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Vor dem Osterfest
Kreatives aus der Osterwerkstatt

Viele farbenfrohe Ostereier haben Klein und Groß im Kinder-Kunstatelier der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule gestaltet. Die vierjährige Margarethe zeigt ihrer Mutter Nadine Herrmann ein Exemplar, das ihr besonders gefällt.
Viele farbenfrohe Ostereier haben Klein und Groß im Kinder-Kunstatelier der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule gestaltet. Die vierjährige Margarethe zeigt ihrer Mutter Nadine Herrmann ein Exemplar, das ihr besonders gefällt. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Angebot im Luckauer Kunst-Atelier für Eltern und Kinder findet regen Zuspruch.

Voll besetzt sind die 18 Plätze am großen Arbeitstisch im Kinderkunstatelier der Niederlausitzer Musik- und Kunstschule am Samstagnachmittag. Konzentriert tupfen oder malen kleine und große Hände farbenfrohe und phantasievolle  Muster auf die Eier. Wenn das farbige Wachs gewechselt werden soll, wird die Hilfe von Angela Wolf-Lusici gebraucht. Sie reicht dann die Gläser mit den gebogenen Löffeln von einem Arbeitsplatz zum nächsten.

Zwischendurch blickt sie den Osterei-Gestaltern über die Schulter, lobt hier, gibt dort einen Tipp. Zum wiederholten Mal hat die Malerin und Bildhauerin die Ateliertür unterm Dach für die Osterwerkstatt geöffnet. „Hier können Eltern mit ihren Kindern ungestört Zeit verbringen, dabei etwas gemeinsam machen und entspannen“, erläutert Angela Wolf-Lusici das Anliegen ihres Angebotes. Es kommt gut an. Beide Durchgänge im Atelier sind am Samstag ausgebucht.

„Ich finde diesen gemeinsamen Nachmittag mit der Tochter  sehr schön, dabei kann ich abschalten und selbst kreativ werden“, bestätigt dies Annett Selka. Die Lübbenauerin ist mit ihrer achtjährigen Tochter Katharina erstmals zur Osterwerkstatt an die Niederlausitzer Musik- und Kunstschule nach  Luckau gekommen und lernt dabei zugleich eine andere Art der Osterei-Gestaltung als die typisch sorbisch-wendische kennen. „Das Gestalten mit den Bienenwachsfarben ist einfach, jeder kann das schnell erfassen und es ist auch eine Idee für Zuhause zum Selbermachen“, resümiert Annett Selka.

Susan Giesler setzt geschickt und zügig Wachspunkt an Wachspunkt und lässt Linien auf dem Ei entstehen. Die Görsldorferin war bereits im vergangenen Jahr mit ihrer Tochter Leoni zum Werkstattnachmittag im Atelier. „Dieses Jahr klappt es schon besser mit dem Wachstupfen“, erklärt die Achtjährige. Zehn selbst ausgeblasene Eier haben die Görlsdorferinnen mitgebracht. Nach zwei Stunden nehmen sie diese als fertigen Osterschmuck mit nach Hause. „Die Kinder können etwas Schönes gestalten und nachher sagen: Das habe ich selbst gemacht. Außerdem haben wir damit schöne Geschenke fürs Osterfest“, nennt Susan Giesler noch einen guten Grund fürs Mitmachen bei dem kreativen Nachmittag.

Lenya Schäfer und Emily Hegewald aus Pitschen-Pickel und Weißack sind Schulfreundinnen und lassen ihrer Phantasie hier erstmals freien Lauf. „Mir gefällt es hier gut. Wir haben einige Eier mit Wachsfarbe betupft und eins mit bunten Ringen bemalt“, erzählt Emily, die sonst an der Schule Klavier spielen lernt, im Chor mitsingt und tanzt.

Mara Bauer hat schon viel Erfahrung. Die 13-Jährige ist mit ihrer Schwester, Mutter und der Oma zum dritten Mal dabei. „Ich habe mir schon zu Hause überlegt, wie ich die Eier diesmal gestalten will“, erzählt die Bornsdorferin. In den Pappen mit den ausgeblasenen Hühnereiern stecken schon einige mit verschiedenfarbigen Wachstupf-Mustern. Eins mit frühlingsfarbigen Ringeln und ein gestreiftes hängt neben vielen weiteren der kleinen und großen Osterei-Künstler an den in Ziegelsteinen steckenden Zweigen auf dem Tisch.

Seit etwa fünf Jahren bietet Angela Wolf-Lusici diesen vorösterlichen Werkstatt-Nachmittag in ihrem Kinderkunstatelier „Tulpenstier“ in Luckau an. „Das Tolle daran ist: Es kommen Kinder, die sonst nicht im Atelier sind, und manche haben es dadurch auch für sich entdeckt und arbeiten jetzt regelmäßig mit“, sagt die Künstlerin.

An jedem Freitag, jeweils von 13 bis 16.30 Uhr, können sich hier Kinder jedes Alters künstlerisch ausprobieren. „Sie können das malen, was sie möchten, das ist das Prinzip. Sie lernen die Grundfarben kennen und wie durch das Mischen die vielen anderen Farben entstehen“, erläutert sie.

Die Kinder entwickeln dabei ihr eigenes Farbempfinden. „Das ist für sie wichtig. So können sie ihre eigene Bildgestaltung aufbauen, nicht nur figürlich sondern auch farblich“, beschreibt Angela Wolf-Lusici die Entwicklung. Die zahlreichen Bilder im Atelier und dem Vorraum legen ein beeindruckendes Zeugnis davon ab.