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New Yorker Jazz-Feeling mit Digital Primitives

Digital Primitives im Glad-House: Cooper-Moore singt "I'm so happy to be alive”, Chad Taylor und Assif Tsahar (v.l.) stimmen ein und verabschieden sich so von den Cottbuser Jazz-Fans.
Digital Primitives im Glad-House: Cooper-Moore singt "I'm so happy to be alive”, Chad Taylor und Assif Tsahar (v.l.) stimmen ein und verabschieden sich so von den Cottbuser Jazz-Fans. FOTO: I. Hoberg
Cottbus. (ho) Zum Auftakt einer 14-tägigen Tour hat dieser Tage das Trio Digital Primitives mit Cooper-Moore, Assif Tsahar (Saxofon) und Chad Taylor (Schlagzeug) im Glad-House Station gemacht. Cooper-Moore (Gene Y.

Ashton), von Hause aus Pianist, hatte einige seiner selbst gebauten Instrumente mitgebracht. Dazu gehörte das A Deedly-bo, ein dreisaitiges, bundloses Banjo, und eine elektrisch verstärkte Mundvioline. Dass der 70-Jährige auch als Pädagoge und Musiktherapeut in New York arbeitete, ist unverkennbar. Er vertieft sich nicht nur in die Klänge seiner individuellen Instrumente, er kann auch zuhören, wenn die beiden Jungen ins Horn stoßen oder die Trommelstöcke wirbeln lassen. Und er hat eine Botschaft, die er auch in Cottbus singt: "The people have rights!"

Ein bisschen verrückt muss es bei Cooper-Moore schon zugehen, er spielt den Blues, er lässt die Zuhörer teilhaben an seiner Freude, mit Tsahar und Taylor an diesem Abend gemeinsam musizieren zu können. Das sei ihren tollen Frauen zu verdanken, die sie ins ferne Cottbus (viele Flugstunden von der Heimat entfernt) reisen ließen. So unterhaltsam plaudern Jazzmusiker selten - neben ihrer Musik, die an diesem Abend fast meditativ ist, aber auch experimentell und anregend. Sie sind eben mit allen Wassern der Improvisationskunst gewaschen, ob durch den Einfluss von Monk, Minugs oder Coleman, das Spiel mit William Parker, Pharoah Sanders, John Zorn, Evan Parker, Peter Kowald, Cecil Taylor. Assif Tsahar spielte auch schon mit Mary Halvorson, die im nächsten Jazz-Konzert im Obenkino zu erleben sein wird.

Das Trio Digital Primitives, dessen Name an diesem Abend auch von Veranstalter Jürgen Dulitz nicht aufgeklärt werden konnte, zeigte, dass Improvisationskunst, Free Jazz und Groove keine Widersprüche sind.

Zu Jazz im Obenkino werden am Montag, 3. April, 20 Uhr, die beiden amerikanischen Jazz- und Improvisationsmusiker Mary Halvorson (Gitarre) und Tomas Fujiwara (Schlagzeug) erwartet.