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Dahme
Neuer Chef im Dahmer Rathaus

David Kaluza ist der neue Verwaltungschef des Amtes Dahme.
David Kaluza ist der neue Verwaltungschef des Amtes Dahme. FOTO: Carmen Berg / LR
Dahme. Nach Fusion mit Niederem Fläming leitet David Kaluza das größte Amt in Brandenburg.

Nach dem Beitritt der Gemeinde Niederer Fläming ist das Amt Dahme 2018 um 23 Ortsteile und 3150 Bewohner gewachsen. 9300 Menschen leben dort auf rund 450 Quadratkilometern. David Kaluza (parteilos) ist der neue Amtsdirektor. Der vormalige Bürgermeister des Niederen Fläming steht an der Spitze des größten Amtes im Land Brandenburg.

Die beiden Verwaltungen so schnell wie möglich zusammenzuführen, sei vorerst die wichtigste Aufgabe, sagt er. Ein Prozess, der mindestens das erste Halbjahr, in Teilbereichen womöglich länger dauern werde, schätzt er ein.

Derzeit bohren und hämmern die Handwerker im Rathaus. Räume werden hergerichtet für den Zuwachs an Mitarbeitern. Noch 13 sind in der früheren Gemeindeverwaltung des Niederen Fläming in Werbig-Lichterfelde tätig. Künftig soll das Dahmer Rathaus Sitz der kompletten Verwaltung sein.  In Lichterfelde verbleiben die Meldebhörde sowie ein Bürgerbüro.  Das soll Bürgern weite Wege ersparen, wenn sie zum Beispiel Antragsformulare oder Gelbe Säcke brauchen. Geplant seien in der Außenstelle zudem an Sprechtagen  spezielle Sprechzeiten zu Bauanliegen, Kitas und Schulen. Das seien erfahrungsgemäß die Bereiche mit den häufigsten Bürgeranliegen, sagt David Kaluza. Zwar würden immer mehr Behördendinge online zu erledigen sein, „doch wir haben ältere Bürger, denen das nicht mehr zumutbar ist“, so der Amtsdirektor.

Die Amtsverwaltung sieht er „als Dienstleister für die Gemeinden“. Dem sollen neue Zuschnitte in der Struktur noch besser Rechnung tragen. Neben der Abteilung I (Finanzen, Liegenschaften, Melde- und Personenstandswesen) mit Abteilungsleiterin Bärbel Schmidt und der Abteilung II (Bauen, Ordnungsamt, Brand- und Katastrophenschutz) mit Chefin Christina Denkel kommt eine Abteilung für Innere Verwaltung, Schulen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, Kultur und Sport hinzu, die von Donata Tobinski, der ehemaligen Vize-Bürgermeisterin der Gemeinde Niederer Fläming, geführt wird.  Die Gemeinde bringt ins neue Amt zwei Kitas, eine Grundschule sowie einen Hort in kommunaler Trägerschaft ein. Im alten Amt haben Kitas und Horte freie Träger.

Ein Thema, das allerorts auf den Nägeln brennt, sind die Feuerwehren. „Die Aufgaben werden umfangreicher, während die Personaldecke dünner wird“, sagt der Amtsdirektor. Zur Unterstützung der Ehrenamtlichen sei in der Verwaltung eine Stelle eingerichtet worden. Ein Mitarbeiter mit Verwaltungsausbildung und Erfahrung als Feuerwehrmann werde kompetenter Ansprechpartner sein. Voraussichtlich im III. Quartal soll der erste gemeinsame Gefahrenabwehr-Bedarfsplan stehen, der die Entwicklung der Wehren im neuen Amtsbereich weiter fortschreibt, kündigt David Kaluza an.

Das Amt Dahme habe großes Potenzial, sagt er. Durch die Lage an der Fläming-Skate sei die Region attraktiv für Gäste. Der Verwaltungschef will die Öffentlichkeitsarbeit ausbauen. Eine Mitarbeiterin wird sich um den Internetauftritt sowie um die wirksame Publikation von Highlights und Veranstaltungen in den sozialen Medien kümmern, sagt er.

Um jedoch Infrastruktur in der Fläche zu erhalten, dürften sich Zuweisungen des Landes nicht nur nach Einwohnerzahlen richten, kritisiert der Verwaltungschef.  „So ist Entwicklung nicht möglich.“ Er  führt einen Vergleich an: mit 456 Quadratkilometern ist das neue Amt Dahme von der Fläche her etwa halb so groß wie Berlin, die Hauptstadt hat aber 400 Mal mehr Einwohner.

Die nächsten Wochen will der Amtsdirektor nutzen, seinen Arbeitsbereich und die Menschen vor Ort besser kennenzulernen. Das Zusammengehen sei richtig. Wenngleich die Kreisgebietsreform gekippt wurde, werde eine Strukturreform auf Gemeindeebene Thema bleiben. „Ob sie nun 2019 oder später kommt: Wir sind dann gut aufgestellt“, sagt David Kaluza.