Teamkollegen Patienten kurz vor dem Lebensende manchen Krankenhausaufenthalt ersparen. Daniel Schauff

Es ist nicht allein die Angst vor dem Tod, die die letzten Tage im Leben so beschwerlich machen. Auch die Angst vor Schmerzen, vor Atemnot und anderen körperlichen Auswirkungen des nahenden Lebensendes machen die Zeit vor dem letzten Tag oft zur Qual. Das weiß Dr. Chris Neiße, Chefärztin der Palliativmedizin im Klinikum Dahme-Spreewald in Lübben und Königs Wusterhausen.

In der Region, sagt sie, ist die Palliativversorgung noch nicht ausreichend ausgebaut - Hospize gibt es in Lehnin, Potsdam und Cottbus, erst mittelfristig wird in Luckau ein neues entstehen. Und auch der Fachbereich, in dem sich die Palliativmedizinerin bewegt, die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV), sei in der Region kaum vertreten.

Das will Dr. Chris Neiße künftig ändern - in Luckau wird am Freitag ein neues SAPV-Zentrum eröffnet, von wo aus sich die Ärztin gemeinsam mit dem ASB Lübbenau/Vetschau und Helios Halbe um die Menschen in der Region kümmern möchte, deren Tod kurz bevorsteht. Rund zehn Prozent der Patienten, sagt Dr. Chris Neiße, benötigen komplexere medizinische Unterstützung, die ein Hausarzt kaum leisten könne. Im Gegensatz zur Allgemeinen Ambulanten Palliativversorgung sind sie und ihre Mitarbeiter 24 Stunden am Tag für die Patienten erreichbar und können einen Großteil der medizinischen, aber auch seelischen Versorgung leisten. Seit 2007 zahlt die Krankenkasse die spezielle Versorgung am Lebensende.

Für die Patieten, erläutert Dr. Chris Neiße, habe das den Vorteil, dass sie nicht mitten in der Nacht den Krankenwagen rufen müssten, womöglich ins Krankenhaus eingeliefert werden - SAPV ziele darauf ab, Patienten so viel Selbstbestimmung wie möglich zu gewähren - indem sie die letzten Tage Ihres Lebens in den eigenen vier Wänden oder in ihrem Pflegeheim verbringen können und trotzdem nicht auf die notwenige medizinische Versorgung verzichten müssen.

Je vier Palliativ-Pflegekräfte stellen die beiden Pflegedienste, mit denen die Ärztin zusammenarbeitet, zur Verfügung. So sei gewährleistet, dass tatsächlich rund um die Uhr jemand erreichbar sei, sagt Dr. Chris Neiße. Darüber hinaus leistet ihr Team auch geplante Besuche, um sich um die Patienten zu kümmern. "Wir können die Patienten gut einstellen", fast sie zusammen, wo die Stärke der SAPV liegt.

Von der Hauptstraße in Luckau aus wird das Team nicht nur Patienten in der Berstestadt versorgen, sondern auch in der Region um Halbe, um Dahme, in Lübben bis nach Lübbenau und Vetschau. Beim ASB im Süden und bei Helios im Norden gebe es neben dem künftigen in Luckau weitere Orte, von denen aus das SAPV-Team aktiv werden könne.

Mit dem entstehenden Hospiz und Luckau, den Angeboten in den Kliniken der Region und der Ambulanten Palliativersorgung sei die Region endlich gut aufgestellt, sagt Dr. Chris Neiße. Gleichzeitig will sie weitere Kollegen dazu animieren, in den SAPV-Bereich einzusteigen - in Luckau entstehe nicht nur das Zentrum, wo die Ärztin und ihr Team zusammenkämen, sondern auch ein Ort, an den Weiterbildungen angeboten würden, sagt sie. Dafür allerdings brauche es eine gute Organisationsstruktur, die derzeit in der Region erst entstehe.

Dass das Palliativzentrum von Dr. Chris Neiße ausgerechnet in Luckau entsteht, hat einen einfachen Grund: Die Ärztin wohnt in der Berstestadt, der Arbeitsplatz wird also, im Unterschied zu den Kliniken in Lübben und Königs Wusterhausen, nur einen Steinwurf entfernt sein von ihrem Zuhause.