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| 02:40 Uhr

Neues Verfahren geht alten Beton-Pumpschächten an Kragen

Michael Müller ist der Geschäftsführer der Lausitzer Klärtechnik GmbH in Luckau-Alteno.
Michael Müller ist der Geschäftsführer der Lausitzer Klärtechnik GmbH in Luckau-Alteno. FOTO: Andreas Staindl/asd1
Luckau. LKT Luckau meldet Sanierung FlexRehaSchacht als Patent an. Unternehmen agiert weltweit und bildet Nachwuchs für den Abwasserbereich aus. andreas staindl / asd1

Die Lausitzer Klärtechnik (LKT) GmbH in Luckau-Alteno ist weltweit präsent. Das Unternehmen aus der Niederlausitz engagiert sich etwa in Afrika, Südamerika, China, der Karibik, im Iran und in zahlreichen Ländern Europas. Weitere Partnerschaften werden angestrebt, aktuell mit Kolumbien, wie Geschäftsführer Michael Müller sagt. Für Hotelanlagen in der Karibik hat seine Firma drei große Kläranlagen geliefert. Die größte Anlage des Unternehmens steht in Lettland.

Die Lausitzer Klärtechnik GmbH nutzt Partner vor Ort. Seit mehr als 20 Jahren entwickelt, produziert und vermarktet LKT umwelttechnische Anlagen für die dezentrale Abwasserreinigung. "Regenwasserpumpstationen werden derzeit stark nachgefragt", erzählt der Geschäftsführer. "Alle neuen Versorgungsmärkte lassen diese einbauen." Für die Herstellung biologischer Kläranlagen steht auf 6500 Quadratmeter Hallenfläche modernste Fertigungstechnik zur Verfügung. Das Unternehmen ist führender Anbieter für Klärtechnik in Deutschland.

Etwa 60 Mitarbeiter sind beschäftigt. "Sie sind hoch qualifiziert und motiviert, verstehen ihr Handwerk", sagt der Geschäftsführer. "Wir bilden auch aus, derzeit vier junge Leute. Sie lernen im kaufmännischen Bereich und in der Produktion. Betonfertigteilbauer wird kaum noch nachgefragt. Deshalb bilden wir künftig Industriemechaniker und Servicekräfte für den Abwasserbereich aus - ein spannender Bereich mit Zukunft", erklärt Michael Müller. Innovation wird bei LKT groß geschrieben. Dienstleistungen und Produkte werden weiterentwickelt und optimiert. Derzeit laufen zwei Forschungsprojekte, ein drittes ist in Vorbereitung, berichtet Torsten Hansen, Technische Abteilung/Export. "FlexRehaSchacht" ist eines der laufenden Projekte.

Es ist ein neuartiges faserverbundbasiertes Sanierungsverfahren von stark beanspruchten Beton-Pumpschächten im Bestand. Die Tragwerks-Rehabilitation ist jahreszeitenunabhängig. Tiefbauarbeiten sind nicht notwendig. Kosten und Sanierungszeit werden halbiert. Etwa 1,3 Millionen Schachtbauwerke in Deutschland sind derzeit stark sanierungsbedürftig, wie Torsten Hansen sagt. "Abwasserzweckverbände wollen eine andere Sanierungslösung als heute", erklärt Michael Müller. Sein Unternehmen hat "FlexRehaSchacht" beim Patentamt in München angemeldet. Das neuartige Sanierungsverfahren - eine Art zweite Hülle aus Faser-Verbund-Kunststoffen - soll jetzt in der Praxis umgesetzt werden. Mit der Lausitzer Wasser GmbH & Co.KG in Cottbus ist für Oktober dieses Jahres die Sanierung von Betonpumpenschächten vereinbart, kündigt der LKT-Chef an. Das Unternehmen arbeitet auch beim zweiten Forschungsprojekt - Entwicklung eines mobilen Messgeräts - eng mit der Brandenburgischen Technischen Universität (BTU) Cottbus-Senftenberg zusammen. Damit können Reinigungsergebnisse der Kläranlagen ohne aufwändige Laboruntersuchungen schnell überwacht werden. Mit den innovativen Projekten sichert das Unternehmen seine Zukunft. LKT produziert in Luckau-Alteno, unterhält Vertriebsbüros dort und in Leipzig, ist auf internationalen Messen in verschiedenen Ländern vertreten.