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| 17:24 Uhr

Oldtimer
Nostalgie auf Rädern in Buckow

Etwa 100 AWO-Motorräder und andere Zweiräder aus DDR-Produktion waren am Wochenende in Buckow zu sehen.
Etwa 100 AWO-Motorräder und andere Zweiräder aus DDR-Produktion waren am Wochenende in Buckow zu sehen. FOTO: Andreas Staindl
Buckow. Besucher bis aus Augsburg erfreuen sich an großer Auswahl von AWO-Motorrädern. Von Andreas Staindl

Das ist schon ein Phänomen. Fast so viele AWO-Motorräder und andere Zweiräder aus DDR-Produktion wie Buckow Einwohner hat wurden am Wochenende in Dahmes Ortsteil gezählt. Das 6. AWO-Treffen lockte erneut Teilnehmer aus ganz Deutschland, aber auch aus dem Ausland. „Die Resonanz ist super, ich bin zufrieden“, sagt Kai Liepe, einer der Organisatoren. „Es gibt Leute, die waren noch nie hier, wollten aber unbedingt mal dabei sein.“

Rolf Reyer etwa. Er war mit seiner AWO aus Augsburg in Bayern angereist. „Ich bin im Forum im Internet auf die Veranstaltung aufmerksam geworden und war gespannt auf die Begegnung mit den anderen Motorradfreunden“, erzählt er. „Meine Erwartungen wurden erfüllt. Hier sind so viele Leute mit gleichen Interessen. Die Gespräche mit ihnen sind nett und unkompliziert. Eine solche Herzlichkeit habe ich nicht oft erlebt. Es macht einfach Spaß, hier zu sein.“ In Buckow sei er einer unter vielen, in Augsburg ein Exot: „Gerade mal fünf AWO-Motorräder gibt es bei uns.“ Seit 2015 hat er sein nostalgisches Motorrad. Damit war er schon auf der Isle of Man: „3500 Kilometer ohne Probleme. Die AWO läuft und läuft.“

Auch Torsten Nitschke ist fasziniert von den Motorräder, die in den 1950er Jahren gebaut wurden. Seine AWO ist Geburtsjahr 1955, war Schrott, als er sie gekauft hatte. Der Märkisch Buchholzer aus dem Landkreis Dahme-Spreewald hat sie selbst aufgebaut. Seit 2017 ist er mit seiner AWO unterwegs und fährt auch zu AWO-Treffen. Während einer dieser Treffen kürzlich lernte er Rolf Reyer kennen. „Die Chemie zwischen uns stimmt.“ Für Buckow hatten sich die beiden Männer verabredet. „Es ist einfach schön, sich über das gemeinsame Hobby auszutauschen“, sagen sie. „Da spielt es keine Rolle, woher jemand kommt und was er beruflich macht. Hier in der Szene sind alle gleich.“

Das diesjährige Treffen in Buckow begann mit Live-Musik im alten Volksbad im Ortsteil. „So viele Leute wie diesmal waren zum Auftakt noch nie hier“, sagt Kai Liepe. Auch Niels Giesa war dabei. Der Eisenhüttenstädter, Jahrgang 1951, hatte sein AWO-Gespann vor dem Eingang zum Bad geparkt. Nicht nur das Motorrad Baujahr 1957 sondern auch der alte Holzkasten an der Seite machte neugierig. „Damit haben mein Vater, mein Bruder und ich schon tausende Tonnen Material transportiert“, erzählt Niels Giesa. Original sei der Beiwagen dennoch nicht sondern ein Eigenbau. Was ihn an der Nostalgie auf Rädern fasziniert? „Die AWO ist Teil meines Lebens, ich bin mit ihr aufgewachsen. Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, ist das wie eine Rückkehr in meine Jugendzeit.“

Das AWO-Treffen ist fast ein Selbstläufer. „Werbung haben wir nicht mehr nötig“, sagt Kai Liepe. „Es hat sich herumgesprochen, dass man bei uns ein tolles Wochenende verbringen kann.“ Der Bayer Rolf Reyer bestätigt das: „Die Veranstaltung ist wie ein großes Familientreffen.“ Auch David Zickert kommt genau deswegen gern nach Buckow. „Ich fühle mich hier einfach wohl“, erzählt der Gießmannsdorfer (Stadt Luckau). „Obwohl ich keine AWO sondern eine MZ fahren schaut mich niemand komisch an, im Gegenteil. Die Gespräche hier sind alle sehr herzlich. Jeder wird akzeptiert.“

Für David Zickert war es nicht das erste AWO-Treffen in Buckow. Er war schon mehrmals dabei und stellte sich als Absicherungshelfer während der Ausfahrt zur Verfügung. „Ich bringe meine Erfahrungen gern ein.“ Die gemeinsame Ausfahrt führte die Teilnehmer am Samstag nach Jessen. Die zwei bis drei Kilometer lange Kolonne dürfte für Aufmerksamkeit gesorgt haben.