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| 10:16 Uhr

Nur 66 Schüler in Görlsdorf

Görlsdorf.. Die Schule in Görlsdorf ist seit 1999 eine kleine Grundschule. Klassenübergreifender Unterricht sollte den Schulstandort sichern und bis zu dem Zeitpunkt stabilisieren, an dem wieder mehr Kinder eingeschult würden. Bei derzeit 66 Jungen und Mädchen und sechs Lehrern, von denen drei in diesem Jahr in den Ruhestand gehen, zog das staatliche Schulamt Wünsdorf die Bremse. Gabriele Bernhardt

Der Fahrplan der Verwaltung für die Bildungseinrichtung sah anders aus. "Wenn wir mittelfristig den Schulstandort sichern wollen", so Bürgermeister Harry Müller im Dezember, "muss man Geld in die Hand nehmen." Nach einer Vor-Ort-Begehung sah die Verwaltung Mängel z. B. beim Mobiliar. Denkbar wäre gewesen, ausscheidende Fachlehrer durch Kollegen aus Uckro zu ersetzen und so die kleine Grundschule bis zum Schuljahr 2008/09 offen zu halten. Danach, so Hauptamtsleiter Gerald Lehmann, müsse die Schule definitiv wegen zu geringer Schülerzahlen geschlossen werden. In einem Brief kurz vor dem Weihnachtsfest empfahl Schulrat Dr. Ulrich Vietz aus Wünsdorf die Schließung der Bildungseinrichtung noch im Sommer.

Zu einer Sondersitzung des Schul- und Sozialausschusses am Mittwochabend in der Turnhalle von Görlsdorf waren deshalb auch etwa 70 interessierte Eltern gekommen. Sie wollten wissen, ob es nicht doch noch Chancen gibt, ihre Kinder bis zum Jahr 2008 in Görlsdorf unterrichten zu lassen. "Es ist ein Gebot der Demokratie, dass wir uns gemeinsam darüber unterhalten", betonte der Bürgermeister.

Vorteile von geringen Klassenfrequenzen, einer familiären Betreuung der Jungen und Mädchen spielten ebenso eine Rolle wie überfüllte Schulbusse in Richtung Luckau. Es wurden aber auch Forderungen laut, dass sich die Verwaltung kümmern solle, dass die Schule auf Dauer erhalten bliebe. Keiner könne ausschließen, so die Meinung eines Vaters, dass nicht vielleicht in zehn oder 15 Jahren wieder deutlich mehr Kinder geboren würden. Eine Mutter fragte, ob man den Kinder etwas Gutes tue, wenn sie in der Grundschulzeit die Schule wechseln und gleich danach in einer weiterführenden Schule angemeldet werden müssten

"Wir sollten das Prinzip Hoffnung nicht überstrapazieren", erwiderte Müller. Er offerierte den Eltern einen Vorschlag, der mit dem Ausschuss noch nicht besprochen war. Seine Idee: Entgegen der jetzt vorhandenen zwei Schulbezirke Luckau und Görlsdorf sollte es nur einen geben – Luckau mit einer Außenstelle in Görlsdorf. Dort könnten die Kinder von der 1. bis zur 4. Klasse unterrichtet werden. Folgt in der 5. Klasse der Fachunterricht, sollen die Kinder in Luckau beschult werden. Zur Auslastung des Görlsdorfer Schulgebäudes regte er an, die Kita ebenfalls im Schulhaus unterzubringen. "Es wird aber viel Kraft kosten, das Schulamt davon zu überzeugen."

Gerald Lehmann nannte noch einmal die Alternativen: Entweder die beiden Schulbezirke bleiben in Kraft bis zur Schließung der Grundschule 2008/09; Görlsdorf wird eine Außenstelle der Luckauer Schule oder man akzeptiere die Schließung schon in diesem Jahr.

Der Sozialausschuss beauftragte schließlich die Verwaltung, Kontakte mit dem staatlichen Schulamt aufzunehmen und abzuklären, welche Variante machbar sei, um den Schulstandort bis 08/09 halten zu können.
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Zum Thema: Entscheidung

Auf ihrer Versammlung am 27. Januar werden die Stadtverordneten über den Schulstandort Görlsdorf beraten. Wenn das Schulamt zustimmt, könnte die kleine Grundschule zu einer Außenstelle der Luckauer Grundschule werden. Verweigert das Schulamt seine Zustimmung, müsste die Schule bereits in diesem Sommer geschlossen werden.
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