Auf dem städtischen Friedhof in Dahme treiben Langfinger ihr Unwesen. Empörte Bürger berichten, dass insbesondere bei Eintritt der Dunkelheit vermehrt Blumen, Gestecke sowie andere Gegenstände von den Gräbern verschwunden sind. Von den öffentlichen Toiletten sei jüngst das Klopapier geklaut worden, hieß es weiter. Diskutiert wird, wie dem Frevel beizukommen sei. Einen Versuch wagt die Stadt jetzt mit veränderten Öffnungszeiten. Vom 1. Oktober bis zum 31. März werden die Tore abends eine Stunde früher geschlossen. Soll heißen: Besucher können während dieser Zeit von 8 bis 17 Uhr zu den Gräbern ihrer Lieben. In der schönen Jahreszeit vom 1. April bis zum 30. September bleibt es bei den gewohnten Öffnungszeiten von 7 bis 21 Uhr. So haben es die Stadtverordneten bei ihrer Sitzung in der Vorwoche beschlossen. Sie folgten damit einem Vorschlag aus dem Dahmer Ortsbeirat.

In den ländlichen Ortsteilen sei kein Friedhof nachts verschlossen, sagte Manfred Schmiedchen (Dahme-Umland) aus dem Ortsteil Wahlsdorf. In Dahme sei das schon deshalb nötig, weil der Gottesacker in der Stadt eine große, nur schwer überschaubare Parkanlage ist, erklärte Ortsvorsteher Marco Dastig (Freie Wähler/CDU).

Dahmer Bürger sollen Anzeige erstatten

Bürger regten an, Kameras zu installieren und nachts zu aktivieren. Axel Tritt, Revierleiter der Polizei in Luckenwalde, hält das rechtlich für bedenklich, denn der Friedhof sei ein öffentlicher Platz. Die Polizei ermutigt Bestohlene jedoch, Anzeige zu erstatten. Möglich ist das beim Posten in Dahme sowie online bei der Internetwache. Gebe es bereits einen konkreten Verdacht, werde die Polizei dem durch Ermittlungen nachgehen. Schmuck von Gräbern zu entwenden, sei kein Kavaliersdelikt, sondern erfülle eine Störung der Totenruhe, macht Axel Tritt deutlich.