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"Ohne sie wäre die Schule nur halb so schön"

Lehrerin Sylvia Else wurde von Schülern, Eltern und Lehrern der Dahmer Grundschule für den Brandenburgischen Lehrerpreis vorgeschlagen.
Lehrerin Sylvia Else wurde von Schülern, Eltern und Lehrern der Dahmer Grundschule für den Brandenburgischen Lehrerpreis vorgeschlagen. FOTO: Keilbach
Dahme. Schüler, Lehrer und Eltern sind sich einig: Sylvia Elses Arbeit hat einen Preis verdient. Die Pädagogin an der Dahmer Grundschule wurde für "Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreis 2017" nominiert. Birgit Keilbach

Seit 30 Jahren unterrichtet Sylvia Else in Dahme, zunächst an der Oberschule, später wechselte sie an die neu gegründete Grundschule. Auf großen Zetteln notierten Mädchen und Jungen von Klasse zwei bis sechs, was sie an ihr schätzen: "Ich finde gut, wie sie mir Aufgaben erklärt", schreibt Frida. Tabea: "Ohne sie wäre die Schule nur halb so schön." "Ich finde Frau Else toll, weil sie mir so gut Mathe beigebracht hat und immer gerecht ist", hat Egon aufgeschrieben.

Am kommenden Dienstag wird Sylvia Else in der Potsdamer Staatskanzlei an der Festveranstaltung teilnehmen. "Darauf freue ich mich schon sehr. Für mich ist die Nominierung eine schöne Anerkennung der Arbeit", sagt die Fachlehrerin für die Flex-Klassen, Geschichte und Mathematik. Neben der Vermittlung des Unterrichtsstoffes sei es ihr wichtig, den Schülern auch einen respektvollen Umgang miteinander nahe zu bringen. "Sie sollen sich in allen Bereichen gegenseitig akzeptieren." Zum Beispiel sitzen bei ihr gelegentlich die Kinder ihrer Flex-Klasse in einer sechsten Klasse mit im Unterricht.

Diesen gestalte sie abwechslungsreich und an den Interessen der Schüler orientiert, erläutert die stellvertretende Schulleiterin Lydia Lehmann. So sei die Ausgrabung einer alten Holzstraße im Zuge des Straßenausbaus in der Dahmer Hauptstraße in ein Mittelalterprojekt der sechsten Klasse eingeflossen. Die Schüler konnten mit den Archäologen sprechen und entwickelten daraus die Idee zu einer Ausstellung. "In Eigenregie bauten sie Miniatur-Modelle vom Vogelturm, Burgen und Städten und setzten Sagen über Dahme in Comics um", erläutert Sylvia Else. Im Heimatmuseum waren die Arbeiten 2016 zu betrachten. Seit zehn Jahren motiviert die 51-jährige Pädagogin zudem Schüler für eine Teilnahme am Känguruwettbewerb. Jährlich beteiligten sich rund 50 Mädchen und Jungen daran. "Sie lösen Aufgaben über den Unterrichtsstoff hinaus, die zum logischen Denken anregen und Lust auf Mathe machen", sagt Sylvia Else.

Darüber hinaus begleitet sie als Mentorin Seiteneinsteiger in den Lehrerberuf, die ein fachliches Studium abgeschlossen haben. Demnächst bereite sich die engagierte Kollegin auf den Unterricht im neuen Fach Gesellschaftswissenschaften vor, ergänzt Lydia Lehmann. Laut der stellvertretenden Schulleiterin habe sich das Kollegium der Grundschule erstmals dazu entschlossen, eine Pädagogin aus ihren Reihen für den Preis vorzuschlagen. "Jeder macht bei uns eine gute Arbeit, deshalb stand es bisher nicht zu Diskussion. Doch die gesellschaftliche Anerkennung von Lehrern benötigt insgesamt einen Schub", erläutert sie das Umdenken.

Zum Thema:
Am 23. Mai werden Ministerpräsident Dietmar Woidke und Bildungsminister Günter Baaske den Brandenburgischen Lehrerinnen- und Lehrerpreis für ihr herausragendes Engagement in den Schulen an 18 Pädagogen überreichen. Insgesamt sind 50 Lehrerinnen und Lehrer aus den kreisfreien Städten und Landkreisen nominiert worden, die an der Festveranstaltung in Potsdam teilnehmen. Der Preis wird zum sechsten Mal vergeben.