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Neues Gesicht für Luckaus Markt

Der Marktplatz soll ab dem kommenden Jahr in mehreren Bauabschnitten saniert werden.
Der Marktplatz soll ab dem kommenden Jahr in mehreren Bauabschnitten saniert werden. FOTO: fza1
Luckau. Der Marktplatz soll von Grund auf saniert und neu gestaltet werden. Ziel ist es Bürgermeister Gerald Lehmann (parteilos) zufolge, die Planungen in diesem Jahr abzuschließen. Carmen Berg

Die Luckauer sind von der Verwaltung ausdrücklich aufgefordert, ihre Ideen und Wünsche einzubringen.

Zum ersten Bürgerworkshop am Dienstagabend im gut gefüllten Schlossberg-Saal lenkt Stadtplaner Werner Hillmann vom Büro MKS aus Spremberg zunächst den Blick auf Besonderheiten des Platzes. Mit den frei stehenden Bauten von Hausmannsturm samt Georgenkapelle und Rathaus sowie den prächtigen Häuserfassaden, an denen einst Stuckateure aus Italien Hand anlegten, verströmt der Platz südländisches Flair. Das sei ungewöhnlich für die Region, so Hillmann.

Der Planer skizziert mögliche Lösungsansätze, wie dieser Charme bewahrt und weiter aufgepeppt werden kann. Die halbrunde Feldsteinbegrenzung samt Blumenrabatten sollte nach Expertenmeinung verschwinden und der Markt aufgeweitet werden. Zum Wie gibt es verschiedene Denkspiele.

In der einschneidendsten Variante würde der Platz ebenerdig bis an die Häuserfronten geführt. Autos und Fußgänger müssten sich dabei die jetzigen Fahrbahn- und Gehwegbereiche im Mischverkehr teilen. Matthias Müller gefällt der Vorschlag: In unserer Partnerstadt Warburg gibt es das auch, und es funktioniert super."

Wollen die Luckauer ihre Gehwege aber lieber behalten, sollte sich Werner Hillmann zufolge die Gestaltung an der Hauptstraße orientieren. Das heißt: In das Kleinpflaster würde eine komfortable Laufzone aus Granitplatten eingesetzt.

Vor der Ratskeller-Front könnten die Parkplätze der Stadtverwaltung einem doppelreihigen Biergarten weichen. Hillmanns Vorschlag: Ein Teil der Plätze wäre zur gastronomischen Vollversorgung gedacht. Es würde aber auch Tische für Gäste geben, die ihre Vesper mitbringen und nur ein Getränk bestellen wollen. So praktizieren es in Bayern viele Orte erfolgreich, erzählt er.

Die Parkplätze auf der Südseite würde der Stadtplaner beibehalten, plädiert jedoch für senkrechte statt schräg geführter Taschen. So hätten 46 statt 42 Autos Platz. Es gibt aber auch Stimmen, die diesen Bereich eher als Sitz- oder weitere Marktfläche sehen. Werner Hillmann zufolge soll die Gestaltung so erfolgen, dass sie jederzeit angepasst werden kann, wenn Nutzungsbedürfnisse sich ändern. Beispiel dafür wäre auch eine Fontäne auf dem großen Platz, die an Markt- oder Veranstaltungstagen im Boden verschwindet.

Kleinpflaster als Bodenbelag oder asymmetrische Verbundsteine mit rauer Oberfläche, wie sie für Menschen mit Handicap benutzerfreundlicher sind? Auch darüber sollen sich die Luckauer Gedanken machen. Für Lothar Treder-Schmidt steht fest: "Moderne Platten passen nicht in die Altstadt."

Die häufigsten Bürgervorschläge betreffen jedoch nicht Pflaster oder Fontäne, sondern öffentliche Toiletten, die sich Ältere an zentraler Stelle wieder wünschen. Ein Häuschen, mit Efeu berankt, wie jemand sagt. Machbar sei alles, erklärt Werner Hillmann. Jedoch müssten solche Anlagen gepflegt und unterhalten werden. "Bei den Kosten werden wohl die Stadtverordneten die Hände heben", ist er überzeugt.

Zum Thema:
Dem ersten Bürgerworkshop sollen weitere folgen. Zunächst werden die Luckauer jedoch gebeten, sich an einer Fragebogen-Aktion zu beteiligen, aus der die Planer Prioritäten für ihre weitere Arbeit ableiten wollen. Die Fragebögen werden Bürgermeister Gerald Lehmann zufolge dem nächsten Lokalanzeiger beigelegt, sie sind auch beim Bürgerservice im Rathaus erhältlich und online unter www.luckau.de abrufbar.Die Umsetzung des Bauvorhabens soll 2018 beginnen und in mehreren Abschnitten erfolgen.