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| 17:30 Uhr

Kirche
Neuer Glanz in der Nikolaikirche Luckau

Groß ist die Freude bei Kunstgutbeauftragte Annegret Gehrmann (links) und Gemeindesekretärin Constanze Ernst über die restaurierten Kerzenleuchter für die Luckauer Nikolaikirche.
Groß ist die Freude bei Kunstgutbeauftragte Annegret Gehrmann (links) und Gemeindesekretärin Constanze Ernst über die restaurierten Kerzenleuchter für die Luckauer Nikolaikirche. FOTO: Dorn
Luckau. Kerzenleuchter strahlen nach der Restaurierung wieder.

Verformt und verzogen, offene Nähte, gebrochene Füße, Wachsflecke und eine graue Patina: Die Kerzenleuchter auf dem Altar in der Luckauer Nikolaikirche befanden sich in einem desolaten Zustand. Nach einer mehrmonatigen Restaurierung stehen die prächtigen, knapp ein Meter großen, Kunstgüter nun wieder an ihrem angestammten Platz. Am kommenden Sonntag sollen sie im Gottesdienst begrüßt werden.

„Diese Zinnleuchter standen fast 350 Jahre auf dem Altar. Sie haben die großen Kriege überstanden. Sie waren bei unzähligen Taufen, Konfirmationen und Trauungen dabei. Sie haben Generationen von Menschen kommen und gehen gesehen. Sie waren schon, bevor wir waren“, sagt Pfarrer Martin Meyer. Ihm und der Gemeindeleitung war die Frischekur für die Leuchter Herzensangelegenheit.

Fachlichen Rat fanden sie bei Annegret Gehrmann, Kunstgutbeauftragte im Kirchenkreis Niederlausitz. Sie hat den Kontakt zu Jörg Mann in Meißen hergestellt. Er ist einer der wenigen Menschen, die noch das Handwerk der Zinnrestaurierung verstehen. Mit großer Vorsicht hat er Hand angelegt: Nähte geschlossen, Risse ausgefräst, einen Kugelfuß repariert, die Oberfläche gereinigt und vieles mehr getan. Insgesamt sind etwa 2000 Euro in die Restaurierung geflossen: Eigenmittel der Kirchengemeinde, private Spenden und Geld aus dem Denkmalpflegefonds des Landkreises Dahme-Spreewald.

Zur Herkunft der Kerzenleuchter kann Annegret Gehrmann nur eine Vermutung äußern. „Die Gravur 1670 deutet auf das Stiftungsjahr hin. Da die Stiftung des Altars auf dasselbe Jahr datiert wird, gehe ich davon aus, dass Altar und Leuchter schon immer zusammengehören“, sagt sie. Am kommenden Sonntag um 10 Uhr sollen die in neuem Glanz erstrahlenden Halter offiziell begrüßt werden. „Ein Altar ohne Kerzenlicht wirkt für mich immer etwas traurig, wie die hohlen und leeren Fenster eines verlassenen Hauses. Ein Altar mit Kerzen – besonders, wenn sie auf schönen Ständern stehen – glänzt, leuchtet und strahlt“, freut sich Meyer und lädt herzlich zum thematischen Gottesdienst ein. Wie sollte es anders sein: Natürlich soll sich alles um das Licht drehen.