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| 20:15 Uhr

Erörterungstermin des Landesumweltamtes hat gezeigt
Geplante Windmühlen müssenauf den Prüfstand

 Mit den drei geplanten neuen Windkraftanlagen stehen dann im Windeignungsgebiet Falkenberg/Pitschen-Pickel insgesamt 115.
Mit den drei geplanten neuen Windkraftanlagen stehen dann im Windeignungsgebiet Falkenberg/Pitschen-Pickel insgesamt 115. FOTO: dpa / Patrick Pleul
Pitschen-Pickel/Falkenberg. Drei vorgesehene Anlagen in Falkenberg/Pitschen-Pickel sind nach neusten Berechnungen zu laut. Nun muss die Firma Energiequelle nacharbeiten. Von Anja Brautschek

Drei neue Windkraftanlagen sollen im Windeignungsgebiet Falkenberg/Pitschen-Pickel entstehen. Einen entsprechenden Antrag hat die Firma Energiequelle gestellt. Einige betroffene Anwohner fürchten dadurch noch mehr Beeinträchtigungen. Sorgen, die nicht unbegründet sind. Nach aktuellen Berechnungen sind die Windkraftanlagen zu laut. Das kam während eines Erörterungstermines des Landesamt für Umwelt (LfU) heraus.

„Nach aktuellem Stand sind die drei Windkraftanlagen demnach nicht genehmigungsfähig“, erklärt der zuständige LfU-Mitarbeiter vom Überwachungsreferat. Hintergrund ist ein neues Berechnungsverfahren für Geräuschemissionen, das vorherige Verfahren verschärft und seit Januar 2019 angewendet wird. Aufgrund der 112 Windkraftanlagen, die bereits in dem Gebiet errichtet sind, seien die Emissionsgrenzwerte von 45 Dezibel am Wohnort bereits nahezu erschöpft. Spielraum gebe es daher kaum noch. Die drei geplanten Anlagen würden – mit der neuen Berechnungsmethode – die Grenzwerte überschreiten. Um die Anlagen dennoch bauen zu können, muss die Firma Energiequelle nun entsprechende Maßnahmen entwickeln, die die Beeinträchtigungen eindämmen. Das könnte beispielsweise durch eine Nachtabschaltung oder Abschaltung älterer Anlagen erreicht werden.

Schon jetzt sei der Lärm der Windkraftanlagen in den nahen Dörfern deutlich wahrnehmbar, berichten Anwohner. Trotz geschlossener Fenster sei das Rauschen zu hören. „Draußen ist es lauter als ein Fön“, beschreibt eine Anwohnerin aus Pitschen-Pickel. Sie hat aus diesem Grund, und auch wegen des Schattenschlags, eine Einwendung gegen das Vorhaben eingereicht. Gegen den Schattenschlag sollen die neuen Anlagen mit Abschaltmodulen versehen werden. Sensoren messen die Sonneneinstrahlung und schalten nach 30 Minuten Schattenschlag am Tag, beziehungsweise 30 Stunden pro Jahr, ab. Für die anwesenden Gegner ist das zu wenig. „Ich sehe vor allem die Politik in der Pflicht. Die Grenzwerte sind zu großzügig angesetzt“, beschreibt Heinz Lieke das Problem.

Insgesamt gab es im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung fünf Einwendungen gegen das Vorhaben. Eine Entscheidung darüber kann erst getroffen werden, wenn alle Unterlagen vollständig sind. Offen sind noch einige Fragen zum Naturschutz sowie die Änderungen zur Eindämmung der Geräuschemissionen. Energiequelle hofft auf eine Antwort bis zum Herbst. Dann könnte bei positivem Entscheid im ersten Quartal 2020 Baubeginn sein. Die Inbetriebnahme ist derzeit für das zweite Quartal 2020 angesetzt. Die drei Windkraftanlagen sollen insgesamt 200 Meter hoch sein und einen Rotordurchmesser von 138 Metern haben.

 Mit den drei geplanten neuen Windkraftanlagen stehen dann im Windeignungsgebiet Falkenberg/Pitschen-Pickel insgesamt 115.
Mit den drei geplanten neuen Windkraftanlagen stehen dann im Windeignungsgebiet Falkenberg/Pitschen-Pickel insgesamt 115. FOTO: dpa / Patrick Pleul