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| 14:47 Uhr

Neue Wege und Betreiber
„Mit Gottvertrauen, Leidenschaft und viel Mut in der Arbeit“

 Nils und Katharina Friedrich freuen sich über das Geschenk, das ihnen Pfarrer Carsten Rostalsky (v.li.) zum Abschied überreicht.
Nils und Katharina Friedrich freuen sich über das Geschenk, das ihnen Pfarrer Carsten Rostalsky (v.li.) zum Abschied überreicht. FOTO: Andreas Staindl
Dahme. Der Leiter des Seminars für kirchlichen Dienst hat Dahme in Richtung Berlin verlassen. Von Andreas Staindl

Nils und Katharina Friedrich haben Dahme verlassen. Er war Leiter des Seminars für kirchlichen Dienst, seine Frau dort Mitarbeiterin. Beide wurden von der evangelischen Kirchengemeinde während des regionalen Neujahrsgottesdiensts am Sonntagnachmittag offiziell verabschiedet.

Dahmes Pfarrer Carsten Rostalsky sprach von einem „besonderen Gottesdienst“. Klar, Nils Friedrich hatte das Seminar in der Flämingstadt schließlich fast zehn Jahre lang geleitet. Am 15. Juni 2009 war sein erster Arbeitstag. Jetzt zieht es ihn und seine Frau nach Berlin. Zurück bleiben Erinnerungen, gemeinsame Erlebnisse, aber auch Wehmut.

Christina-Maria Bammel verabschiedete die Familie Friedrich mit einem „kleinen Stich im Herzen“. Die Oberkirchenrätin (OKR) der evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) spielte damit auf das engagierte Wirken von Nils Friedrich an, das jetzt Geschichte zumindest in Dahme ist. Sie bescheinigte ihm, „Gottvertrauen und Leidenschaft, aber auch viel Mut für seine Arbeit im kirchlichen Seminar“ gehabt zu haben. „Seine Kenntnisse und Fähigkeiten reichen weit über das Theologische hinaus. Er war immer sehr interessiert an Lösungen für das kirchliche Haus. Nils Friedrich kann zuhören, mag Menschen – das war eine wichtige Voraussetzung für seine Arbeit“, sagt Christina-Maria Bammel. „Und er hat Potenzial an seiner Wirkungsstätte in Dahme gesehen.“

Das Seminar für kirchlichen Dienst in der Flämingstadt blickt auf eine 800-jährige Geschichte zurück. Es ist ein Rüstzeitenheim und eine Tagesstätte etwa für Chöre und Orchester, für Freizeiten von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, ein Domizil für die ganze Familie, für Rüstzeiten, Freizeiten und Seminare. Bis zu 6000 Gäste werden jährlich begrüßt – durchaus eine Herausforderung. „Nils Friedrich musste klug kalkulieren und vorausschauend planen“, sagt die Oberkirchenrätin Bammel. „Das ist ihm gelungen. Er übergibt ein stabiles Haus mit guten Perspektiven.“ Die evangelische Bildungsstätte HOSPES Evangelisch-Tagen GmbH in Berlin übernimmt das Seminar in Dahme ab dem 1. Februar dieses Jahres.

 Katrin Rudolph hatte zuvor für Offenheit gegenüber Neuem geworben. Die Superintendentin des Kirchenkreises Zossen-Fläming hielt die Predigt während des Gottesdiensts am Sonntag im Heinrich-Schütz-Saal in Nachbarschaft der St. Marienkirche in Dahme. Sie nutze den Neujahrsgottesdienst zudem, um neue Lektorinnen und Lektoren zu würdigen. Sie überreichte ihnen das aktuelle Perikopenbuch mit gottesdienstlichen Texten und Liedern. „Unsere Lektorinnen und Lektoren sind eine große Bereicherung für unser gottesdienstliches Leben,“ sagt die Superintendentin.

 Auch Nils Friedrich war ein Gewinn für die Kirche, für Dahme und die Region. „Er schaut Menschen ins Herz ohne bloßzustellen“, sagt Christina-Maria Bammel. „Das ist eine ganz besondere Gabe. Wir bräuchten mehr von dieser Sorte und werden seine Sicht auf die Dinge vermissen. Dank seiner ist das kirchliche Seminar zu einer christlichen Herberge geworden“, sagt die Oberkirchenrätin. „Schade, dass ich ihn und seine Frau nur drei Jahre lang begleiten durfte.“

Nils Friedrich hatte die Leitung des Seminars 2009 von Angelika Falk übernommen. Der gebürtige Mecklenburger stammt aus einer christlichen Familie, ist gelernter Gastronom. Er hat ein Sterne-Restaurant in Hamburg geleitet, Bio-Produkte vermarktet und im Fernstudium ein Theologie-Studium absolviert. Nach Dahme kam er anfangs allein, doch seine Frau und die drei Kinder folgten ihm bald. Jetzt, fast zehn Jahre später der Abschied aus der Flämingstadt. „Danke für das knappe Jahrzehnt, in dem hier etwas wachsen durfte“, sagt Bammel.