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| 13:27 Uhr

Grundwasseranstieg nach der Kohle
Neues Schöpfwerk wird bei Karche-Zaacko gebaut

Luckau. Bergbausanierer schafft Abhilfe gegen vollgelaufene Keller und gegen Wasser auf den Feldern. Von Carmen Berg

Der Bergbausanierer LMBV ersetzt das stillgelegte marode Schöpfwerk in Karche-Zaacko durch einen Neubau. Das Vorhaben wird im Zuge der Gefahrenabwehr nach dem Grundwasser-Wiederanstieg realisiert. Das Einzugsgebiet des Schöpfwerkes erstreckt sich von Karche-Zaacko über den Osten der Stadt Luckau, Cahnsdorf und Freesdorf bis nach Görlsdorf und Goßmar. Damit Grundstücke, Wiesen und Felder künftig nicht mehr lange Zeit nass bleiben, soll das Wasser über die Gräben zügig abfließen können. Dazu wird es im Schöpfwerk gehoben und in die Berste abgeleitet, erklärten LMBV-Vertreter vor dem jüngsten Bauausschuss.

Den Experten zufolge hat der Grundwasserspiegel in dem Gebiet wieder seinen normalen Pegel erreicht. Nach Starkregen meldeten viele Anwohner in Karche-Zaacko, Luckau-Ost und Cahnsdorf vollgelaufene Keller. LMBV und Stadt Luckau sehen Handlungsbedarf.

Grundlage für die Erneuerung der Anlage aus den 1970er-Jahren ist ein Betreibervertrag, den die Stadt und anliegende Landwirtschaftsbetriebe geschlossen haben. Wie Bauamtsleiter Michael Krüger sagte, beteiligen sich die Nutznießer nach einem prozentualen Flächenschlüssel an der Finanzierung der Betriebskosten. Kosten für den Bau selbst werden nicht umgelegt, so der Bergbausanierer auf Nachfrage von Hans Lamich (Die Linke).

Dem dargelegten Zeitplan zufolge soll im September die Bauvorbereitung beginnen. Dazu gehört die Entschlammung des Mahlbusens, also des erweiterten Vorfluters vor dem Schöpfwerk, der Wasser sammelt und vorübergehend speichert. Rund 450 Kubikmeter Schlamm müssten geborgen, getrocknet und nach Beprobung dann umweltgerecht entsorgt werden, so die Experten.

Der Neubau des Schöpfwerkes soll im ersten Quartal 2019 starten und im dritten Quartal beendet sein. Parallel dazu würden das Cahnsdorfer Fließ sowie angrenzende Gräben auf Vordermann gebracht. „Wenn das Schöpfwerk fertig ist, sollen auch die Gräben wieder funktionieren“, hieß es. Dazu sei eine Vereinbarung mit dem Gewässerunterhaltungsverband „Obere Dahme/Berste“ geschlossen worden.

Der Verband wird auch die Überwachung und Steuerung der neuen Anlage übernehmen. Sie funktioniert per Funk-Fernübertragung, es muss kein Mitarbeiter mehr vor Ort sein. Beim Schöpfwerk in Beesdau werde dieses Verfahren bereits angewandt und funktioniere gut.

Die Luckauerin Marina Schwabe äußerte Bedenken, dass es bei Extrem-Wetterlagen, wie sie in der Vergangenheit häufiger vorkamen, zur Überflutung der Berste kommen könnte und das Wasser in Richtung Luckau zurückdrücken würde. Die Fachleute sahen diese Gefahr aufgrund der Berechnungen nicht. Zudem sei das umliegende Gelände nach den geplanten Grabeninstandsetzungen in der Lage, Niederschlagswasser wieder aufzunehmen, ergänzte Michael Krüger. Im Falle von Hochwassern könnten Mitarbeiter die Steuerung direkt vor Ort im Pumpenhaus übernehmen.