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| 17:43 Uhr

Oldtimertreffen und Trödelmarkt
Oldtimermarkt lockt trotz Regenwetter Tausende nach Dahme

Mit ihren Oldtimer-Motorrädern sind Holger Pfennig, Peter Pommerening und Hans-Jürgen Demsky (v.l.) aus Luckenwalde von Anfang an dabei.
Mit ihren Oldtimer-Motorrädern sind Holger Pfennig, Peter Pommerening und Hans-Jürgen Demsky (v.l.) aus Luckenwalde von Anfang an dabei. FOTO: Birgit Keilbach
Dahme. Dahmer Oldtimer-, Teile- und Trödelmarkt erwies sich einmal mehr als Publikumsmagnet. Erstmals Oldtimer-Award in fünf Wertungsklassen vergeben. Von Birgit Keilbach

Eines hat der Sonntag in Dahme gezeigt: Echte Oldtimer- und Trödelfans lassen sich von Petrus‘ Launen nicht abschrecken. Mehrere tausend Besucher strömten trotz herbstlich anmutender Temperaturen inklusive Nieselregen auf das Ausstellungsgelände mit den historischen Fahrzeugen rund um die Schlossruine und frequentierten die Stände der Teile- und Trödelhändler im Schlosspark. „Das ist wirklich überraschend, mit so einer großen Resonanz hätte ich bei diesem Wetter nicht gerechnet“, sagte Marco Dastig vom veranstaltenden Feuerwehr- und Technikverein der Flämingstadt. Der Ausstellerzahl auf dem Trödel- und Teilemarkt habe das Wetter keinen Abbruch gebracht. An Fahrzeugen rollten diesmal witterungsbedingt weniger aufs Gelände, dennoch waren es nach einer ersten Einschätzung über den Tag verteilt rund 600 historische Pkw, Motorräder, Mopeds, Beiwagengespanne, Transporter und andere Nutzfahrzeuge. 90 Ordner und Helfer waren auf dem Gelände unterwegs und sorgten für geordnete Verhältnisse.

In loser Folge lotsten die Einweiser vier- und zweirädrige Oldtimer auf die Rampe nahe dem alten Kornspeicher. Dort stand Dieter W. Haehnel vom Magazin „Oldtimerreporter“ mit dem Mikrofon und ließ die Besitzer einiges über das jeweilige Fahrzeug erzählen. Der Journalist und Oldtimerfan hatte gemeinsam mit seinen Reporterkollegen und Marco Dastig für dieses Jahr einen Wettbewerb organisiert – den Ottma-Oldtimer-Award. Bis zum frühen Nachmittag konnten sich Interessierte dafür anmelden. Unter ihnen auch Annemarie und Reinhard Haink aus Hoyerswerda. Mit ihrer Cabrio Limousine Ford Eifel, Baujahr 1936, ergänzt um das zur Herstellungszeit passende Outfit, bewarben sie sich um den Preis. „Wenn man so ein altes Auto fährt, muss auch die Kleidung dazu passen“, erläuterte Annemarie Haink. Das cremefarben lackierte Schmuckstück sei erst in diesem Jahr fertiggestellt worden. „Voriges Jahr waren wir noch ohne Oldtimer hier, haben nach passenden Teilen gesucht und auch welche gefunden“, erzählte Reinhard Haink. Und nach dem Rundgang der Jury konnten sie für ihr Fahrzeug den Pokal in der Klasse bis 2,8 Tonnen, gebaut vor 1945, den Pokal als Klassensieger in Empfang nehmen.

Klaus und Cornelia Schröder reisten aus Dessau mit einem Fahrzeug der legendären Serie „Model T“ des amerikanischen Herstellers an, gebaut 1926. Sie wurden Dritte in dieser Fahrzeugklasse. Anfang des 20. Jahrhunderts war dieses Auto für die Amerikaner, was nach 1945 der VW Käfer im Westen und der Trabant im Osten wurde. Für das Paar aus Dessau ist es „unser Lieblingsstück, mit dem wir rund 100 Kilometer bis Dahme gefahren sind.“ Sie waren auch mit anderen Ford-Modellen schon beim Ottma, „weil es gut angenommen wird, einen guten Mix bietet und gut organisiert ist.“

Siegfried und Simone Großmann aus Lübbenau kamen mit einem Trabant 500 zum zweiten Mal nach Dahme. Sie hatten viele Figuren des DDR-Kinderfernsehens an Bord. Pittiplatsch und Schnatterinchen, Fuchs und Elster, auch das Sandmännchen fehlte nicht. „Es ist unsere Erinnerung, unser Trabi ist Baujahr 59 und das Sandmännchen ist genauso alt“, erklärte Simone Großmann. Mit ihren Oldtimer-Motorrädern gehören Hans-Jürgen Demsky, Peter Pommerening und Holger Pfennig aus Luckenwalde und Umgebung zu den Stammbesuchern des Ottma. „Wir sind vom ersten Mal an dabei. Anfangs erhielten wir sogar noch eine persönliche Einladung, die als Gutschein für Essen und ein Getränk galt“, blickte Holger Pfennig zurück. Das habe sich angesichts der wachsenden Teilnehmerzahl natürlich geändert. „Aber es ist immer viel los und man trifft viele Leute, die das Hobby teilen“, das mache den Wert eines solchen Treffens aus, ist sich das Trio einig.

Der Wettbewerb um den Oldtimer-Award erlebte am Sonntag seine Premiere, hatte jedoch mit der Witterung zu kämpfen. Von 44 angemeldeten Fahrzeugen waren während des Jury-Rundganges nur noch 26 auf dem Gelände. „Einige reisten nicht an, andere sind wegen des Wetters früher abgefahren“, sagte Dieter Haehnel. Dennoch sei er mit der ersten Auflage zufrieden. Nächstes Jahr soll es wieder einen solchen Wettbewerb geben, wahrscheinlich aber weniger Wertungsklassen, kündigte er an. Gesamtsieger wurde eine Barkas Kleinlöschfahrzeug, Baujahr 1979 aus Hoyerswerda. Die Jury habe der Top-Zustand des sehr originalgetreu restaurierten Fahrzeugs überzeugt, „zum Beispiel mit den originalen DDR-Blaulichtern“, sagte Dieter Haehnel.