Drei Konzentrationsflächen für Windkraft weist der Planentwurf für jenen Teil des Amtes Unterspreewald aus, zu dem die Gemeinden Steinreich, Kasel-Golzig, Drahnsdorf und die Stadt Golßen gehören. Schiebsdorf-Süd ist das kleinste Areal und bereits mit drei Anlagen bebaut. Es erweitert im Norden das Windeignungsgebiet Duben-West (Wind 12) der Regionalplanung Lausitz-Spreewald.

Die zweite Konzentrationsfläche erstreckt sich zwischen Schäcksdorf (Gemeinde Drahnsdorf) im Osten, Schöneiche und Schönerlinde im Westen und Hohendorf im Norden (alle Gemeinde Steinreich). Sie deckt sich im Wesentlichen mit dem im aktuellen Regionalplanentwurf für Windkraftnutzung ausgewiesenen 242 Hektar großen Areal (Wind 11). Sechs Anlagen sind dort bereits seit mehreren Jahren in Betrieb.

Nördlich von Schenkendorf und östlich von Damsdorf bis zur nördlichen Grenze des Amtsgebietes erstreckt sich die größte Fläche, auf der sich nach dem vorliegenden Planentwurf künftig Windräder drehen werden. Die Konzentrationsfläche ist im Regionalplanentwurf als Schenkendorf-Nord (Wind 67) ausgewiesen, umfasst 451 Hektar und grenzt unmittelbar an das 490 Hektar große Windeignungsgebiet Merzdorfer Heide der Regionalen Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming.

Die kommunale Planung sei die einzige Möglichkeit, mit der die Gemeinden die Standorte für Windkraftanlagen steuern könnten, erläuterte Amtsdirektor Jens-Hermann Kleine (CDU) den Gemeindevertretern. Nicht jede für Windkraftnutzung geeingete Fläche müsse auch als Konzentrationsfläche ausgewiesen werden. Allerdings seien die Kommunen rechtlich verpflichtet, "der Windkraft substanziell Raum zu verschaffen", ergänzte er. Deshalb seien insgesamt 20 Flächen nach sachlichen Kriterien beurteilt und abgewogen worden. "Der vorliegende Planentwurf ist Ergebnis dieses Prozesses", legte der Amtsdirektor dar. Dieser habe zudem ergeben, dass die im Regionalplanentwurf Lausitz-Spreewald von 2012 ausgewiesene Fläche westlich von Damsdorf (Wind 63, 124 Hektar) im aktuellen Planentwurf nicht mehr enthalten sei. Damit sei ein wichtiges Ziel der Gemeinde Steinreich erreicht. Denn die Damsdorfer Einwohner wären sonst von künftigen Windkraftanlagen förmlich umzingelt worden. Neu aufgenommen worden sei die Fläche nördlich von Schenkendorf.

Wichtig ist der Windkraft-Plan des Amtsgebietes noch aus einem anderen Grund. "Er gilt auch dann, wenn der Regionalplan außer Kraft treten sollte", erklärte Jens-Hermann Kleine. Das verhindere, dass in der Zukunft Windräder auf anderen als den festgelegten Flächen gebaut werden. Einstimmig billigten die Gemeindevertreter den vorliegenden Planentwurf. Allerdings unter der Bedingung, dass die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen dort erfolgen, wo die Anlagen entstehen, "also hier in der Gemeinde Steinreich", wie Bürgermeister Wolfgang Luplow (WG Steinreich) betonte. In einem zweiten Beschluss stimmten die Gemeindevertreter der Errichtung von bis zu zehn Windrädern in Schenkendorf-Nord zu.

Zum Thema:
Den Beschluss zur Aufstellungdes sachlichen und räumlichen Teilflächennutzungsplans Windkraftnutzung mit Ausschlusswirkung für das ehemalige Amtsgebiet Golßener Land hatte der Amtsausschuss im Mai 2012 gefasst. Nach Auswertung der eingegangenen Hinweise, Stellungnahmen und Anregungen zum Vorentwurf wurde die jetzt vorliegende Planung erstellt. Vom 16. Feburar bis zum 20. März wird diese im Gebäude des Amtes Unterspreewald in Golßen sowie im Bauamt in der Nebenstelle in Schönwalde öffentlich ausgelegt. Während dieser Zeit können die Einwohner Anregungen und Hinweise einbringen. bkh1