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| 14:19 Uhr

Luckau
Neustart im Generationentreff

Doris Schmidt leitet im Mehrgenerationenhaus ehrenamtlich ein Handarbeitsprojekt für einheimische und geflüchtete Frauen.
Doris Schmidt leitet im Mehrgenerationenhaus ehrenamtlich ein Handarbeitsprojekt für einheimische und geflüchtete Frauen. FOTO: Carmen Berg / LR
Luckau. Nach Umbau finden Alt und Jung in Luckau an der Jahnstraße 8 viele Angebote. Von Carmen Berg

„Schön und großzügig“ findet Horst Brodatzki den Mehrzweckraum des neuen DRK-Mehrgenerationenhauses an der Jahnstraße 8. Der Vorsitzende des Luckauer Seniorenbeirates  zählt die Plätze. Sein Fazit: Auch größere Veranstaltungen wie den Tag der Altenpflege kann der Beirat in der Einrichtung wieder ausrichten.

Das Mehrgenerationenhaus hat jüngst sein zehnjähriges Bestehen begangen und zugleich sein neues Domizil eingeweiht. Der Umzug war nicht geplant, er war nach einem Eigentümerwechsel beim Standort am Markt im Vorjahr nötig geworden. Die Kündigung sei ein Schock gewesen, gibt Einrichtungsleiterin Marita Kabitschke zu. Sie erinnert sich an die Worte des DRK-Kreisvorsitzenden Harald-Albert Swik, dass jedes Ende auch ein Anfang sei. „Ich wollte das damals nicht glauben, aber es stimmt“, sagt sie.

Als sich für den Generationentreff in der Stadt keine Alternative fand, baute der DRK-Kreisverband Fläming-Spreewald auf dem Gelände seines Sozialzentrums an der Jahnstraße ein leeres Nebengebäude aus. „Dach, Fußböden, alles musste gemacht werden“, sagt Harald-Albert Swik. Die Kosten beziffert er auf rund 100 000 Euro.

Während der mehrmonatigen Bauzeit rückten Sozialstation und Generationentreff zusammen. „Es war vom ersten Tag an ein gutes Miteinander“, sagt Marita Kabitschke.

Die vier neuen Räume sind freundlich und modern. Im Spielzimmer für die Kinder probiert Fiona die Rutsche aus. „Cool“, urteilt die Achtjährige. Bärbel Heisler, Seniorenbeauftragte des Ortsteils Cahnsdorf, ist froh, dass trotz Umzug die vielfältigen Angebote erhalten bleiben.  Als Beispiel nennt sie die Beratungstage der Knappschaft. „Viele Leute aus unserer Region haben im Bergbau gearbeitet und nutzen diese Möglichkeit“, erzählt sie.

Harald-Albert Swik würdigt den Landkreis Dahme-Spreewald, der weit über das Bundesprogramm hinaus Mehrgenerationenhäuser in größeren Orten eigenständig fördert. Die anfängliche Sorge, sie würden andere soziale Angebote wegdrücken, habe sich nicht bewahrheitet. „Sie haben sich stattdessen gut in bestehende Strukturen eingepasst und die soziale Arbeit in der Fläche weiter befördert“, so seine Bilanz. Auch in Luckau sind unterschiedliche Träger mit Beratungen und Veranstaltungen präsent. Von der Schuldner- und der Mutter-Kind-Kurberatung über den Pflegestützpunkt bis hin zum Netzwerk gesunde Kinder mit seinem Schangerenfrühstück finden Alt und Jung Anlaufpunkte.

„All das wäre nicht möglich ohne Ehrenamtliche“, sagt Luckaus stellvertretender Bürgermeister Thomas Rohr. Bei Klaus-Dieter Feist beispielsweise können Senioren individuell den Umgang mit PC und Smartphone lernen (Infos unter Telefon 0162 1950456). Doris Schmidt leitet eine Handarbeitsgruppe, in der geflüchtete und deutsche Frauen gemeinsam nähen, stricken, häkeln. „Die Frauen aus Syrien zeigen manchmal Handyfotos von tollen Sachen, die sie früher zu Hause gemacht haben.  Und dann kommen da plötzlich Aufnahmen von zerbombten Häusern. Das geht durch und durch“, erzählt die Helferin. „Ich habe schon viele Stunden im Mehrgenerationenhaus verbracht und möchte keine davon missen,“ sagt Doris Schmidt.