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| 18:36 Uhr

Internationaler Museumstag
Als die Bilder noch auf dem Kopf standen

 Die siebenjährige Hannah und die dreijährige Ella Seedorf (v.l.) hatten viel Spaß mit der Lochkamera.
Die siebenjährige Hannah und die dreijährige Ella Seedorf (v.l.) hatten viel Spaß mit der Lochkamera. FOTO: Birgit Keilbach
Luckau. Niederlausitz-Museum bot Einblicke in die Entwicklung der Fotografie von den Anfängen bis zur Gegenwart. Von Birgit Keilbach

„Museen – Zukunft lebendiger Traditionen“ lautete das Motto des internationalen Museumstages am Sonntag. Das Niederlausitz-Museum erwartete die Besucher mit einer Sonderausstellung „Lichtbilder“ im Klostersaal der Kulturkirche. Rund 100 Gäste nutzten diese Gelegenheit, mehr über die Geschichte der Fotografie zu erfahren.  

Diese wurzelt bereits im 4. Jahrhundert vor Christus, als Aristoteles die Camera Obscura beschrieb. Dieses Prinzip der Lochkamera bildet das anvisierte Objekt ab, allerdings auf dem Kopf stehend. Mittels einer Glasplatte wurde dieses dann von Hand kopiert. Das erste praxistaugliche Fotografieverfahren, die Daguerrotypie, hatte der französische Maler Louis Jacques Mandé Daguerre entwickelt und 1839 öffentlich vorgestellt. Versilberte Kupferplatten wurden dafür mit Chemikalien behandelt und belichtet. Bereits 1826 war es Joseph Nicéphore Niépce gelungen, das erste Foto überhaupt zu fertigen, wofür er eine mit Asphalt beschichtete Zinnplatte belichtete. Eine Kopie davon sowie vom ältesten Foto, das einen Menschen zeigt, war in der Ausstellung zu entdecken. Meilensteine der weiteren Entwicklung waren die ersten colorierten, daher farbigen Fotografien, wie Museumsleiterin Marina Gadomski während des Rundgangs erläuterte. Um 1900 hielt dieses neue Medium auch in Luckau Einzug. Ein coloriertes Foto einer Spreewälderin, angefertigt um 1900 vom damaligen „Photographischen Atelier Leberecht“ legt Zeugnis davon ab. Später waren Carl Trieb und Paul Liebe die Fotografen in der Stadt. Historische Zeitungsanzeigen künden davon, dass es Anfang des 20. Jahrhunderts auch reisende Fotografen gab. Ergänzend dazu zeigte die Sonderschau verschiedene Kameramodelle, von der Balgenkamera über analoge Spiegelreflex- bis hin zu Kleinbild-Kameras. Den Bogen zu fotografischen Möglichkeiten der Gegenwart schlug eine kleine Präsentation des Fotostudios Steinhagen; inklusive Fotoalbum mit integriertem Video.

„Dass Aristoteles schon 400 vor Christus das Prinzip der Camera Obscura verstanden hatte, war für mich überraschend“, sagte Eberhard Rehbann, der mit seiner Frau Ellen aus Görlsdorf zum Museumstag erst das Cartoonmuseum und dann das Niederlausitz-Museum besuchte. Beim Anblick der kleinen Kamera „Pouva start“ seien Erinnerungen wach geworden. Durch eine Lochkamera konnten die Museumsbesucher auch blicken und den Umkehreffekt entdecken. „Man erkennt das umgekehrte Bild an den spitz zulaufenden Fenstern“, stellte Eberhard Rebann fest.

Spielerisch probierten auch Ella und Hannah Seedorff aus Pitschen-Pickel die Lochkamera aus. „Da sieht man zwei Striche“, erzählte die dreijährige Ella. Am Basteltisch fertigten sich die zwei Mädchen Daumenkinos mit verschiedenen Motiven an. „Ich habe eins mit Erdmännchen und eins mit einem Piratenschiff“, sagte die siebenjährige Hannah. Mutter Stefanie Seedorff gefiel das Angebot für die Kinder zum Museumstag und lockte sie mit dem Märchenkino. „Zuerst haben wir uns ‚Die sieben Geißlein‘ angeschaut“, sagte sie, bevor es im Museum weiter zur Dauerausstellung ging.

 Die siebenjährige Hannah und die dreijährige Ella Seedorf (v.l.) hatten viel Spaß mit der Lochkamera.
Die siebenjährige Hannah und die dreijährige Ella Seedorf (v.l.) hatten viel Spaß mit der Lochkamera. FOTO: Birgit Keilbach