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| 17:40 Uhr

Altenpflege
Neue Senioren-WG in Golßen

Daniela Maurer mit  Handwerker Ronald Leskow in der künftigen Küche. Die originalen Wandfliesen und andere historische Details des alte Hauses an der Hauptstraße 13 bleiben beim Umbau erhalten.
Daniela Maurer mit Handwerker Ronald Leskow in der künftigen Küche. Die originalen Wandfliesen und andere historische Details des alte Hauses an der Hauptstraße 13 bleiben beim Umbau erhalten. FOTO: Carmen Berg / LR
Golßen. Alternative Wohnform für pflegebedürftige alte Menschen findet regen Zuspruch.

Noch ist das ehemalige Geschäfts- und Wohnhaus an der Hauptstraße 13 eine Baustelle. Maler streichen die Wände in der künftigen Küche. Wertvolle originale Fliesen aus der Zeit um 1900 sind mit Folie geschützt. „Wir sind mitten im Schönmachen“, sagt Daniela Maurer. In wenigen Wochen, am 1. Mai, will die Golßenerin in dem Gebäude eine Wohngemeinschaft für pflegebedürftige Senioren mit zwölf Plätzen eröffnen. Es ist ihr viertes Haus dieser Art in der Region. Die erste Senioren-WG, das „Haus Sommergarten“ in Golßen, wurde Ende 2015 bezogen. Weitere Einrichtungen folgten 2016 in Kasel-Golzig und 2017 in Baruth. Die neue Wohngruppe mit zwölf Zimmern wird die bislang größte, sagt Daniela Maurer.

Die Senioren-WG’s boomen. Zwar sind für die jüngste noch wenige Restplätze zu vergeben, „für die anderen, die schon länger bestehen, haben wir Wartelisten“, so die Initiatorin.

Die 45-Jährige betreibt in Golßen erfolgreich einen privaten ambulanten Pflegedienst sowie eine Tagespflege. Doch sie wollte mehr tun für alte Menschen, die Hilfe brauchen. Wo Pflege in den Familien auch nachts und an den Wochenenden zum Problem wird, sieht sie in den Wohngemeinschaften eine Alternative zum Heim. „Für mich ist entscheidend, dass es sich in den kleinen Wohngruppen familiärer zusammenleben lässt als in einem großen Haus“, sagt sie. Angehörige seien jederzeit willkommen, könnten sich einfach dazu setzen oder bei den Unternehmungen in der Gemeinschaft mitmachen.

In den Wohngruppen haben die Mieter geräumige Zimmer, die sie nach eigenen Wünschen möblieren können. Zudem gibt es barrierefreie Bäder sowie Gemeinschaftsräume mit Küchen. Auch das neue Haus wird in dieser Art ausgestattet sein. Es verfügt zudem über einen Fahrstuhl, die Zimmer zur Hofseite haben Balkone.

„Unsere Mieter sind Menschen, die Unterstützung brauchen“, sagt Daniela Maurer. Sie haben mindestens den Pflegegrad drei, was den früheren Pflegestufen eins bis zwei entspreche und bekommen in der WG eine Rund-um-die Uhr-Betreuung. Dafür stehen medizinisches Fachpersonal und weitere Pflegekräfte zur Verfügung. Zudem werden hauswirtschaftliche Leistungen und soziale Betreuung angeboten, erklärt die Chefin.

Spiele, gemeinsames Singen, altersgerechte Bewegung und Gedächtnistraining sollen Spaß machen und das Miteinander fördern. Wie in jeder anderen WG beteiligen sich die Bewohner ihren Möglichkeiten entsprechend an den Alltagsaufgaben, gießen Blumen, helfen beim Wäsche legen. „An den Wochenenden kochen wir gemeinsam“, erzählt Daniela Maurer.

24 Stunden sind Mitarbeiter für die Mieter da. Um das nötige Personal zu finden, setzt die Golßenerin auch auf Quereinsteiger und bietet ihnen eine Ausbildung an. „Gebraucht werden Menschen, die vor allem Freude daran haben, mit pflegebedürftigen Senioren zu arbeiten“, sagt sie. Ihr Personal soll sich wohlfühlen, auch das sei ihr wichtig. So werde versucht, bei den Diensten auf die persönlichen Belange Rücksicht zu nehmen und geteilte Schichten zu vermeiden. Gesundheitsvorsorge, Rückenschule und gemeinsame Erlebnisse bei Team-Tagen gehören ebenso dazu. „Wenn es dem Personal gut geht, dann geht es auch den Bewohnern gut“, von dieser Wechselwirkung ist Daniela Maurer überzeugt.