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Oberlausitzer Osterreiter schätzen Spreewaldpferde

Auf Pferden vom Reiterhof Jerol reiten Wittichenauer beim Osterreiten in der sächsischen Lausitz.Auf Pferden vom Reiterhof Jerol in Mühlendorf bei Byhleguhre reiten seit rund 25 Jahren Wittichenauer beim traditionellen Osterreiten in der sächsischen Lausitz.
Auf Pferden vom Reiterhof Jerol reiten Wittichenauer beim Osterreiten in der sächsischen Lausitz.Auf Pferden vom Reiterhof Jerol in Mühlendorf bei Byhleguhre reiten seit rund 25 Jahren Wittichenauer beim traditionellen Osterreiten in der sächsischen Lausitz. FOTO: privatFoto: privat
Am Ostersonntag werden weit über 1000 Osterreiter auf Straßen und Wegen in der katholischen sorbischen Lausitz die Botschaft von der Auferstehung Jesu singend und betend verkünden. Rund zwei Dutzend Reiter aus Wittichenau sind dabei auf Pferden unterwegs, die dem Reiterhof Jerol gehören. Das Mühlendorfer Familienunternehmen betreut die „Osterrösser“ seit einem Vierteljahrhundert. Von Torsten Richter

„Juleika ist unser erfahrenstes Osterpferd. Sie trug schon zu DDR-Zeiten die Osterreiter übers Land“ , erzählt Sabine Jerol vom gleichnamigen Reiterhof. Der 24-Jährige Warmblüter sei wegen seiner ruhigen Art bei den Reitern beliebt. Auch in diesem Jahr werde Juleika wie rund 25 weitere Pferde des Mühlendorfer Reiterhofes am Osterreiten zwischen Wittichenau und Ralbitz teilnehmen.
Laut dem Autor Alfons Frenzel handelt es sich in Wittichenau um die zahlenmäßig größte der insgesamt fünf Osterreiterprozessionen in der sorbischen Lausitz. Etwa 400 Männer im schwarzen Frack würden die rund 22 Kilometer lange Strecke nach Ralbitz und wieder zurück reiten.
„Am beeindruckendsten ist immer die abendliche Aufstellung auf dem Wittichenauer Marktplatz“ , erzählt Sabine Jerol. „Verschiedenste Pferde stehen ruhig zusammen und lauschen den deutschen und sorbischen Gesängen Hunderter Männer“ , fügt sie an.
Zu den Vorbereitungen in der Karwoche gehört laut Sabine Jerol die Überprüfung von Lkw und Pferdeanhänger. Auch die Pferde müssten vorbereitet werden. „Wir trainieren sie mit weitläufigen Ausritten im Gelände“ , sagt die Pferdefachfrau.
Auch das Verladen der Tiere in den Anhänger ist nicht ohne: „Manche Pferde fahren gern, andere weniger. Daher kombinieren wir ältere mit jüngeren Rössern, um keine Angst aufkommen zu lassen“ , so Jerol. Nach der rund 80 Kilometer langen Fahrt am Karfreitag oder Karsamstag würden die Pferde auf den Höfen der Osterreiter einquartiert. Anschließend gelte es, die imposanten Vierbeiner zu waschen, zu putzen und vor allem zu schmücken, so Sabine Jerol. Außerdem würden vom Reiterhof Jerol jedes Jahr Betreuer mitfahren, die den Osterreitern mit Rat und Tat zur Seite stünden. Aus diesem Grund müsse ihre Familie Ostern immer schon am Karfreitag vorfeiern, bedauert Sabine Jerol.
Der Ostersonntag werde in Wittichenau von der ergreifenden Atmosphäre der Kreuzreitermesse eingeleitet. Besonders imposant sei es, wenn die ersten Sonnenstrahlen durch die Kirchenfenster leuchteten. Nach der Messe würden die Pferde gefüttert. Gegen 9 Uhr sei die Aufstellung auf dem Marktplatz, 20 Minuten später würde es losgehen.

Hintergrund Keine Begegnung
 Die Lausitzer Osterreiter verkünden singend und betend die Auferstehung Jesu. Die Wittichenauer Prozession reitet über Saalau, Kotten und Cunnewitz nach Ralbitz, während die Ralbitzer Reiter über einen anderen Weg nach Wittichenau gelangen. Niemals begegnen sich beide Prozessionen. Stets stellen die Wittichenauer Reiter die deutsche Prozession, während die Osterreiter der umliegenden Dörfer den sorbischen Teil ausmachen. Jedes Jahr wechseln sich Deutsche und Sorben als Kreuzträger ab.